[Rezension] Alles bleibt anders - Siegfried Langer

[Rezension] Alles bleibt anders - Siegfried LangerAutor: Siegfried Langer
Verlag: Atlantis
Veröffentlichungsjahr: 2008
Preis: 12,90€
... wenn man Gott spielen will...
Klappentext:
Schlimm genug für Frank Miller, dass er sein Gedächtnis verloren hat.
Doch nicht nur das - er wurde offiziell für tot erklärt!

Als ihn nicht einmal seine Verlobte Claire wiedererkennt, verwandelt sich sein rätselhaftes Schicksal endgültig in eine Tragödie.

Es ist das Jahr 2008 und Franks langsam zurückkehrende Erinnerungen konfrontieren ihn mit einer unglaublichen Realität: mit einem Dritten Reich, das das Jahr 1945 überlebt hat, mit einer NSDAP, die mächtiger und grausamer ist als jemals zuvor.
Über ganz Europa weht die Flagge mit dem Hakenkreuz.
Franks Suche nach seiner Identität führt ihn in die deutsche Hauptstadt Germania, erbaut nach den tollkühnen Entwürfen Hitlers und Speers.
Dort erfährt er, dass er kämpfen muss – um sein Leben, um seine Liebe zu Claire und um das Schicksal vieler anderer.

Meine Meinung: 
Um eins vorweg zu sagen: Das ist ein Buch, dass ich nie gekauft hätte, wenn ich es im Laden gesehen hätte. Um so froher bin ich, dass es mir angeboten wurde und ich zugesagt habe. Vielen Dank an dieser Stelle an den Autor Siegfried Langer für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, und auch für das Buch selbst.
Ich muss zugeben, als er mir das Buch angeboten hat, habe ich gedacht, das könnte spannend sein. Dann habe ich es hier gehabt und es ewig vor mir her geschoben, weil ich dachte: Diese Nazi-Thema ist ja doch schon ziemlich ausgelutscht und irgendwie naja... aber ich hatte versprochen es zu lesen und bin fertig und begeistert (abgesehen vom Ende).
Für einen Debütroman muss ich sagen absolut gelungen und fesselnd, beängstigend und fanatsievoll. Ich hätte bei diesem hässlichen (sorry) Cover nie gedacht, dass eine solche Geschichte dahinter steckt. Das Cover ist absolut hässlich, ich kann es nicht anders beschreiben. Es passt irgendwie nicht zum Titel, und zur GEschichte bedingt und überhaupt.. nicht meins. Der Titel hingegend ist absolut treffend! Ich habe selten ein Buch gehabt, wo der Titel total super passt. Und vor allem: "Alles bleibt anders" - intuitiv beginnt man nachzudenken und überlegt, was der Titel bedeuetet. Und damit hat ein Autor schon mal einiges richtig gemacht.
Das Buch beginnt und man ist gleich mittendrin, weiß aber nicht wo. Der Protagonist ist Frank Miller der sich an nichts erinnert und verwirrrt ist und herausfinden muss, wer er selbst ist und wie seine Vergangenheit ist. Ab dem ersten Satz ist man mit dem Protagonisten auf einer Wellenlänge und kann sich super gut in ihn hineinversetzen. Man leidet mit ihm, man bangt mit ihm, man verzweifelt, man weint, man lacht. Vor allem rätselt man und man weiß selbst nicht mehr als Frank Miller. Und gleich merkt man, dass etwas nicht stimmt. Die Zeit ist eine andere, das Leben ist ein anderes - und es ist total befremdlich sich in dieser Welt zurechtzufinden. So ergeht es schließlich auch Frank Miller.
Die Geschichte hat bald eine erste Wendung, und ich habe kurzfristig auch den Zusammenhang verloren. Bis endlich alles aufgeklärt wird und einen Sinn macht - zumindest ein bisschen. Das Buch ist nämlich zu keinem Punkt vorhersehbar und baut nach diesem ersten Switch eine Spannung auf, die bis zum letzten Abschnitt nicht abreist. Die Geschichte unglaublich und unwirklich, und das in der wahrsten Bedeutung der Worte. Erstens kann man sich nicht vorstellen, dass 2008 die Nazis die führende Weltmacht sind und alles deutsch ist, andererseits ist es absolut unwahrscheinlich *SPOILER* das man zwischen Parallelwelten hin und her springen kann, und in der Zeit reisen kann *Spoilerende*.
Ich finde die Geschichte genial konstruiert. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben und in viel Fleißarbeit an Details gefeilt. Nicht nur die Charaktere werden zu richtigen Persönlichkeiten, auch Umgebungen und Gebäude werden sehr detailiert beschrieben und obwohl es die Dinge nie wirklich gegeben hat, kann man sie sich gut vorstellen. Auch finde ich sehr gut, und gut durchdacht, dass es trotz der anders verlaufenden Geschichte Parallelen zu unserer Welt gibt. Zum Beispiel werden die Terroranschläge auf den World Trade Center eingebaut, allerdings werden Zwillinngstürme in Deutschland angegriffen. Mir ist absolut unklar, wie der Autor zu dieser Geschichte gekommen ist, denn wer denkt an Hitler in 2008? Ich werde ihn danach fragen!
Da das Buch eine Sprünge in der Zeit macht, mal vor und zurück, habe ich zwischendurch ein bisschen den Durchblick verloren, aber wahrscheinlich nur, weil ich zeitweilig unaufmerksam bin.
Bemängeln würde ich neben dem Cover auf jeden Fall die Gestaltung der Seiten. Sie Seiten sind verhältnismässig breit für ein Taschenbuch und sehr eng beschrieben. Sowohl von Rand bis Rand an den Seiten, als auch von oben bis unten. Sehr eng aneinander geschrieben und hat mich zuerst erschlagen. Ausbaufähig meine ich.
Die Geschichte hat viele Wendungen und immer wieder wurde ich überrascht. Man erkennt irgendwann die Gesamtstruktur, aber es geschieht ständig etwas unvorsehbares. UND - ihr wisst ich bein ein Fan von Happy Ends - es gibt kein wirkliches Happy End. Zumindest ist das Ende nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Auch wenn es logisch ist, dass es so kommen muss, aber ich hätte es gerne anders gesehen.
Sprachlich ist das Buch gut zu lesen. Es lässt sich flüssig lesen. Es gibt viele Einschübe und zwischendurch auch kurze Sätze, die Langer dazu nutzt, um Details zu beschrieben oder Gedankengänge zu verdeutlichen. Man ist die ganze Zeit in der Lage, Frank Miller und die anderen Charaktere zu verstehen, steht aber hauptsächlich in der gleichen Rolle wie Frank Miller. Besonders bewegt hat mich, dass die Charaktere entscheide müssen, ob sie eine Änderung für sich erzwingen wollen, oder der Menschheit etwas Gutes tun wollen. Alle sind bereit ihr Leben zu geben um für den Rest der Menschen einzustehen und verlieren die Liebe ihres Lebens und ihre besten Freunde. Einige müssen sich eingestehen, dass ihr Lebenswerk scheitert und die Zukunft ungewiss vor ihnen liegt.
Mein Fazit:
Wer sich für das Thema Nationalsozialismus entfernt interessiert und auf ein spannendes Buch mit unmöglichen Dingen steht, der kann beruhigt zu diesem Buch greifen und wird nicht enttäuscht. Es ist spannend und aufregend und zeigt "Was wäre wenn ... die Nazis in 2008 noch regieren würden.... und was wäre wenn... wir versuchen würden Gott zu spielen". Das Buch ist nicht nur phantastisch, sondern ist auch gut recherchiert und mit Hingebung geschrieben.
Vielen Dank nochmal an Siegfried Langer.
Hier ein Link zu seiner Homepage. Er hat übrigens auch schon ein neues Buch geschrieben, dass nur vom Cover, einiges verspricht.
 http://www.siegfriedlanger.de/
Ich hoffe, der Autor hat demächst Lust auf ein Interview, denn eine Fragen hätte ich da schon noch.

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