[REZENSION] "Die Worte der weißen Königin"

Cover
Die Autorin
Antonia Michaelis wurde 1979 in Kiel geboren. Fünf Jahre später begann sie, ihre Umwelt mit (damals noch unleserlichen) Büchern zu überschwemmen. Seitdem hat sie nicht mehr aufgehört zu schreiben. In England ließ sie sich inspirieren von der englischen Literaturgeschichte. Heute lebt die junge Autorin, die inzwischen auch ein Medizinstudium abgeschlossen hat, im Nordosten Deutschlands.
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Gebundene Ausgabe: 267 Seiten
Verlag: Oetinger (August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3789142913
ISBN-13: 978-3789142918
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 16 x 3 cm
Leseprobe
Quelle: Oetinger 
*es darf gelesen werden*
Die Geschichte...
Lion ist 5, als er zum ersten Mal einen Seeadler sieht und auf die weiße Königin (eine alte, weißhaarige Frau, die in der Kirche Geschichten erzählt) trifft. Jeden Samstag geht Lion in die Kirche, um den wunderschönen Worten der weißen Königin zu lauschen - das ist seine einzige Freude, denn das Leben in dem kargen Dorf ist hart und so flüchtet sich der Junge in die klingenden Worte. Lion wohnt mit seinem Vater in einem heruntergekommenen Haus und nachdem der Vater in der Werft arbeiten muss, kommt Lion eben in die Förderschule. Als Lions Vater seine Arbeit verliert, beginnt er zu trinken und Lion zu schlagen - Lion nennt seinen Erzeuger in diesen Phasen "der schwarze König". Fast zeitgleich mit dem schwarzen König taucht seine Schwester Olin auf, die Lion immer wieder erscheint. In Olin und den Seeadlern findet der Junge Halt und als sein Vater ihn so schwer misshandelt, dass er ins Krankenhaus muss, flüchtet Lion in den Wald. Da er die Worte der weißen Königin schon fast vergessen hat, macht sich der 11-jährige auf eine abenteuerliche Suche nach der Geschichtenerzählerin... 

Meine Meinung:Nachdem ich von "Der Märchenerzähler" schwer begeistert war und habe mich sehr gefreut, dass ich diesen zauberhaften Roman geschenkt bekommen habe. Dadurch, dass die Geschichte märchenhafte Elemente beinhaltet, verliert die Geschichte manchmal etwas den Bezug zur Wirklichkeit. Aber Märchen sind ja schließlich nicht auch nicht realistisch. ;-)"Die Worte der weißen Königin" erzählt die Geschichte des 11-jährigen Lion Justin Torgelow (obwohl die Handlung schon ein paar Jahre zuvor beginnt), der unter fast menschenunwürdigen Umständen in einem kargen Dorf an der Ostsee wohnt. Außer dem Adler Pikikiri und seiner (Fantasie-)Schwester Olin hat er keine Freunde und als die Misshandlungen durch seinen Vater zunehmen, geht er auch nicht mehr zur Schule. Der Junge fühlt sich unverstanden und fürchtet sich vor dem schwarzen König, der dunklen Seite seines Vaters. "Die Worte der weißen Königin" beschäftigt sich neben Poesie mit Themen wie Gewalt in der Familie und Alkoholmissbrauch. Deshalb kann man auch verstehen, warum sich Lion in die Worte der weißen Königin flüchtet. Dabei spielen "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry, "Die Brüder Löwenherz" und vor allem "Klingt meine Linde" von Astrid Lindgren eine wichtige Rolle. Bei den Schilderungen, wie er sich Bücher aus der Buchhandlung "ausborgt", um dort verzweifelt nach den richtigen Worten zu suchen, kamen mir fast die Tränen...


Weiters beschäftigt sich diese märchenhafte Geschichte mit unterschiedlichen Emotionen, wie Trauer, Zorn, Verlust, Angst und Missgunst, aber auch mit Freundschaft, Unabhängigkeit, Respekt und Zuneigung. Antonia Michaelis wechselt zwischen sanften und kraftvollen Tönen, um den Lesern Lion und sein Leben näher zu bringen. Ich-Erzähler Lion führt uns durch seine Lebensgeschichte und schildert die Ereignisse so, dass man den Jungen schnell ins Herz schließt.  Allerdings hätte ich gern mehr über die weiße Königin erfahren und das Ende war nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hätte. **Achtung SPOILER** Das war mir zu sehr "Happy End a´la Und sie lebten glücklich...". Der gute Ausgang ist Lion zwar zu wünschen, aber für meinen Geschmack ein klein wenig illusorisch dargestellt (auch wenn man das Märchenhafte berücksichtigt). **SPOILER ENDE**
Vorliegendes Jugendbuch erzählt eine traurig-schöne Geschichte mit Höhen & Tiefen, in der jedoch einige kleine Längen enthalten sind. Durch den flüssigen Schreibstil und die Sprache, die der jugendlichen Zielgruppe angepasst ist, lässt sich das neueste Werk von Antonia Michaelis rasant lesen. Zu guter Letzt möchte ich anmerken, dass man die beiden Jugendromane dieser Autorin nicht miteinander vergleichen sollte, da sie viel zu verschieden sind, was auch im Alter der Protagonisten liegt.
FAZIT:Antonia Michaelis hat erneut ein ernstes Thema in märchenhafte, gefühlvolle Worte verpackt, die den Leser mitreißen. Wobei ich allerdings zugeben muss, dass mir "Der Märchenerzähler" besser gefallen hat. Deshalb vergebe ich eindrucksvolle 4 (von 5) Punkte.

 ohne Schutzumschlag - Vorder- und Rückseite

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