[Rezension] Mein Leben als Model im Rollstuhl – Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos

[Rezension] Mein Leben als Model im Rollstuhl – Auf dem Laufsteg bin ich schwerelosMein Leben als Model im Rollstuhl – Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos

Erscheinungstermin: Juli 20120

Autorin: Josephine Opitz

Verlag: Arena

Preis: 9,95 € (broschiert)

Seiten: 165

ISBN-10: 3401065491

Leseprobe

 

Meine Bewertung

[Rezension] Mein Leben als Model im Rollstuhl – Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos

 

Inhalt: Josephine ist an ihren Rollstuhl gefesselt. Nach Komplikationen bei ihrer Geburt und anschließenden Gehirnblutungen stand ziemlich schnell fest, dass Josy fortan mit einer körperlichen Behinderung leben muss. Doch Josy versucht mit der Unterstützung ihrer gesamten Familie das Beste auf ihrer Situation zu machen und trotz ihrer Behinderung, den Kopf nicht hängen zu lassen. Unter gar keinen Umständen möchte sie ihren Traum, ein Leben im Rampenlicht zu führen, aufgeben.

Meine Meinung: Nachdem ich nun bereits drei Bücher aus der ‘Mein Leben…’ Reihe gelesen habe, erwartete ich von ‘Mein Leben als Model im Rollstuhl – Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos’ wieder ein Jugendbuch, was mich mit einem brisanten und dramatischen Lebensschicksal aufwühlen würde. Doch dieses Buch ist völlig anders, was zum Teil erfreulich, andererseits aber auch ein wenig enttäuschend ist.

Wie auch die anderen ‘Mein Leben..’ Bücher ist die Geschichte von Josephine Opitz aus der Ich-Perspektive geschrieben. Wie nicht anders zu erwarten lernt man durch diesen Blickwinkel die Protagonistin Josy besonders gut kennen. Josy erzählt von ihrem gesamten Leben, den Höhen und Tiefen, die sie mit ihrem Dasein im Rollstuhl verbindet. Josy berichtet in ihrem Buch sehr detailliert aus ihrem Alltag, der geprägt ist durch den Gang zu Therapiestunden. Jedoch blieb für mich dabei die Gefühlsebene beinahe völlig außen vor. Im Vorfeld hatte ich mich sehr darauf gefreut, in diesem Buch etwas über die Einschränkungen eines Rollstuhlfahrers zu erfahren. Damit einhergehend interessierte mich vor allem, wie Betroffene mit Vorurteilen oder aber auch Bevormundungen Außenstehender umgehen und diese gefühlsmäßig verarbeiten. Dieser Aspekt wurde nach meinem Empfinden lediglich mit wenigen Sätzen abgefertigt. Natürlich lässt der Titel des Buchs schon erahnen, dass sich diese Geschichte auf ein Model im Rollstuhl konzentriert, nur hätte ich mir gewünscht, nicht nur eine reine Abhandlung über Bewerbungsversuche bei Agenturen zu lesen. Mir reicht es nicht aus zu lesen, dass Josy als angehendes Model im Rollstuhl mit vielen Rückschlägen und Absagen zu kämpfen hat. Es wird doch gerade dann lesenswert und fesselnd, wenn eine Autorin darüber hinaus schreibt, was diese Absagen für Gefühle ausgelöst haben. Schade, dass diese Darstellung im Ganzen sehr oberflächlich geblieben ist.

Leider habe ich mich im Laufe des Buchs auch immer weiter von der Protagonistin selbst distanziert. Während Josy den Leser anfangs noch auf eine außergewöhnliche Reise zwischen Therapiestunden, Schule und Freizeit mitgenommen hat, verstrickt sie sich immer mehr in ihren Wunsch, als Model berühmt zu werden. Einerseits waren diese Passagen sehr imponierend, da Josy als eine starke Persönlichkeit auftritt, die niemals den Kopf hängen und sich durch nichts beirren lässt. Doch ziemlich schnell verbüßte Josy dadurch bei mir jede Menge Sympathiepunkte. Josy erscheint im Laufe ihrer Schilderungen immer oberflächlicher und leider spitzt sich dieser Eindruck aufgrund ihrer Erzählweise und Gedankengänge immer weiter zu. Knapp zwei Drittel des Buchs beschäftigen sich mit Josys Versuch ins Rampenlicht zu gelangen, wobei Josephine Opitz anscheinend keinen einzigen Prominenten und TV-Sender unerwähnt lässt, der ihr während ihres Werdegangs begegnet ist. Natürlich sind dies besondere Momente im Leben der Autorin, sie hat im Alleingang jede Menge erreicht und kann stolz darauf sein, was sie alles auf die Beine gestellt hat. Hätte sie diese Darstellung aber darüber hinaus auch noch mit Gefühlen, Emotionen und einen Einblick in ihr Innerstes ausgeschmückt, hätte dies eine völlig andere Wirkung nach sich gezogen.

Die ganz besonderen und ergreifenden Momente bleiben in diesem Buch aber Gott sei Dank nicht ganz aus. Ohne Zweifel vermittelt Josephine Opitz perfekt ihre Verbundenheit und Dankbarkeit zu ihrer Familie und zeigt in diesen Momenten besonders viel Gefühl. Es bleibt im Laufe der Geschichte nicht nur bei der Darstellung der Protagonistin selbst, denn darüber hinaus erhalten auch ausgewählte Familienmitglieder vereinzelt die Gelegenheit, prägende Momente aus ihrer eigenen Sicht zu schildern. Dadurch erhalten die erzählten Lebensabschnitte eine besondere Note und wirken besonders intensiv und emotional auf den Leser.

Fazit: In ‘Mein Leben als Model im Rollstuhl – Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos’ lernen wir eine starke junge Frau kennen, die ihr Leben trotz der Fesselung an den Rollstuhl nicht aufgibt. Leider nimmt die Autorin dem Leser jedoch die Gelegenheit, sie auch auf einer emotionalen Ebene kennenzulernen, sodass die Geschichte insgesamt leider nur sehr oberflächlich bleibt.

Vielen Dank an den Arena Verlag für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] Mein Leben als Model im Rollstuhl – Auf dem Laufsteg bin ich schwerelos


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