Rezension: Mucho Mojo - Joe R. Lansdale

Rezension: Mucho Mojo - Joe R. Lansdale

© Golkonda Verlag

Mucho Mojo| Joe R. Lansdale |

Verlag: Golkonda Verlag 2019

Seiten: 272 ISBN: 9783965090019

MEINE BEWERTUNG 

-Mucho MojoTexas in den 1980er-Jahren.  Leonard hat das Haus seines Onkels geerbt, das verwahrlost ausgerechnet in der direkten Nachbarschaft zu Drogendealern liegt. Gemeinsam mit seinem Freund Hap wollen sie das altgediente Heim auf Vordermann bringen. Dabei finden sie Grausiges ...
"Mucho Mojo" ist der zweite Teil von Joe R. Lansdales Reihe um die Freunde Hap und Leonard, die in ihrer Eigenart merkwürdige, gewaltige und amüsante Abenteuer bestehen.

Leonard holt Hap, um das Haus von Onkel Chester zu renovieren. Der alte Onkel hatte seine besten Tage eindeutig hinter sich. Das Haus ist zugemüllt, die Küche ist mit Essenresten verdreckt und die alten Zeitungen türmen sich zu monumentalen Bauwerken. Zudem ist die Nachbarschaft wenig schmeichelhaft, weil es Drogendealer sind. 

Während Hap und Leonard die Ärmel hochkrempeln und zur Tat schreiten - was gleichermaßen für das Haus wie für die Nachbarschaft gilt - hält sie ein grausiger Fund von ihrem Tatendrang ab: Onkel Chester hat eine Kinderleiche versteckt!

Diese Entdeckung lässt den Freunden keine Ruhe, und sie gehen die Hintergründe um den Ursprung des kleinen Skeletts an.

Die Freunde Hap und Leonard wirken wie ein altes Ehepaar auf mich. Sie passen aufeinander auf, halten zusammen und akzeptieren den anderen wie er ist. Ich mag das, weil beide eigentlich recht hartgesottene Kerle sind. 

Trotz des herrlich amüsanten, derben Stils breitet Lansdale wie gewohnt gesellschaftskritische Themen aus. Es geht um Rassismus, um Homosexualität und um Außenseiter, die von Anfang an keine Chance haben.

Dabei gefällt mir, wie differenziert der Autor die Themen betrachtet. Er legt nicht einfach eine schwarzweiße Schablone darüber, sondern arbeitet gekonnt Grauschattierungen hervor. Deutlich wird, dass Rassismus und Vorurteile in mehrere Richtungen gehen. Nicht nur der Schwarze ist Diskriminierung ausgesetzt, sondern auch der Weiße, wenn sich zum Beispiel eine schwarze Frau aufgrund der Hautfarbe weigert, mit ihm auszugehen. 

Genauso vielschichtig stellt der Autor Polizeiarbeit in ihren Facetten dar. Egal, ob es die Drogendealer sind, gegen die kaum jemand etwas ausrichten kann, oder die Beamten an sich, die in den eigenen Reihen mit eingefahrenen Strukturen zu kämpfen haben. Lansdale zeigt, dass es meistens nicht einfach ist.

Wie auch im echten Leben gibt es nicht nur die Guten und die Bösen, sondern Menschen, die in erster Linie komplex in ihren Motiven und Taten sind.

Dazu zählen die Protagonisten Hap und Leonard gleichermaßen, die trotz ihres rohen Auftretens, des süffisanten Tons und ihres abgerissenen Erscheinungsbilds richtig gute Menschen sind. Es gefällt mir, wie Lansdale in diesen beiden Charakteren Widersprüche vereint, und dennoch ein rundes Bild des freundschaftlichen Gespanns liefert, weil sie sich trotz Gegensätze ähnlich sind.

Die Handlung ist eigentlich recht einfach gestrickt, und hat mir dennoch großen Spaß gemacht. Zu Beginn tastet man sich mit Leonard und Hap vor, haut dann ordentlich auf die Pauke, um in einem kurzen Showdown den Action-Krimi bis zum Ende zu gehen. Dabei wird mir der finale Abschnitt um die Auflösung etwas zu rasch abgearbeitet, während der Schluss sogar einen träumerischen Zug aufweist.

Mein zweites Abenteuer mit Hap und Leonard hat mir sogar noch besser als die erste Begegnung gefallen. Gemeinsam haben wir dem bösen Zauber ein Ende gemacht, und ich freue mich darauf, wenn es als nächstes mit „Bärenblues“ weitergeht.

________________MEINE BEWERTUNGHap & Leonard:
01) Wilder Winter [Rezension lesen]
02) Mucho Mojo
03) Bärenblues
04) Schlechtes Chili
05) Rumble Tumble
06) Machos und Macheten
07) Das Dixie-Desaster
08) Rote Rache
09) Krasse Killer
10) Bissige Biester
11) Coco Butternut
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