[Rezension] Godspeed – Die Ankunft

[Rezension] Godspeed – Die Ankunft 

Bewertung

[Rezension] Godspeed – Die Ankunft

Meinung

‘Godspeed – Die Ankunft’ war für mich DIE Augustneuerscheinung. Genau ein Jahr war es her, als ich den zweiten Band zugeschlagen hatte und der Landung auf der Zentauri-Erde entgegen gefiebert habe. Die ersten beiden Teile der Trilogie zählten für mich zu kleinen Perlen im Jugendbuchbereich, sodass es kaum verwunderlich ist, dass ich an den Abschlussband und der Auflösung der Geschichte sehr hohe Erwartungen hatte. Beth Revis hat mit ‘Godspeed – Die Ankunft’ das hohe Niveau der Vorgängerbände halten können und hat mit dem Abschluss all meine Wünsche erfüllt.

Schreibstil

Der Schreibstil und die Kapitelaufteilung sind wie gewohnt fabelhaft. Auch im dritten Band der Trilogie erzählt die Autorin ihre Geschichte immer im Wechsel aus den Perspektiven der beiden Protagonisten Amy und Junior. Beth Revis versteht sich darauf, jeder Sichtweise das gewisse Etwas zu geben, sodass man stets erkennt, ob man gerade den Erlebnissen von Amy und Junior lauscht.

Die Autorin ist aber auch eine Meisterin darin, wenn es darum geht, den Leser an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Jedes Kapitel für sich ist wie ein großer Cliffhanger, gönnt dem Leser keine Verschnaufpause, lässt den Adrenalinpegel immer weiter ansteigen. So bin ich nicht umhingekommen, als ein Kapitel nach dem anderen zu lesen. Besonders positiv ist in diesem Zusammenhang, dass jedes Kapitel kurz und knackig ist. Beth Revis bringt jede Situation genau auf den Punkt.

Durch die Vorgängerbände wusste ich, dass mich in ‘Godspeed – Die Ankunft’ ein Schreibstil erwartet, der mich an das Buch fesselt. Begeistert haben mich aber gerade die feinen und kleinen Momente, die vor Emotionalität nur so sprühen. Viele Worte sind so wunderbar gewählt, sodass ich mich dabei erwischt habe, einige Sätze aufgrund ihrer sprachlichen Schönheit immer wieder zu lesen. Sie haben mich einfach verzaubert. Ein Beispiel: “Unsere Lippen berühren sich. Er schmeckt wie Dinge, die eigentlich gar keinen Geschmack haben: Wärme und Leben und Wahrheit und Güte und Liebe.” (S. 297)

Handlung

Mit ‘Godspeed – Die Ankunft’ verlassen wir das erste Mal die endlosen Weiten des Weltalls und begeben uns mit Amy, Junior und einem Großteil der Godspeed-Bevölkerung auf die Zentauri-Erde. DER Moment, den sowohl die Buchfiguren als auch die Leser am meisten erwartet haben, ist endlich eingetroffen.

Obwohl wir also nun die galaktische Atmosphäre der Godspeed verlassen, muss die Geschichte allerdings keineswegs an Einzigartigkeit einbüßen. Beth Revis hat mit der Zentauri-Erde ein ganz spezielles Setting geschaffen. Obwohl die Autorin auch hier mit ihren Beschreibungen der neuen Welt nicht zu ausufernd wird und die Darstellung des Planeten auf den Punkt gebracht ist, so schafft sie es doch, die Zentauri-Erde für den Leser greifbar und real erscheinen zu lassen. Gemeinsam mit Amy und Junior kann sich der Leser auf Entdeckungstour begeben und die Vorzüge und Gefahren der neuen Heimat kennenlernen.

Gerade die Gefahren auf der Zentauri-Erde sind wahrlich nicht spärlich gesät. Sie sind sowohl menschlicher als auch außerirdischer Natur, manchmal haben sie ein Gesicht und werden von der Autorin besonders schauerhaft beschrieben, dann wiederum sind sie aber geheimnisvolle Monster, die ein Mysterium bleiben. Nun ist es an euch zu entscheiden, welche Gestalt angsteinflößender ist: sind es die reptilienartigen Pteros, die an Flugsaurier erinnern und einen Menschen in Nullkommanichts in Stücke reißen können? Oder sind es die unbekannten, gesichtslosen Wesen, von denen Amy und Junior nur einen Schatten erhaschen können und die unbesiegbar erscheinen?

Figuren

Wie erwartet sind es die beiden Hauptfiguren Amy und Junior, die durch die Geschichte tragen und die Handlung noch einzigartiger machen. Es ist so wunderbar mitzuerleben, wie die Beiden sich immer weiter entwickeln, ihre Stärken und Schwächen mit dem Leser teilen und lernen, sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden.
Die Handlung ist wie oben schon beschrieben, größtenteils durch tragische und spannungsgeladene Elemente geprägt. Amy und Junior sind es aber, die den Leser das ein oder andere Mal eine Verschnaufpause gönnen, das Herz des Lesers zur Ruhe kommen lassen. Oder auch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass die romantischen und gefühlvollen Dialoge das Herz des Lesers dann doch wieder höher schlagen lassen. Gerade in diesen Szenen kommt der wunderbar gewählte Schreibstil der Autorin, wie ich ihn oben bereits erwähnt habe, besonders gut zur Geltung. Es war für mich einfach so schön zu lesen, dass Amy und Junior einander haben, aneinander festhalten können, in einer Welt, die so gefährlich und bisweilen grausam ist. So bleibt nicht nur für die Figuren, sondern auch für den Leser, immer ein Hoffnungsschimmer und man wird nicht von der Brutalität, mit der vor allem Amy und Junior immer wieder konfrontiert werden, erschlagen.

Das Ende des letzten Teils hat bereits vermuten lassen, dass dem Leser im letzten Band jede Menge neue Charaktere vorgestellt werden. So sind es beispielsweise Amys Eltern, die in ‘Godspeed – Die Ankunft’ ihren ersten richtigen Auftritt haben. Gerade Colonel Martin, eine in meinen Augen sehr leidenschaftliche und gleichzeitig aber auch sehr rationale Figur, ist ausschlaggebend dafür, dass man nicht umhinkommt, als sich während des Lesens in rasender Wut wiederzufinden. Amys Vater ist eine Person, die völlig anders handelt, als man es von Amys Beschreibungen her erwartet hätte und gerade deswegen für die ein oder andere Überraschung gut.

Dann gibt es noch eine weitere tragende Figur für die Handlung, die nicht unerwähnt bleiben sollte. Chris, der gutaussehende junge Mann, der ein paar Jahre älter ist als Amy, und um Amys Aufmerksamkeit buhlt. Manch ein Leser wird sich fragen, warum Beth Revis diese Figur unbedingt in diese Geschichte einbauen musste. Wird sie etwa auf den mittlerweile beliebten und leider auch schon etwas nervigen Zug der ‘Dreiecksliebesgeschichten’ aufspringen? Immerhin versucht Chris das ein oder andere Mal, Junior seinen Platz an Amys Seite streitig zu machen. Es sei gesagt, dass Beth Revis mit Chris eine der überraschendsten und vielseitigsten neuen Figuren eingebaut hat, der euch definitiv vom Hocker hauen wird.

Fazit

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich den letzten Band der Godspeed Trilogie gelesen. Das lachende Auge ist sicherlich klar: nach den fulminanten ersten Bänden, die an Spannung und Außergewöhnlichkeit kaum zu überbieten waren, konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte ihr Ende findet.
Beth Revis hat meine Erwartungen noch übertreffen können. Die altbekannten Figuren sind wie eh und je bewunderns- und liebenswert. Meine Befürchtung, die Landung auf der Zentauri-Erde würde den galaktischen Charme der Handlung zerstören, war völlig unbegründet. Beth Revis hat sich sichtlich Mühe gegeben, den neuen Heimatplaneten zum Leben zu erwecken. Der Autorin ist es wunderbar gelungen, eine Welt zu erschaffen, die für den Leser gleichermaßen faszinierend wie angsteinflößend ist. So ist auch der Abschlussteil der Trilogie, obwohl er kaum im Weltall spielt, an Spannung, Nervenkitzel und Dramatik kaum zu überbieten.
Warum ich ‘Godspeed – Die Ankunft’ auch mit einem weinenden Auge gelesen habe, ist wahrscheinlich keiner weiteren Erklärung wert. Trotzdem muss ich noch einmal betonen, dass die Godspeed Trilogie ein wahres Sternchen am Jugendbuchhimmel ist. Die Geschichte hat mir kaum die Möglichkeit geboten, mich vom Buch loszureißen. Trotzdem habe ich immer wieder den Wunsch verspürt das Buch beiseite zu legen, da ich mich nicht so schnell von den wunderbaren Figuren und der einzigartigen Geschichte trennen wollte.

‘Godspeed – Die Ankunft’ ist ein fabelhafter Abschluss der Trilogie! Und so möchte ich meine Lobeshymne an eine der tollsten Jugendbuchreihen, die ich bisher gelesen habe, mit einem Zitat aus dem letzten Band beenden, das meine Empfindung für alle drei Bände noch einmal zusammenfasst: “Ich werde immer zu dir zurückkommen.”

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