Rezension - Sebastian Fitzek, Die Therapie

[Rezension] Sebastian Fitzek, Die Therapie

(c) Weltbild

[Rezension] Sebastian Fitzek, Die Therapie

(c) Knaur

Paperbackgelesen als Weltbild-Ausgabe (vergriffen)Originalausgabe Pb: 336 Seiten
Inhalt (lt. U4-Text):Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche: Josy, die zwölfjährige Tochter des Star-Psychiaters Viktor Larenz, ist vor vier Jahren verschwunden. Viktor hat sich seitdem in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Aber eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf und bittet ihn um eine Therapie, weil sie von Wahnvorstellungen geplagt wird. Darin taucht immer wieder ein Mädchen auf. Bald wird aus der Therapie ein dramatisches Verhör...
Zum Buch:Seit dem Verschwinden seiner Tochter ist Viktor Larenz nicht mehr der selbe. Ständig denkt er an sie und wird von seinen Erinnerungen an sie verfolgt. Keine Ruhe lässt ihm auch, dass er nicht weiß, wie es zu ihrem Verschwinden kommen konnte. Um endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können, zieht er sich auf eine einsame Insel zurück, um dort an einem Interview zu arbeiten. Er möchte ein für alle Mal eine Schlussstrich ziehen. Doch all diese Pläne lösen sich in Luft auf, als ihn eine Frau auf der Insel aufsucht und von ihm therapiert werden möchte. Schon bald zeigt sich, dass sie der Schlüssel zu all den ungeklärten Fragen rund um das Verschwinden seiner Tochter ist.
Bei Die Therapie handelt es sich um einen Psychothriller, bei dem man nie weiß, woran man ist - oder auch nur, was nun der Wahrheit entspricht. Die Handlung ist eingangs verwirrend und schwer zu durchschauen, fügt sich später aber zu einem gut durchdachten Gesamtbild.
Viktor Larenz bleibt die ganze Erzählspanne hindurch ein Fremder. Obwohl man viel über ihn und seine Gedankenwelt erfährt, ist da immer ein Teil, an den der Leser nicht ganz herankommt. Zeitweise kann man sich vielleicht in ihn hineinfühlen, den Kern seines Wesens erreicht man aber bis zum Schluss nicht. Das lässt viel Raum für Spekulationen und eigene Interpretationen.Anna Spiegel - die mysteriöse Fremde - erscheint als Zentrum aller Dinge. Man versteht nur nicht, warum das so ist. Es erscheint weder logisch, noch nachvollziehbar. Dennoch ist sie des Rätsels Lösung.
Die Stimmung ist düster und unheimlich dank der gruseligen Inselstimmung, die beinahe vollkommene Isolation des Protagonisten und seiner Gegenspielerin. Beinahe von Anfang bis Ende versucht man als Leser dahinter zu kommen, was nun wirklich mit Larenz Tochter geschehen ist, und was die ziemlich verrückt wirkende Anna Spiegel damit zu tun hat.Das Ende ist dabei überraschend und nicht vorhersehbar, was sehr erfrischend für Thriller-Kenner ist. Andererseits wirkt jenes Ende vielleicht ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen und zu dick aufgetragen - das muss jeder Leser aber für sich selbst entscheiden.
Ich fand die Lektüre spannend und unterhaltend und greife sich bald wieder zu einem Titel von Sebastian Fitzek.
[Rezension] Sebastian Fitzek, Die Therapie


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