Review: HOUSE AT THE END OF THE STREET - Horror, so unterkühlt wie seine Hauptdarstellerin


Review: HOUSE AT THE END OF THE STREET - Horror, so unterkühlt wie seine Hauptdarstellerin
Fakten:
House at the End of the Street
USA. 2012. Regie: Mark Tonderai. Buch: Jonathan Mostow, David Loucka, Eduardo Gordon. Mit: Jennifer Lawrence, Max Thierot, Elisabeth Shue, Gil Bellows, Nolan Gerard Funk, Allie MacDonald, Will Bowes, Eva Link, Lori Alter, Joy Tanner, Jordan Hayes, Jon McLaren, Jonathan Malen, Jonathan Higgins, u.a. Länge: 101 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
Teenagerin Elissa zieht mit ihrer Mutter von Chicago in eine ruhige Kleinstadt, in ein wunderschönes Haus. Dass dieses zu haben war, liegt an der Tatsache, dass im angrenzenden Grundstück vor einigen Jahren ein junges Mädchen ihre Eltern brutal ermordete und danach spurlos verschwand. In dem alten Haus wohnt jetzt der Sohn der Familie, Ryan, der bei den Einheimischen als Sonderling und Verrückter gilt. Doch als Elissa ihn kennen lernt, stellt sie fest, dass er ein liebenswerter Mensch ist, oder irrt sie sich?


Meinung:
Der britische Regisseur Mark Tonderai inszenierte 2009 den kleinen aber feinen Reißer „Hush“, der ohne Firlefanz eine so einfache wie packende Geschichte erzählte und für einige spannungsgeladene Momente sorgte. Nun, mit „House at the End of the Street“ inszenierte Tonderai erneut eine simple Handlung, diesmal aber auf amerikanischen Boden und mit einer durchaus prominenten Besetzung, allen voran die frisch mit dem Oscar für ihren Part in "Silver Linings" ausgezeichnete Jennifer Lawrence, die hier ähnlich unterkühlt und starr wirkt wie in „Die Tribute von Panem“ oder „Winter’s Bone“. Mal ehrlich, die einzige Rolle, in der Lawrence bis jetzt nicht wie tiefgefroren wirkte war die als Mystique im gelungenen Superhelden-Prequel „X-Men: First Class“. Aber auch mit einer wärmeren Hauptrolle wäre „House at the End of the Street“ nicht mehr als ein lethargischer Horror-Thriller ohne echte Substanz, der so unglaublich hüftsteif, inspirationslos und altbackend ist, dass es kaum zu glauben ist, das Tonderai einst mit „Hush“ einen gelungenen Vertreter des Genres ablieferte.

Review: HOUSE AT THE END OF THE STREET - Horror, so unterkühlt wie seine Hauptdarstellerin

Der Psycho hat das mit dem Einsperren nicht so drauf

Tonderai, der hier eine Kurzgeschichte von Regisseur Jonathan Mostow („Breakout“, „Terminator 3“) auf Film bannte, lässt sich spürbar von seinem Landsmann Alfred Hitchcock inspirieren. Hat das gelungene Suspense zur Folge? Nein, hat es nicht. Tonderai streut zwar immer wieder Einfälle des Meisters in seinen Film ein, allerdings sind dies Momente, die die banale und stereotype Geschichte wie Inszenierung nur noch weiter daran hindern, endlich einmal Spannung zu erzeugen, denn so lieblos die eigentliche Geschichte ist, so absolut uninspiriert fügt Tonderai die Einzelteile zusammen. Das einem als Zuschauer auch noch die obligatorischen Plot-Twists erwarten, die jedoch weder überraschend noch wirklich packend sind, zieht „House at the End of the Street“ noch etwas weiter in den zähen Morast liebloser Thriller-Konserven, die vorgeben mehr zu sein, als sie sind. Selbe gilt auch für Szenen und Momente, in dem versucht wird dem Publikum eine nahende Bedrohung zu suggerieren. Dadurch aber, dass jede im Film auftauchende Figur unsympathisch oder konzipiert wirkt (oft genug trifft sogar beides zu) und die wenigen Terror-Aspekte des Films lethargisch und (sprichwörtlich) blutleer eingefangen wurden, bleibt es ziemlich uninteressant was im Laufe der gläsernen Handlung alles passiert. Aber selbst wenn Tonderai den Mut gefunden hätte aus dem stählernen Korsett seiner Inszenierung auszubrechen, so hätte er immer noch mit den Darstellern zu kämpfen, die zu keiner Zeit überzeugend ihre Rollen verkörpern.

„House at the End of the Street“ ist ein biederer, unkreativer und öder Thriller/Horror-Murks, dem es an einer eigenen Note und einer spannenden Geschichte fehlt. Der Film ist so 08/15, dass er eigentlich schon 04/7,5 ist. Eine spannungslose Zeitverschwendung eines jungen Regisseurs, der 2009 mit „Hush“ bewies, was er kann und nun, knapp vier Jahre später, die Hoffnung und Erwartung, die in ihm steckten, gegen die Wand fuhr. Hoffentlich war es nur ein Ausrutscher.

1,5 von 10 voll mysteriösen Nachbarn

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