[REZENSION] "Mohnschnecke" (Band 2)

Cover

[REZENSION]

Quelle: Droemer-Knaur

Die Autorin
Anna Koschka ist das Pseudonym der Wiener Autorin Claudia Toman. 1978 geboren, lebt sie zusammen mit Katze, MacBook und hunderten geliebten Büchern in der Nähe des Wiener Naschmarktes. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Theatermacherin und Museumsguide und schreibt bereits am nächsten Roman um die liebenswerten Heldinnen des Mauerblümchenclubs. Mehr über Anna Koschka: www.koschka.at.vu
*Produktinformation* Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342651138X / ISBN-13: 978-3426511381
Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,4 cm
Leseprobe

Quelle: bic-media-com  *lies mich*
Alle, die diese Serie noch lesen möchten und den Vorgängerband nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!
Die Geschichte... Seit der Entliebung ihres heimlichen Freundes Florian leidet Dottie unter einer Leseflaute. Kein einziges Buch konnte sie seit 350 Stunden begeistern, was für eine hauptberufliche Literatur-Rezensentin eine Katastrophe ist, obwohl  ihre Freundinnen alles versuchen, um Dotti aufzuheitern. Im Café ihrer Mutter, findet die lesekranke Bloggerin ein altes Büchlein mit der Aufschrift "Herzensbund", das Dottis Interesse weckt, denn das handgeschriebene Buch beinhaltet "Rezepte für die Liebe und andere Herzensangelegenheiten". Per Social Network erhält die Wienerin einen Tipp von @mohnschnecke55, die ihr ein Foto von einem Laden namens "Herzensbund" schickt. Wird Dotti den Inhaber des Rezeptbuches finden und ihre Lesephobie verlieren?

Meine Meinung: Da ich die Bücher von Claudia Toman  bzw. Anna Koschka liebe, muss ich natürlich auch ihr neustes Werk "Mohnschnecke lesen. Die Fortsetzung von "Naschmarkt" beginnt am 20. Oktober 2012 mit der Trennung von Florian und Dotti, spult danach 350 Stunden bzw. 14 Tage nach vor, dauert bis 20. Dezember 2012 und endet mit einem Blogeintrag am 31. Dezember 2012. Als Österreicherin finde ich es natürlich besonders toll, dass der Handlungsschauplatz erneut nach Wien verlegt wurde, aber Dottis Suche führt uns auch nach Prag.
Die 34-jährige rothaarige Dotti (Dorothy) Wilcek arbeitet als Literatur-Rezensentin beim "Österreichboten" und hat mit ihrem Mauerblümchen-Blog einen Hype ausgelöst (nachzulesen in "Naschmarkt"), wegen einer Vertragsklausel musste sie ihre Liebe zu dem Autor Florian Glahnz geheim halten, doch nun hat sich Florian per Facebook von Dotti entliebt, was in ihrem Leben ein Fiasko in Form einer Lesephobie auslöst... Dotti ist eine sympathische, einfallsreiche Protagonistin, die trotz Leseflaute Bücher liebt und ihr Herz am rechten Fleck hat - diese Hauptperson muss man einfach mögen.
Halt findet Dotti bei ihren höchst unterschiedlichen Freundinnen: Buchhändlerin Katharina ist eine unverbesserliche Romantikerin und großer Harry Potter-Fan, die kurvige Griechin Stella schreibt eine Erotikkolumne für den "Österreichboten" und ist nahe am Wasser gebaut, Rita sieht immer wie aus dem Ei gepellt aus und begleitet Dotti seit Kindertagen und die Japanerin Mikage, die als Köchin im "Pies & Pages", dem gemütlichen Lokal von Dottis englischstämmiger Mutter Lady Lydia, arbeitet.
Wir treffen auf alte Bekannte wie die liebenswerte Annili (eine alte Dame, die Stammgast im Cafè ist und Dotti ans Herz gewachsen ist), Dottis nerdigen Assistenten und Computerfreak Lorenz Kanzler und den charismatischen Moderator Ramy Kareem. Weiters begegnen wir neuen Figuren wie Silvie Herzen vom Laden "Herzensbund" und Mikis skurrilen  Mitbewohnerin Sun. Die mitwirkenden Charaktere -allen voran die liebenswerte Dotti- sind interessante, facettenreiche Persönlichkeiten, die authentisch gestaltet wurden und sich wunderbar in die Geschichte einfügen.
Wie bereits im Vorgängerband nimmt die Handlung oft Bezug auf Bücher, Autoren, Schauspieler, TV-Serien und Romanfiguren, so werden z.B. Daniel Glattauer, Michael Ende, Cornelia Funke, J.K. Rowling, "Shades of Grey", George Clooney, Clark Gable und "How I met your Mother" erwähnt. Auch in "Mohnschnecke" greift die Autorin das Thema Beziehungen & Singleleben auf und auch Social Networks wie Facebook, Twitter und Instagram spielen erneut eine große Rolle und werden immer wieder in die Story eingeflochten. Ein besonderes Highlight sind die Rezepte aus dem Notizbuch, die nicht nur Rezeptangaben enthalten, sondern jeweils in eine wunderschöne Geschichte verpackt sind.
Auch wenn ich "Naschmarkt" noch eine Spur brillanter finde, hat mich der Nachfolgeroman "Mohnschnecke" durchwegs wunderbar unterhalten. Die Suche nach dem Besitzer der alten Rezeptsammlung gestaltet sich spannend, aufregend und teilweise recht abenteuerlich. Dieser Roman birgt erneut viele frische Ideen, geschickt gelegte falsche Fährten und Überraschungen. Auf den 448 Seiten gibt es kaum einige überflüssige Passage oder klischeehafte Szenen, sodass man durch die Geschichte fliegt, weshalb ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe.
Ich-Erzählerin Dotti schildert die turbulenten Geschehnisse mit trockenem Humor & Wortwitz, weshalb man die liebenswerte Protagonistin schnell ins Herz schließt und mit Dotti fühlt und leidet. Die Hauptperson plaudert aus dem Nähkästchen und berichtet über ihr Leben und den Liebeskummer, ihre Arbeit, die Leseflaute und das zauberhafte Rezeptbuch, das Dotti gefangen nimmt. Abgerundet wird die Story mit dem locker-leichten Schreibstil und den unterhaltsamen Dialogen. Ich liebe dem Humor bzw. die Wortkreationen der sympathischen Wiener Autorin und habe mich beim Lesen köstlich amüsiert.  

FAZIT: "Mohnschnecke" von Anna Koschka ist kein seichter Liebesroman, wie man vielleicht vermutet, sondern regt neben all dem Wortwitz und humorvollen Szenen auch ein wenig zum Nachdenken an.  Der 2. Band der Mauerblümchen-Reihe lässt sich dank des abwechslungsreichen Plots, der liebenswerten Hauptperson sowie der erfrischenden Schreibweise wunderbar schnell lesen. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Vorgänger "Naschmarkt" noch einen Tick besser gefallen hat, weshalb der 2. Mauerblümchenband "nur"

5 (von 5) Punkte bekommt ("Naschmarkt" hat großartige 5 Punkte erhalten).

[REZENSION]

 

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