[Rezension] Wie du mir (Ellen Dunne)

Ellen Dunne: Wie du mir
[Rezension] Wie du mir (Ellen Dunne)Ein Roman, der seinen Weg im eBook-Format über die Autorin selbst zu mir gefunden hat. Eine Reise nach Irland, die wenig von malerischem Idyll und unendlich anmutender Freiheit an sich hat, sondern vielmehr beängstigend ungeschönt die Ecken und Kanten des Landes aufgreift. Der politische Kampf um Souveränität, das persönliche Bestreben nach Revanche sowie die eigene Selbstverwirklichung werden in diesem Debütroman der Autorin, der im Eire Verlag erschienen ist, anvisiert. Doch Vorsicht, eine falsche Entscheidung, ein unbeabsichtigtes Missgeschick und schon verlagert sich die Schussbahn und die nächste Kugel könnte für dich bestimmt sein ... Vielen Dank für dieses an Brisanz auflodernde Lesevergnügen, liebe Ellen!

~ Rezension ~
Belfast, Hauptstadt Nordirlands und Kulisse dramatischer paramilitärischer Kämpfe: Kriminalpolizist Will McCrea soll durch das IRA-Mitglied Dally Ferguson eliminiert werden. Doch der Anschlag verläuft alles andere als nach Plan und trifft stattdessen Wills Ehefrau Jenny tödlich. Nach der Schockstarre wird Will nur noch von dem Gedanken getrieben, Jennys unsinnigen Tod zu rächen. Doch trotz all seiner beruflichen Erfahrung ist der Grat zwischen Vergeltung und Recht schmal. Es gilt höchste Alarmbereitschaft!Wie du mir, Ellen Dunnes erster Roman, gleicht einem echten Hochkaräter. Ein kraftvoller, dunkler Krimi, der den Balanceakt zwischen der schwierigen und hart umkämpften politischen Lage Irlands sowie den schmerzvollen Prozess der Trauer sehr gelungen vor Augen führt.Eine bildhafte und ehrliche Erzählung schildert ungeschminkt die derbe und raue Seite des stets gegenwärtigen Kampf ums Überleben, wenn man zwischen die politischen Fronten gerät. Das von männlichen Protagonisten dominierte Ensemble an Figuren wird tiefgründig beleuchtet und der harsche Jargon der konfliktträchtigen Atmosphäre wirkt durchweg sehr authentisch. Dass Verrat keinesfalls geduldet wird und Brutalität in IRA-Kreisen an der Tagesordnung ist, veranschaulicht Ellen Dunne anhand ihrer fiktiv geschaffenen Handlung ohne die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Dass dabei gelegentlich ein Funken von Herzen kommende Emotion Eingang in die Handlung findet, hat mir richtig gut gefallen.Aufgrund der Vielzahl an involvierten Figuren, deren Namensvielfalt und den verflochtenen Beziehungen zueinander ist es zu empfehlen, sich dem Buch mit großer Konzentration zu widmen. Was die Erzählpersepktive betrifft, so findet ein ausgeglichenes Wechselspiel zwischen der Polizei und den IRA-Kämpfern statt. Dadurch ergibt sich ein umfassender und energiegeladener Schlagabtausch, dessen Ausgang nicht abzusehen ist. Für mich als Leser blieb die Spannung somit bis zum letzten Kapitel bestehen.Die detaillierte Recherche der Autorin, welche der ausgeklügelten und realitätsnahen Handlung zugrunde liegt, ist deutlich spürbar und verleiht dem Werk eine zusätzliche Wirksamkeit. Skrupellose Gewalt, fieberhaft angestrebte Vergeltung und Loyalität - Tatsachen, die an den Leser herangetragen werden und absorbieren.Abschließend sei gesagt, dass es sich bei diesem Krimi um ein deftiges Stück Literatur handelt, welches nicht nebenbei, sondern mit kompletter Aufmerksamkeit gelesen werden sollte. Denn es entspricht keiner leichten Vorspeise oder einem fluffigen Dessert, sondern vielmehr typisch irischer Hausmannskost, die herzhaft abgeschmeckt ist.FZIT: Temporeich. Ausgereift. Einschneidend.


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