Resümee zur Vernissage vom 28. März

Die Vernissage am 28. März hat für mich als Neuling im „Ausstellungsgeschäft“ wichtige Erkenntnisse gebracht.
1.)
Die Wirkung des Drucks auf Alu-Dibond (siehe die Posts dazu) ist gewaltig. Selbst Betrachter die mit den Bildern nicht viel anfangen konnten, waren von der Expressivität beeindruckt. (Ich muss mit etwas für meine Website überlegen – die derzeitigen Online-Präsentation verfehlt die Wirkung).
2.)
Im Post vom 19. Juni 2010 habe ich eine Diskussion mit einem Kollegen wiedergegeben, in der ich für mich postulierte:
"Als Künstler versuche ich mich der Frage zu nähern, inwieweit es innerhalb bestimmter Kulturen verallgemeinerbare Kausalitäten zwischen Bildern bzw. Bildelementen und Emotionen gibt, um diese bewusst bei der Bildgestaltung einzusetzen und so wiederum gezielt eine unterbewusste und bewusste Auseinandersetzung mit einem Thema zu erreichen."
Ich bin – nicht zuletzt aufgrund von diversen Gesprächen über meine Bilder – davon ausgegangen, dass es mir gelingt, diese verallgemeinerbaren Kausalitäten zu nutzen. Bei der Ausstellungseröffnung mit einer m.E. repräsentativen Anzahl von Personen (72) musste ich feststellen: Die Hypothese von einer abschätzbaren emotionalen Reaktion auf erkannte Bildaussagen ist haltbar… ABER … die Schwierigkeit liegt im Verallgemeinern des „Erkennens“. Ich habe schlicht die Unterschiedlichkeit des Wahrnehmens unterschätzt. D.h. Die Reaktion auf ein Bild von einem  gequälten Menschen ist zwar (halbwegs) abschätzbar, aber schon bei geringen Abstraktionen ist nicht gewährleistet, dass auch alle einen gequälten Menschen sehen.
Das hat mich zu einer weiteren Korrektur meiner Position gebracht:
3)
Die Ansicht, dass ein Bild bzw. eine Bildserie für sich alleine spricht und es daher unnötig ist, irgendwelche Titel, Erläuterungen etc. beizustellen, ist dann falsch, wenn vom Künstler Reaktionen in eine bestimmte Richtung erwünscht werden (wenn man als Künstler eine „Botschaft“ übermitteln will). Ich halte nach wie vor Titel zu einzelnen Bilder für kontraproduktiv, weil sie den Betrachter von der eigenen Reflexion ablenken und ihn auf „wie kommt der darauf…“ fokussieren. Eine Beschreibung der eigenen Überlegungen zum Thema der Ausstellung, der künstlerischen Umsetzung und der intendierten Reaktionen im Rahmen eines „artist statement“ hat sich aber als sinnvoll erwiesen (ich habe es verbal nachgereicht). Nicht zuletzt fördert es auch den Dialog.
4)
Aus den unter 2) und 3) gesagten Gründen ist es daher sinnvoll eine Ausstellung unter eine thematische Klammer zu stellen und nicht nur „best of“ zu präsentiere.