>Rezension: Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Ali Shaw
397  Seiten
script5 Verlag (2012)
Sprache: Deutsch

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Im Wald von St. Hauda´s Land trifft Midas auf die selbstbewusste Ida. Zu diesem Zeitpunkt wissen beide noch nicht, dass sich zwischen Ihnen bald eine ganz besondere Beziehung entwickelt. Zwischen den beiden scheint schon lange eine Verbindung zu bestehen und nun, da Ida sich langsam von den Füßen aufwärts in Glas verwandelt, sucht sie Hilfe an dem Ort, an dem alles begann. An dem Ort, an dem fliegende Mini-Ochsen existieren und ein Tier, dass alles in weiß verwandelt.

Zu allererst möchte ich anmerken, dass mir die Bewertung des Buches sehr schwer fiel und noch immer bin ich nicht sicher, ob es nicht vielleicht doch 5 Sterne verdient hätte.

Das Buch ist toll, keine Frage, aber es gab doch ein paar Passagen, die sich einfach unnötig in die Länge gezogen haben. Außerdem fiel es mir sehr schwer, mich mit dem Ende anzufreunden. Nicht dass es nicht passen würde, nur hatte ich halt etwas anderes erwartet/erhofft.

Die Beziehung zwischen Ida und Midas entwickelt sich sehr langsam und mit ganz leisen Tönen. Die beiden sind zwar sehr verschieden, passen aber gerade deswegen sehr gut zusammen und ergänzen sich prima. Die taffe Ida nimmt dem schüchternen Midas, der unter der Last leidet der Sohn seines Vaters zu sein, die Maske ab und  lässt in auftauen.

Der Leser erfährt viel über die Vergangenheit der beiden Protagonisten. Über deren Eltern und deren gestörte Beziehungen.

Irgendwie sind alle Personen und Geschichten miteinander verbunden und weisen Gemeinsamkeiten auf.  Und der Leser erfährt auch, dass Idas „Krankheit“ auf St. Hauda´s Land nichts „besonderes“ ist. Nur wie man sie heilen oder stoppen kann, dass scheint ein Problem zu sein.

Doch Midas und Ida kämpfen und bei diesem Kampf ums (Über)leben wird aus dem vermeintlich schwachen Midas ein richtig starker Mann, der mir sehr imponiert hat.

Die Wortwahl des Autors zieht den Leser in seinen Bann und nimmt ihn mit in diese wundersame Welt rund um St. Hauda´s Land, es ist so märchenhaft und fantastisch und trotzdem wirkt die Umgebung real. Mir kam es an keiner Stelle unglaubwürdig oder unecht vor was ich da las. Ich war sofort dort, in dieser verschneiten Landschaft mit ihren seltsamen Tieren und Bewohnern.

Das Buch hat wenig fröhliche Momente und verbreitet eine sehr schwermütige melancholische Stimmung. Ich habe nach der Lektüre noch lange über die Geschichte und deren Ausgang nachgedacht und ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe. Der Autor hat es geschafft, dass man jede Menge Fragen hat und über das Geschehen nachdenkt.

Und auch wenn ich das Buch mit einem unguten Gefühl beendet habe, so war es auf jeden Fall lesenswert, denn der Autor hat im Ende ja recht, es ist nun einmal nicht immer alles Friede, Freude Eierkuchen, auch wenn wir das gerne so hätten.

Und zum Schluss muss ich einfach noch ein ganz großes Lob aussprechen, denn die Gestaltung des Buches ist einfach super gelungen. Ein silberner Buchschnitt, wann hat man das schon?

Fazit: Nichts für Happy-Ever-After-Fans, aber einzigartig und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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