[Rezension] Das Flüstern der Magie | Laura Kneidl

[Rezension] Das Flüstern der Magie | Laura Kneidl

Titel: Das Flüstern der Magie

Autorin: Laura Kneidl

Format: Klappbroschur

Preis: 15,00 €

Seitenzahl: 392 Seiten

Verlag: Piper Verlag

ISBN: 978-3-492-70569-1

Bewertung: 3 Sterne

Inhalt

In Edinburgh führt die 19-jährige Fallon ein geheimes Archiv. Sie besitzt das Talent die Magie in der Welt erspüren zu können und hat die Aufgabe, magische Gegenstände zu finden und in ihrem Archiv aufzubewahren, um Unwissende davor zu beschützen. Eines Nachts trifft sie auf Reed, der sie auf unerklärliche Weise anzieht. Doch dann verschwindet ein magischer Gegenstand, den Fallon erst frisch aufgespürt hat, und bringt nicht nur sie selbst in Bedrängnis, sondern auch die Einwohner in Edinburgh in große Gefahr.


Wann immer Laura Kneidl ein neues Buch veröffentlicht bin ich am Überlegen diese Geschichte zu lesen. Schon bei ihren Anfängen war ich mit Begeisterung dabei und kann deshalb nur schwer an Büchern von ihr vorbei gehen. So war es auch bei „Das Flüstern der Magie“. Ich wusste, dass die Geschichte mehr New Adult als Urban Fantasy ist und doch konnte ich nicht widerstehen.

Der Anfang war sehr interessant gestaltet, denn man bemerkt direkt, dass Fallon, die Protagonistin, es mit der Geheimhaltung der Magie nicht unbedingt so genau nimmt. Sie trägt einen Mantel, der ihr wahres Aussehen verbirgt. Sie wird in den Augen ihres Gegenübers zu einer Person, die derjenige besonders anziehen findet, vermisst oder an den derjenige viel denkt. So kann sie sich immer zwanglos zwischen Menschen bewegen, ihre Identität wahren und sich auch aus brenzligen Situationen retten. Fallon ist an sich sehr sympathisch. Sie ist auch ohne den Mantel eigentlich sehr selbstbewusst, hat einen guten Humor und Durchsetzungsfähigkeit. Ich mag ihre Art mit Menschen umzugehen und es ist mir sehr leicht gefallen sie zu mögen. Auch wenn sie manche magischen Gegenstände für sich selbst nutzt, so nimmt sie ihre Arbeit als Archivarin sehr ernst. Ihre gesamte Familie ist in diesem Bereich tätig, sie ist damit aufgewachsen und ihr ist bewusst, welche Verantwortung sie trägt. Schließlich führt sie, seit dem Tod ihrer Tante, das Edinburgher Archiv ganz allein und das mit 19 Jahren. Eigentlich läuft es auch ganz gut, denn das Archiv ist als ein Antiquitätenladen getarnt, der für Fallons Lebensunterhalt sorgt. Sie ist zwar dennoch ständig pleite aber glücklich.
Dann tritt Reed in ihr Leben und bringt so einiges durcheinander. Der junge Mann ist nicht nur sehr geheimnisvoll, sondern zieht Fallon wie magisch an. Sie fühlt sich sofort von ihm angezogen und hat auch das Gefühl, dass Reed sie attraktiv findet.

Damit liegt Fallon vermutlich nicht einmal so falsch. Man liest die Geschichte zwar aus ihrer Sicht, doch es ist kaum zu übersehen, dass auch Reed sich von ihr angezogen fühlt. Nicht nur, dass er anzügliche Kommentare ablässt, er scheint wirklich neugierig zu sein, was hinter Fallons Fassade zu finden ist. Von sich selbst gibt er jedoch kaum etwas preis, was ihn sehr undurchsichtig macht. Das Geheimnisvolle an ihm, ist für Fallon natürlich besonderes interessant, für mich als Leserin war es aber irgendwie nicht weiter spannend. Er hat mir die meiste Zeit einfach Leid getan, denn es wird schnell deutlich, dass er sehr viel allein ist, keine Freunde hat und wohl auch keine Familie. Trotzdem ist er mir sympathisch gewesen, denn er hat einen ähnlich Humor wie Fallon und scheint sehr aufmerksam zu sein.

Leider, und das ist ein großes Leider, wars das auch mit den Charakteren. Die beiden bleiben sehr blass und es fehlt eindeutig an Tiefe. Sie haben angedeutete Ecken und Kanten aber so richtig durchkommen tut nichts davon. Ich konnte verstehen wieso sie sich zueinander hingezogen fühlen, doch diese richtige Liebesgeschichte, wie es in New Adult Romanen meistens so ist, fehlt eben auch. Nicht nur, dass den Charakteren die Tiefe gefehlt hat, ich habe diese ganze Liebesgeschichte einfach nicht gefühlt. Über eine körperliche Anziehung sind die beiden, in meinen Augen, nicht hinaus gekommen. Was verbindet sie denn wirklich? Wieso mögen sie sich, wenn man die Äußerlichkeiten weglässt? Das alles wird nicht richtig beantwortet. Mir hat einfach das Gefühl zwischen ihnen gefehlt und das durch die gesamte Geschichte hindurch. Es war sehr schade, denn eigentlich wäre genügend Potenzial da gewesen, um dem New Adult Anteil mehr Raum zu geben.

Die Magie in der Welt von „Das Flüstern der Magie“ kommt, wie auch schon von der Autorin angekündigt, sehr kurz. Es wird sehr wenig erklärt, was ich wirklich schade fand. Natürlich wusste ich, worauf ich mich eingelassen habe, dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Informationen gewünscht. Fallon ist in der Lage sämtliche magischen Gegenstände durch deren Flüstern aufspüren zu können. Um Menschen vor diesen Gegenständen zu schützen, stiehlt sie die jeweiligen magischen Gegenstände und fügt sie ihrem Archiv hinzu. Es gibt einige dieser Gegenstände im Buch, beispielsweise den Mantel, der Fallons Aussehen verändert oder eine magische Schreibfeder. Aber viel mehr wird nicht gezeigt. Wie das mit dem Flüstern der Magie funktioniert, was mit all den Archiven und Gegenständen passiert, woher überhaupt die magischen Gegenstände kommen, … das alles bleibt völlig unklar. Mir haben hier die Erklärungen einfach gefehlt.

Letztlich spielt die Magie in der Geschichte aber eine sehr untergeordnete Rolle. Die Handlung kommt nach dem Verschwinden eines magischen Gegenstands erst so richtig ins Rollen. Fallon versucht mit Hilfe von Reed diesen Gegenstand zurück zu bekommen und dabei stößt sie auf unerwartete Hürden. Es hat schon Spaß gemacht mitzuverfolgen wie die beiden nach Hinweisen suchen und gemeinsam auf der jagt nach dem Gegenstand sind, denn sie harmonieren wirklich toll miteinander.
Der Schreibstil von Laura Kneidl tut dann sein Übriges dazu. Die Geschichte lässt sich leicht und schnell lesen, die fast 400 Seiten verfliegen nur so. Auch wenn die Handlung kaum Überraschungen bereit hält und ansonsten nicht sehr viel Spannung bietet, liest es sich dennoch schnell weg. Es war einfach unterhaltsam gemeinsam mit Fallon und Reed durch Edinburgh zu streifen.

Fazit

„Das Flüstern der Magie“ ist für mich ein schönes Urban Fantasy Buch für zwischendurch. Die Charaktere gehen mir zu wenig in die Tiefe, der Handlung hat die Spannung gefehlt, dennoch ließ sich das Buch wunderbar lesen. Wer noch nie etwas im Romantasy Bereich gelesen hat, macht mit dem Buch bestimmt nichts falsch. Die New Adult Anteile sind recht gering, ebenso wie die Fantasy Anteile, sodass beides eher unauffällig neben der eigentlichen Handlung steht. Für meinen Geschmack hätte es von beidem etwas mehr gebraucht, um ein Highlight zu werden aber die Geschichte war unterhaltsam, humorvoll und gut geschrieben. Aus diesem Grund kann ich es doch empfehlen.


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