[Rezension] Die Schule der Nacht

[Rezension] Die Schule der Nacht

Autorin: Ann A. McDonald
Verlag:
Penhaligon
Seitenzahl:
416 Seiten
Genre:
Roman (Mystery)

»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.«
- Klappentext


Inhalt in einem Satz
Um endlich Licht in die Vergangenheit ihrer auf tragische Weise verstorbenen Mutter zu bringen, stellt die junge Cassie an einer rennomierten Universität in Oxford Nachforschungen an und gerät dort schon bald in ein gefährliches Netz aus Intrigen und uralten Machtverhältnissen.

»Schwarz ist die Livrei der Hölle. Des Kerkers Farbe, Schule finstrer Nacht.«
- S. 143


Meine Meinung
Die Schule der Nacht ist ein Buch, für das ich einige Anlaufzeit benötigt habe. Doch als ich endlich mit der Geschichte warm wurde, nahm sie mich nur umso mehr gefangen. Wir begleiten hier die Protagonistin Cassie, wie sie sich als gewöhnliche Studentin getarnt in der englischen Elite-Universität einlebt, das dekadente Studentenleben kennenlernt und heimlich jede Gelegenheit nutzt, Recherchen über die Universitätszeit ihrer Mutter anzustellen.

Schnell stößt sie auf die Spur einer Verbindung mit langjähriger Tradition, die sich Die Schule der Nacht nennt. Doch je näher Cassie den Geheimnissen kommt, desto bewusster wird ihr, dass sie in höchster Lebensgefahr schwebt.

Eine spannende Idee, wie ich finde, und dementsprechend schade fand ich es, als mich die ersten Kapitel einfach nicht richtig packen konnten. Cassie verbringt zunächst sehr viel Zeit mit heimlichen Recherchen und dabei kommt es auch immer wieder zu eigentlich spannenden Situationen, doch so richtig mitfiebern oder einen Zugang zu alldem finden konnte ich anfangs nicht. Das ging sogar soweit, dass ich das Buch fast ein halbes Jahr lang beiseite gelegt habe.

Vor Kurzem habe ich dann aber meinen Gewissensbissen nachgegeben und dieses Reziexemplar endlich beendet - und es hat sich gelohnt! Als ich die ersten Kapitel noch mal überflogen und mir zur Handlung und den Charakteren kurze Notizen gemacht hatte, wurde meine Leselust und Begeisterung endlich geweckt.

Ich denke, hier sind wir auch beim Knackpunkt, denn die Liste der (teilweise für die Handlung unerheblichen und dadurch recht blass bleibenden) Charaktere wurde seeehr lang. Ich kam auf ungefähr 30 namentlich genannte Personen, und dabei allein im Kopf den Überblick zu behalten, war mir wohl zu viel gewesen. Mit meinen Notizen machte es dann aber überraschend viel Spaß, die Geschichte weiterzuverfolgen. 

Und diese hatte es wirklich in sich. Philosophie, Macht, Lügen, Korruption, viele Gefahren und Wendungen - hier wird dem Leser eine Menge geboten. Die Atmosphäre des alten Collegegeländes hat mir gut gefallen, ebenso der ganz eigene aristokratische Mikrokosmos, in den man dort als Leser eintaucht. Langweilig und zäh wird es hier definitiv nicht, denn irgendetwas passiert immer. Wer dafür einen eher sachlichen Schreibstil in Kauf nehmen kann, wird mit dieser Lektüre vielleicht ja - wie ich - doch noch sehr glücklich. ;)

»Hattest du jemals das Gefühl, dass die Vergangenheit dich in Ketten hält und einfach nicht loslässt? Dass die Entscheidungen der Menschen um dich herum ununterbrochen an dir zerren, bis du nicht mehr weißt, in welche Richtung du dich wenden sollst?«
- Hugo, S. 270


Fazit
Insgesamt klingt meine Rezi jetzt ziemlich negativ, was sie gar nicht sein soll, denn ich kann Die Schule der Nacht unter den genannten Vorbehalten definitiv weiterempfehlen. Ich verstehe gut, dass die Geschmäcker hier auseinandergehen, hatte persönlich aber doch viel Freude an diesem ungewöhnlichen Leseerlebnis!

Bewertung: 📖 📖 📖 📖 (4/5)

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und an den Penhaligon-Verlag für das Rezensionsexemplar!


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