[Rezension] Tess Gerritsen – “Playing with Fire”

Playing with FireDie Bestseller- und meine Lieblingsautorin im Genre der Psychothriller, Tess Gerritsen, veröffentlichte nun ihr neuestes Werk. “Playing with Fire” ist ein alleinstehender Roman, welcher sich völlig von der Rizzoli-&-Isles-Reihe unterscheidet – nicht nur was die Charaktere betrifft, sondern auch thematisch und vom Stil her.

In einem Antiquitäten-Geschäft in Rom entdeckt Julia eines Tages ein altes Buch voller unbekannter Musikstücke – darunter das Stück von einem nicht bekannten Komponisten, einen außergewöhnlichen Walzer, betitelt mit “Incendio” – Feuer. Als sie Zuhause mit ihrer Violine versucht, das Stück zu spielen, geschehen grauenvolle Dinge – ihre eigene, dreijährige Tochter versucht, sie zu töten, davon ist Julia überzeugt. Sie beginnt, die Geschichte hinter dem geheimnisvollen Stück aufzuspüren – mit fatalen Folgen.

Mit ihrer Rizzoli-&-Isles-Reihe hat Tess Gerritsen für mich die sehr hohe Messlatte für gute Psychothriller festgelegt und seit Jahren verschlinge ich jedes neue Buch der Autorin. So war ich sehr gespannt auf ihr neuestes Werk. “Playing with Fire” ist jedoch tatsächlich vollkommen anders, als Gerritsens übliche Werke. Es ist zwar nicht unbedingt weniger brutal, es ist jedoch auf eine völlig andere Weise brutal. Statt die Arbeit einer Polizistin und Gerichtsmedizinerin zu verfolgen, werden hier die Geschichte einer jungen, verzweifelten Mutter beschrieben, sowie die Geschichte eines jungen Mannes – Lorenzo. Lorenzo ist Teil einer jüdischen Familie und verfügt, ähnlich wie Julia, über ein überaus großes musikalisches Talent. Bevor er aber einer musikalischen Karriere nachgehen kann, wird er mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Italien konfrontiert.

Playing with Fire Tess Gerritsen

Abwechselnd erzählt Gerritsen zwei Geschichten – die von Julia in der Gegenwart und die von Lorenzo, in den Jahren 1938 bis 1944. Und auch wenn beide Handlungsstränge absolut nicht einem typischen Gerritsen-Thriller ähneln, sind sie beide doch auf eine spezielle Art und Weise fesselnd. Die Musik spielt dabei eine sehr vorrangige Rolle, was auf jeden Fall eine interessante Abwechslung darstellt. Kurzum: auch wenn dieser Thriller nicht unbedingt typisch Gerritsen ist, ist er doch gut, da es die Autorin mal wieder schafft, die Handlung durch rein gewöhnliche Dinge spannend zu halten und ihre Geschichte mit der tatsächlichen Geschichte um den Zweiten Weltkrieg verbindet. Viele der erschreckenden Themen in dieser Handlung sind also in der Vergangenheit wirklich passiert, auch wenn nicht mit diesen Charakteren – und das macht das Gesamte eigentlich noch grauenvoller.

Letztendlich hat mir der Thriller unheimlich gut gefallen – wenn da nicht das ziemlich enttäuschende Ende gewesen wäre. Normalerweise schafft es die Autorin immer, mich mit einer vollkommen unvorhersehbaren Wendung zu überraschen, doch das, was sie sich hier als Ende, als Erklärung ausgedacht hat, enttäuschte mich sehr, weil es im Rückblick viel zu gewöhnlich ist.

“Playing with Fire” zeigt dem Leser eine ganz andere, neue Seite von Tess Gerritsen. Dieser Thriller ist zwar weitaus weniger blutrünstig und brutal als man es normalerweise von der Autorin gewohnt ist, schafft es aber dennoch, den Leser mit seiner interessanten Geschichte zu fesseln. Einzigen Kritikpunkt gibt es lediglich für das etwas enttäuschende Ende, ansonsten ein absolut empfehlenswerter Thriller.

4Ballerinas



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