[Rezension] V is for Virgin | Kelly Oram

[Rezension] V is for Virgin | Kelly Oram

Titel: V is for Virgin (Kellywood #1)

Autorin: Kelly Oram

Übersetzerin: Stephanie Pannen

Format: E-Book

Preis: 6,99 €

Seitenzahl: 336 Seiten

Verlag: One Verlag

ISBN: 978-3-8466-0098-6

Bewertung: 3 Sterne

Rezensionsexemplar 

Inhalt

Die 18-jährige Valerie Jensen wird von ihrem Freund verlassen und das aus dem einfachen Grund, weil sie mit dem Sex bis zur Ehe warten möchte. Durch ein gepostetes Video auf YouTube geht ihre Geschichte viral und sie wird als Virgin Val landesweit bekannt. Doch dem Trubel nicht genug: als Valerie Backstage bei einem Konzert der Band Tralse den Sänger Kyle Hamilton kennen lernt wird sein erklärtes Ziel sie zu verführen. Kann Valerie ihrem Vorhaben treu bleiben?


Dank NetGalley konnte ich dieses frisch erschienen Jugendbuch bereits vor Erscheinen lesen. Als bekannt wurde, dass dieses Buch erscheinen wird, habe ich diese Information eher mit einem Augenrollen ad acta gelegt. Der Klappentext ist jetzt nicht unbedingt das, was mich so richtig anspricht. Allerdings habe ich diesen Monat die Leseprobe gelesen und fand diese wiederum ziemlich gut geschrieben, mein Interesse war geweckt und in weniger als zwei Tagen habe ich das Buch durchgelesen.

Der Schreibstil von Kelly Oram ist unglaublich angenehm und leicht zu lesen. Man fliegt nur so durch die Seiten und ich habe in kürzester Zeit über die Hälfte der Geschichte verschlungen. Sie hat eine sehr einnehmende Art zu schreiben, was mir wirklich gut gefallen hat. Ich konnte meine Umwelt komplett vergessen und bin in die High School Welt von Valerie eingetaucht und das, obwohl mir dieses Setting oftmals zu übertrieben dramatisch ist.

Valerie ist eine recht umgängliche Persönlichkeit. Sie hat ihre Prinzipien, versucht diese verständlich zu machen und setzt sich stark dafür ein. Durch ihren familiären Hintergrund sind ihre Beweggründe klar und dafür steht sie ein. Für eine 18-jährige hat sie sehr viel Verantwortung, denn sie ist stellvertretende Schülersprecherin und hat damit sehr viele organisatorische Dinge zu tun. Gleichzeitig hat sie noch einen Aushilfsjob in einem kleinen Schmuckgeschäft. Ihr Traum ist es, selbst einmal eine Kollektion auf den Markt zu bringen.
Als ihr Video viral geht und sie als Virgin Val bekannt wird, geht sie zunächst wirklich sehr toll mit der Situation um. Sie gestaltet Ketten, Ohrringe und Armbänder, die Menschen tragen sollen, um zu zeigen, dass sie noch Jungfrau sind. Sie will Jungfräulichkeit wieder hip machen und hat dafür tolle Ideen. Das eingenommene Geld spendet sie einer Organisation, die sich genauso engagiert, wie Valerie selbst. Immer an Valeries Seite ist Cara, ihre beste Freundin. Sie ist ausgeflippt, etwas verrückt, ein wahres Fangirl, vor allem was Tralse betrifft und sie hat Valerie in allem, was sie tut, immer unterstützt. Ich habe sie direkt ins Herz geschlossen, denn sie ist eben erfrischend anders, steht zu ihrer Freundin, auch wenn sie nicht dieselbe Entscheidung wie Valerie trifft. Es ist schön eine solche Freundschaft in einem Buch zu sehen, weil es zeigt wie wichtig Freunde sind.
Eigentlich rechnet Valerie damit, dass der Hype um sie und ihre Entscheidung bald wieder abflaut. Doch Kyle Hamilton verhindert dies gekonnt. Der Sänger von Tralse ist ein bekannter Frauenheld, der mit seiner Gunst nur so um sich wirft. Doch die „Herausforderung“ eine erklärte Jungfrau zu verführen, scheint ihn so zu reizen, dass er nicht aufgeben möchte. Val widersteht ihm gut, gibt Kontra, versucht ihren Standpunkt deutlich zu machen und doch reizt Kyle sie. Er ist ganz anders als ihr Ex-Freund. Er versucht ernsthaft ihre Aufmerksamkeit zu erreichen und das schmeichelt ihr. Ihr Durchhaltevermögen wird durch Kyle sehr auf die Probe gestellt. Sehr viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen, denn alles andere wäre ein großer Spoiler.

Kyle selbst bleibt in der Geschichte sehr blass. Er wird nicht näher beleuchtet, sein Charakter bleibt eher im Hintergrund. Mir ist nach wie vor sehr schleierhaft wieso sich Val so zu ihm hingezogen fühlt. Er ist ein riesengroßer eingebildeter Vollidiot, der denkt, er kann sich alles herausnehmen, weil er berühmt ist. Es hat mich richtig angestrengt, dass er Valeries Entscheidung nicht akzeptieren wollte. Er ist 21 Jahre alt und schafft es nicht eine junge Frau zu respektieren, die dazu steht sich bis zur Ehe aufzuheben. Nur weil er selbst nicht auf Sex verzichten möchte, muss nicht jede*r um ihn herum Sex haben. Er ist nahezu besessen davon Val auf den „richtigen“ Weg zu bringen, ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. Bis zum Ende hin war ich mir nicht sicher ob Valerie diese Aufmerksamkeit von ihm mit Verliebtheit verwechselt hat, weil ich einfach nicht richtig nachvollziehen konnte, wieso sie ihn so anziehend findet (wenn man mal die Äußerlichkeiten weglässt).

Die Handlung an sich war unterhaltsam und sehr rasant. Es sind etwas mehr als 300 Seiten und da ist ordentlich etwas los. Teilweise war es mir etwas zu übertrieben und unrealistisch, aber dennoch hatte ich Spaß beim Lesen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und das spricht eigentlich für die Geschichte. Doch mehr als ein Teenager-Drama mit toller Message ist das Buch eben dann doch nicht. Es gibt ein ewiges hin und her, Valerie verliert sich ein bisschen in diesem ganzen Trubel um ihre Person und der Jungfräulichkeit. Sie hört auf sich auf diejenigen zu verlassen, die nur ihr Bestes im Sinn haben, versucht teilweise ihre Meinung aufzuzwingen und hat die Wichtigkeit ihres eigenen Themas dadurch irgendwie verloren. Es war unglaublich schade, denn sie entwickelt sich im Verlauf der Geschichte nicht zum Guten. Das Ende war viel zu schnell abgehandelt, zu überladen und deshalb auch eher enttäuschend.

Ein riesiger Pluspunkt ist aber die Message des Buches. Ich finde es ist ein unglaublich wichtiges Thema, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Teenager sollten sich nicht derart unter Druck setzen, was Sexualität angeht. Sie sollten sich nicht verpflichtet fühlen ihre Jungfräulichkeit so früh wie möglich zu verlieren, um „cool“ zu sein und mitreden zu können. Niemand sollte durch Druck dazu gebracht werden, mit jemandem zu schlafen, obwohl man eigentlich gar nicht weiß, ob man dazu bereit ist.
Eigentlich leben wir doch in einer gut aufgeklärten Gesellschaft, wir sind uns über die Risiken von Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften sehr gut bewusst. Wieso ist dann in vielen Menschen das Denken verankert, dass man „cool sein“ damit gleichsetzt frühzeitig Sex zu haben? Natürlich möchte ich niemandem absprechen Sex zu haben. Ich bin auch nicht verheiratet und habe Sex aber ich möchte mich auch dafür einsetzen, dass man vor allem das erste Mal nicht unbedingt mit jemandem verbringen sollte, den man eigentlich gar nicht liebt. Der erste Sex sollte nichts sein, das man einfach hinter sich bringt.
Und genau diese Message stärkt auch das Buch. Es geht eigentlich nicht darum komplett auf Sex zu verzichten, sondern sich bewusst zu sein, was für ein einschneidendes Erlebnis der erste Sex ist und was es heißt jemandem die eigene Jungfräulichkeit zu schenken. Das kann man nicht wieder zurücknehmen und sollte deshalb, meiner Meinung nach, wohl überlegt sein.

Fazit

Die Geschichte hat ein tolles und wichtiges Thema. Ich finde es sollte, vor allem im Jugendbuchbereich, viel mehr thematisiert wird, wie mit dem ersten Sex und Sexualität im Teenager-Alter im Allgemeinen umgegangen wird. Dabei sollte Sex nicht verteufelt werden, es soll den jungen Menschen nur bewusst gemacht werden, worauf sie sich einlassen. Zum Teil spiegelt „V is for Virgin“ das auch wider, was mir sehr gefällt. Auch der Schreibstil der Autorin ist toll, man fliegt nur so durch die Seiten und merkt eigentlich kaum, dass man gerade ein 300 Seiten langes Jugendbuch liest. Die Charaktere sind eigentlich ganz sympathisch, entwickeln sich aber im Verlauf des Buches teilweise in eine eher negativere Richtung. Vor allem einige Beziehungen, die zu Beginn der Geschichte sehr stabil waren, sind am Ende nicht mehr das, was sie mal waren, was ich sehr schade und auch unnötig finde. Alles in allem war das Buch unterhaltsam und kurzweilig. Für zwischendurch also durchaus eine Empfehlung.


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