[Rezension] Alles ohne Lena

Meine Bewertung

[Rezension] Alles ohne Lena

 

Inhalt: Völlig unerwartet nimmt sich die 17-jährige Lena eines Morgens das Leben und hinterlässt eine zutiefst erschütterte Familie. In den darauf folgenden Monaten vergeht kein Tag, an dem sich Lenas kleiner Bruder Bas nicht fragt, warum seine coole und toughe Schwester nicht mehr leben wollte. Fortan versucht Bas die Trauer über den Tod seiner geliebten Schwester zu überwinden und allmählich wieder in den Alltag zurückzufinden.

 

Meine Meinung: Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich allein wegen des Titels. Schon immer einmal wollte ich eine Geschichte lesen, in der eine der Figuren meinen Namen trägt. Auch der Klappentext hörte sich vielversprechend an und doch war ich während des Lebens aufgrund der emotionalen Wucht, die mir entgegen geschlagen ist, überrascht.

‘Alles ohne Lena’ beschäftigt sich hauptsächlich mit den Gefühlen und Erinnerungen von Bas. Allein aus seiner Sicht lernen wir seine große Schwester Lena kennen. Der Leser begleitet den Jungen während der Anfangszeit seines Trauerprozesses und nimmt an seinen Gedankengängen und emotionalen Tiefpunkten teil. Wie findet man wieder ins Leben zurück, wenn man plötzlich einen geliebten Menschen verloren hat? Nachricht des Todes, Gespräche mit den Eltern, die Beerdigung, die ersten Tage ohne Lena, der erste Schultag nach dem Tod der Schwester, der Versuch, sein eigenes Leben weiterzuleben, der Umgang mit trauernden Eltern und verständnislosen Mitschülern…all diese Themen greift der Autor auf 125 Seiten auf.

Der Schreibstil des Autors ist an das kindliche Gemüt Bas’ angelehnt. Immer wieder findet man sehr kurze Sätze vor, oftmals auch ohne Verben, die eher an willkürliche Gedanken oder gar Stichpunkte erinnern. Aber genau das passt in meinen Augen so wunderbar zu den Gefühlen des Jungen, der aufgrund des Todes seiner Schwester am liebsten so wenig wie möglich nachdenken möchte und immer wieder versucht, jeden Gedanken an seine Schwester aus seinem Kopf zu vertreiben. Jede Erinnerung an seine Schwester schmerzt Bas bis ins tiefste Mark. Andere wiederum lassen ihn lächeln und zugleich schuldig fühlen. Ist es nicht verboten einen Hauch von Glück zu spüren, wenn man erst vor kurzem seine eigene Schwester begraben hat?
Besonders gefühlvolle und tiefgründige Momente erhalten vom Autor eine ganz spezielle Note, indem Stefan Boonen sie mit bildlichen und beinahe schon poetischen Sätzen ausstattet.

Auf der einen Seite ist es Stefan Boonen meisterhaft gelungen, die facettenreiche Gefühlswelt eines kleinen Jungen auf den Punkt einzufangen und anschaulich darzustellen. Andererseits besteht mein Kritikpunkt gerade in der übersichtlichen Seitenzahl. Mitten im Trauerprozess Bas’ ist das Buch auf einmal zu Ende. Man erhält keine Antwort darauf, ob und vor allem wie, es Bas gelungen sein könnte, mit der Trauer leben zu lernen, was mich persönlich sehr traurig und ratlos zurückgelassen hat.

Fazit: ‘Alles ohne Lena’ erzählt eine Geschichte, die einen 125 Seiten am Stück Tränen in die Augen treibt und nachdenklich stimmt.


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