Review: CODENAME U.N.C.L.E. – Nicht mehr als eine Fingerübung

Review: CODENAME U.N.C.L.E. – Nicht mehr als eine Fingerübung
Fakten:
Codename U.N.C.L.E. (The Man from U.N.C.L.E.)
USA, UK. 2015. Regie: Guy Ritchie.
Buch: Lionel Wigram, Guy Ritchie, Jeff Kleeman, David Campbell Wilson, Scott Z. Burns. Mit: Henry Cavill, Armie Hammer, Alicia Vikander, Elizebeth Debicki, Sylvester Groth, Jared Harris, Hugh Grant, Christian Berkel, Luca Calvani, Simona Caparrini, James Michael Rankin, David Menkin, Ben Wright u.a. Länge: 116 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 13. August 2015 im Kino.
Story:
Anfang der 1960er-Jahre, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, sehen sich CIA-Agent Solo und KGB-Agent Kuryakin gezwungen, ihre jahrelangen Feindseligkeiten zu überwinden, um gemeinsam gegen ein geheimnisvolles internationales Verbrechersyndikat vorzugehen, das durch die massive Produktion von Atomwaffen das empfindliche Gleichgewicht der Supermächte zu destabilisieren droht. Die Agenten haben zunächst nur einen Anhaltspunkt: die Tochter eines verschwundenen deutschen Wissenschaftlers - denn nur er kann ihnen helfen, sich in das Syndikat einzuschleusen. Die Suche nach dem Verschollenen erweist sich als Wettlauf gegen die Zeit, denn die globale Katastrophe steht unmittelbar bevor.


Meinung:
Früher galt er als britischer Quentin Tarantino. Mit seinen Gangsterfilmen „Bube, Dame, König, GrAs“ sowie „Snatch – Schweine und Diamanten“, die nicht nur ihn, sondern auch den ehemaligen Turmspringer Jason Statham zu gefragten Persönlichkeit machten, erarbeitete sich Guy Ritchie den Ruf eines visuellen sehr spiel- und experimentierfreudigen Regisseurs, der es Verstand seine Filme, einen prägnanten wie stilbewussten, originären Anstrich zu verpassen. Das war damals. Nach Flops wie „Swept Away“, mit seiner damaligen Gattin Madonna in der Hauptrolle, und den eher wenig beachteten Gangsterfilmen „Revolver“ und „RocknRolla“ schob sich Ritchie mit seiner Interpretation von „Sherlock Holmes“ zurück ins Auge der cinephilen Aufmerksamkeit. Seine visuelle Ader hat er dabei nicht verloren, wohl aber seinen rauen, britischen Charme. Den sucht man auch in „Codename U.N.C.L.E.“, der Kinoadaption der weltweit erfolgreichen wie bekannten Kultserie „Einsatz für O.N.K.E.L.“ ebenfalls vergeblich.

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Eine Dame von Welt und zwei Gentlemen

Ob dieser allerdings dafür der passende Stil wäre ist fraglich. Dafür erstrahlt „Codename U.N.C.L.E.“ in feinster Swinging-Sixties-Imitation. Hier wird alles versucht, um unsere Anforderungen an die damalige Zeit zu erfüllen und tatsächlich gelingt Ritchie und seinem Team eine wirklich gelungene Form der Immersion irgendwo zwischen Retro-Chic und moderner Farbdramaturgie. Doch der Stil von „Codename U.N.C.L.E.“ bringt auch ein Problem mit sich: seine Penetranz. Die Progression der Actionkomödie versucht sich gegen diesen zu stemmen, um sich behaupten zu können, aber dieser Kraftaufwand ist ein ungleicher Kampf, denn Guy Ritchie und seine Autoren haben Highlights, in Form von Action- und/oder Komikeinlagen, zwar eingebaut, so richtig schwungvoll wollen die aber irgendwie nie über die Leinwand rollen. Zwar gibt es Ausnahmen, etwa ein feuchtes Picknick in einem Lastwagen, das reicht aber nicht aus um „Codename U.N.C.L.E.“ inhaltlich denselben Schwung zu verleihen, den der Film stilistisch innehat. Natürlich bietet der Film eine Fülle von humoresken sowie rasanten Szenen an, diese wirken insgesamt aber meist immer etwas zu betaglich und gestaucht.

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Ein Brite, ein Russe und ein Italiener (der mit den zwei Reifen)

„Codename U.N.C.L.E.“ erweist sich als einer dieser Filme, die eigentlich nichts wirklich verkehrt machen, denen es aber am nötigen Feuer fehlt. Die Hauptdarsteller, der neue „Man of Steel“ Henry Cavill und der leider gescheiterte neue „Lone Ranger“ Armie Hammer, geben sich keine wirkliche Blöße und beweisen, dass sie nicht nur gemeinsam eine gute Chemie, sondern auch eine gewisse komödiantische Ausstrahlung besitzen. Doch da die beiden zu oft alleine unterwegs sind - und Alicia Vikander („Ex Machina“) als Anhängsel vom Script eher kreativlos eingesetzt wird -, verliert sich „Codename U.N.C.L.E.“ ein wenig zu oft im Schwall nett anzusehender Bilder, denen jedoch eine wirklich narrative Unterfütterung fehlt. Kurz: Sieht toll aus ist aber irgendwie relativ redundant. Daran ist gewiss auch die eigentliche Geschichte schuld, die brav die damaligen Feinbilder auspackt und aus Alt-Nazis (zu Recht) dämonisierte Monster macht, nur um sie wenig später der Lächerlichkeit preis zu geben. An sich eine gute, nein, eine exzellente Angelegenheit, doch leider fehlt der komischen Demaskierung des Bösen dann doch die nötige Force und Impertinenz. Ein weiterer Punkt bei „Codename U.N.C.L.E.“ der aufzeigt, dass dem Film neben seinemwohlgefälligen Look noch ein echter, knatternder Motor fehlt, der die Serienadaption so richtig auf Touren bringt.

„Codename U.N.C.L.E.“ ist ein gut gemeintes und keck vorgetragenes Flair-Imitat, welches trotz seiner visuellen Spielereien aber eine recht eintönige Angelegenheit geworden ist. Es gibt ein paar Witzchen, die Chemie zwischen Henry Cavill und Armie Hammer passt auch irgendwie und der Film kommt ohne große Holprigkeiten zum Ziel. Aber wirklich passioniert wirkt das Ganze nicht. Im Grunde ist das alles nicht mehr als eine stilistische Fingerübung von Regisseur Guy Ritchie. Vielleicht haut der Brite bei seinem kommenden Film, dem ersten Teil einer neuen König Arthus-Reihe, wieder etwas mehr mit der Faust auf den Tisch.

5 von 10 sehr engen Parkplätzen

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