Rezension: "Crank"

Rezension: Autor: Ellen Hopkins
Titel: Crank
Verlag: McElderry Books
ISBN: 978 0 689 86519 0
Leseprobe
Die Selbstzerstörung kann unfassbar anziehend sein, ganz besonders wenn das Monster im Spiel ist.
Aus der Ich-Perspektive erzählt uns Kristina, wie sie von einer begabten und beliebten Schülerin zu einem drogenabhängigen Gespenst wurde.
Sie spielt die Rolle der perfekten Tochter. Alles ändert sich, als sie ihren Vater in Reno besucht. Denn dort trifft Kristina auf das Monster: Crank. Eine Droge, die sie unfassbar schnell vergessen lässt, wer sie ist. Oder ruft sie doch nur die echte Kristina hervor, die sich bisher im Verborgenen hielt? Zwischen der ersten Liebe, dem ersten Sex, dem Finden neuer Freunde und einer hilflosen Familie rutscht Kristina unaufhaltsam in die Abhängigkeit.
Ellen Hopkins beschreibt Kristinas überraschend schnellen Absturz sehr plastisch und lebensnah. Tatsächlich erklärt sie im Vorwort, dass diese fiktive Geschichte eine reale Inspirationsquelle hat: ihre eigene Tochter.
Die Autorin ist in jedem Moment in der Lage, die richtigen Worte zu wählen, um Kristinas Zustand zu beschreiben. Sie veranschaulicht die Bedingungslosigkeit der ersten Liebe und die verzweifelte Suche nach Halt und Orientierung während der Pubertät. Man ist als Leser quasi im Dauer-Schock-Zustand. An Kristinas unglaublich schnelles Abrutschen in den Drogensumpf reiht sich eine nicht enden wollende Kette unschöner, ja traumatischer Erlebnisse. "Monster" ist hier wirklich das passendste Wort, das man wählen kann, um die Wirkung der Drogen auf Kristina zu beschreiben.
Die freie Versform ist mal etwas anderes, eine nette Abwechslung, mehr aber auch nicht. An manchen Stellen ist sie nur überflüssiges Beiwerk, das chaotisch wirkt. Die zeitweilige Unklarheit, welche Strophe man als nächstes lesen soll, mag gewollt sein und der weitergehenden Veranschaulichung dienen. Meinen Lesefluss hat das Chaos aber gestört. Es hätte keiner weiteren Verdeutlichung des Erzählten durch eine Versform bedurft. Die Sprache wirkt von allein schon sehr eindrucksvoll.
"Crank" ist eine beeindruckende Darstellung, wie schnell man ohne Vorwarnung in den Drogen-Dschungel abrutschen kann. Da sich das Buch aber nicht von anderen Büchern mit diesem Thema besonders abhebt, gibt es vier von fünf Punkten.
♥♥♥♥

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