[Rezension] My Place - Sally Morgan

[Rezension] My Place - Sally MorganTitel: My Place
Autorin: Sally Morgan
Preis: 11,20€
Seiten: 360
Format: Taschenbuch
Sprache: Englisch
Verlag: Little, Brown Book Group
Links: Wikipedia | Warrawee
Erhältlich: Amazon
.. wenn du bist, was du bist..
Inhalt:
Im Teenageralter findet Sally heraus, dass sie nicht wie bisher gedacht indischer Abstammung ist, sondern zu den Aboriginies, den australischen Ur-Einwohner gehört. Ihre Mutter und ihre Großmutter haben diese Herkunft mit allen Mitteln versucht geheim zu halten. Ihr Vater ist ein ehemaliger Soldat der zwischen zu Hause und Klinik pendelt, und eigentlich nie aus dem Krieg zurück gekehrt ist. Als sich Sally mehr für ihre Herkunft interessiert stößt sie zuerst auf verschlossene Familienangehörige und muss sich einen neuen Weg suchen. Als sie Jahre später ihre eigene Familie hat, packt sie der Ehrgeiz erneut, und begiebt sich auf eine Reise zurück in die Vergangenheit, zurücl zum Ursprung.
Meine Meinung:
Das Buch musste ich, wie ich bereits geschrieben habe, für die Uni lesen. Eigentlich sind das meistens Bücher die keinen Spaß machen. Und um ehrlich zu sein: Schlecht klingt der Klappentext nicht, aber wenn das Buch aufschlägt und von 360 Seiten in Zeilengröße 8 ohne Zeilenabstand erschlagen wird, vergeht einem erst einmal die Leselust.
Als ich das Buch zugeklappt hatte und es endlich durch hatte, war mein erster Gedanke: Das schöne an Kindern ist, dass sie kein Junge oder Mädchen kennen, keine Religion, keine Herkunft, kein schwarz oder weiß. 
Sally Morgan ist nicht nur die Protagonistin sondern auch eine reale Person, die sich irgendwann entschieden hat ihre eigene Geschichte aufzuschreiben und ihre Herkunft nicht weiter zu leugnen und sich zu ihr zu bekennen. Sie will aufstehen und sprechen für die Menschen ihres Stammes, ihrer Herkunft, die bisher nicht die Möglichkeit hatten oder Angst hatten zu sprechen.
My Place ist der Titel und kann in meinen Augen unterschiedliche Dinge meinen. Zum einen den "Place" in der Gesellschaft den sie einnimmt, bevor sie weiß, wer sie ist und wie die Leute plötzlich mit ihr umgehen, und den danach. Oder aber, "My Place", der Platz wo sie eigentlich hingehört, ihre Herkunft. 
Zum Bild auf dem Cover lässt sich schnell einfügen, dass Sally Morgan auch das Malen begonnen hat und das Cover selbst entworfen hat.
Das Buch beginnt mit Sallys eigener Geschichte. Sie erzählt aus ihrer Kindheit und wie sie in einem eher chaotischen Haushalt groß wird ohne Strukturen. Ein alkoholkranker Vater, der den Krieg nie überwunden hat, und eine Mutter, die erst späte ihre Rolle im Leben findet. Gemeinsam mit vier jüngeren Geschwister, Vater, Mutter und Großmutter führt sie in ihren Augen ein normales Leben, bis einige Mitschüler sie fragen, wo sie herkommt. Als sie zu Hause nachfragt und die Antwort "Indisch" bekommt, gibt sie das so weiter. Erst mit ca. 15 erfährt sie, dass das eine Lüge war und stellt ihre Herkunft und Identität in Frage. Sie kann nicht verstehen warum man seine Herkunft zum einen verleugnen muss, und warum die Familie ein solches Geheimnis daraus macht. Sie versucht das Geheimnis zu lüften, wird aber immer wieder zurückgewiesen.Sie lässt es erst einmal auf sich beruhen und beginnt ihr Studium. Sie lernt einen Jungen kennen und lieben und sie heiraten und bekommen Kinder. Erst dann kommt in ihr der Wunsch wieder auf, mehr über ihre Herkunft zu wissen. Nicht nur, weil sie ein Stipendium angenommen hat, dass ausschließlich für Aboriginis ist, sondern auch um eine Lücke in sich selbst zu füllen. Sie hatte immer das Gefühl, dass etwas fehlt, und sie die spirituelle Erziehung ihrer Mutter und Großmutter nicht ganz versteht. Sie entscheidet sich ein Buch zu schreiben und ihre Geschichte aufzuschreiben und nachzuforschen. Ein Onkel tritt wieder in ihr Leben und beginnt seine Geschichte zu erzählen. In dem Buch unterbricht an dieser Stelle die Geschichte von Sally und sie erzählt die Lebensgeschichte ihre Onkels. 
Die Geschichte des Onkels gibt einen ersten Einblick in das Leben eines Aboriginies, eines Schwarzen in einer Welt die von weißen regiert wird. Die Geschichte nimmt einen mit, und man kann gar nicht glauben, dass dies noch vor wenigen Jahren möglich war und passiert ist. Es ist ein autobiografisches Buch, das die Geschichte einer Familie erzählt, aber eigentlich für eine ganze Generation steht. Nachdem der Onkel ihr die Geschichte erzählt hat, entscheidet er sich in seine Heimat im Norden Australies zurückzukehren und verstirbt kurze Zeit später.
Auch ihre Mutter hat sie nun angefixt mehr über die Vergangenheit herauszufinden. Denn auch bei ihr blieben einige Fragen ungeklärt. Sie entscheiden sich gemeinsam auf eine Reise zu gehen, zurück an den Ort wo die Großmutter mit der Mutter gelebt hat. Auf der Reise lernen sie nicht nur sich selbst besser kennen sondern lernen eine Menge über ihre Vorfahren und ihre Kultur und werden mit offenen Armen empfangen. Die beiden finden zu sich selbst und können sich plötzlich mit ihrer Herkunft identifizieren. Zurück wird das Leben der Mutter erzählt das symbolisch für eine ganze Generation steht. Es geht um die "gestohlene Generation Australiens". Damals war es üblich, den Aboriginies die Kinder wegnzunehmen und sie stattdessen in Kinderheimen, von weißen geleitet, aufzuziehen oder an andere Familie weiterzugeben. Die Eltern mussten arbeiten und auch die Kinder wurden zu Arbeiterinnen. Meistens mussten sie als Hausmädchen arbeiten. Dort waren sie nicht nut der Willkür der Hausherren ausgesetzt, sondern auch dem Trieb des Hausherren. Doch die gezeugten Kinder waren weder weiß noch schwarz, sondern ein Mischling. Einer schwarzen Frau wurde verwehrt ein Kind mit Blut eines weißen großzuziehen und auch dieses Kind wurde ihnen genommen. Der Staat hat entschieden, wenn Kinder weggenommen worden. So wurde auch Sallys Mutter im Kleinkindalter in ein Heim gebracht und konnte ihre Mutter nur alle paar Monate sehen. Erst im Teenageralter kam sie zurück zu ihrer Mutter. Die Mutter hat währenddessen immer als Hausmädchen und Kindermädchen gearbeitet, gegen Logie, denn Geld wurde zwar versprochen, aber meist nicht bezahlt.
Auch Sallys Großmutter merkt, dass sie nicht jünger wird. Sie steht dem Buch das Sally schreibt allerdings skeptisch gegenüber. Als sie aber hört, was die beiden auf ihrer Reise herausgefunden haben wird sie sentimental und erzählt Kleinigkeiten. Auch sie entscheidet sich schließlich ihre Geschichte zu erzählen, aber einige Geheimnisse mit ins Grab zu nehmen. So wird nie klar, wer der Vater von Sallys Mutter ist, ob sie wirklich noch ein zweites Kind hatte, wer ihr Vater ist....und warum sie über all das nicht reden will. Kurz vor ihrem Tod schafft sie es ihre Geschichte zu erzählen.
Das Buch endet mit dem Tod der Großmutter und ich muss sagen, mir ist die ein oder andere Träne über die Wange gerollt. Das Buch ist zwar unglaublich trocken und zwischendurch langatmig, aber die Geschichte dahinter ist echt. Sie ist nicht erfunden, sie ist aus dem Leben geschrieben. Ich hab mitgefühlt und mitgelitten und den Kopf geschüttelt. Die Geschichte der Familie Morgan steht stellvertretend für Tausende in Australien. 
Das Buch hat auch eine spirituelle, bzw. religiöse Seite. Es wird viel zu Gott gebetet und es gibt Dinge, die man nur mit der Magie der Aboriginies erklären kann. Etwas Spirituelles.
Das Buch ist keine leichte Kost und man sollte es nicht einfach nur lesen, um eine gute Geschichte zu hören. Wer das Buch liest muss sich bewusst sein, welchen Einfluss die weißen auf die Ur-Einwohner Australiens gehabt haben und immernoch haben. Ihnen wurde ihr Land genommen, ihre Herkunft, ihre Identität, einfach alles was sie aus machte, aus Gründen, die nicht nachzuvollziehen sind.
Mein Fazit:
Das Buch ist tragisch, traurig, und authentisch. Auch wenn es zwischendurch etwas langweilig wirkt, will man genau wie Sally auf die Reise nach der eigenen Herkunft gehen. Man fragt sich selbst, wo man her kommt, aber auch, welche Geheimnisse ihre Kultur birgt und welche Geheimnisse die Familie hat. Ein gar nicht so schlechtes Buch, dass ich aber nie selbst im Laden ausgesucht, geschweigedenn gefunden hätte.

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