Resilienz – Die Macht der Gelassenheit

Kennen Sie diese fiesen «magischen» Kerzen, die sich einfach nicht auspusten lassen? Was haben wir gelacht als Kinder, wenn wieder einmal ein Geburtstagskind an diesen rätselhaften Dingern auf seinem Kuchen verzweifelte. Natürlich wurden die kleinen Partygäste von den arglistigen Eltern vorab informiert und bereits beim Anzünden der Kerzen wanderte ein hämisches Grinsen durch die anwesende Kinderschar. Belustigt schauten dann alle zu, wie sich der arme Tropf im Mittelpunkt zunächst die Vorfreude aus seinem Gesicht pustete, dann die Verwunderung und schliesslich auch noch die Wut, bis nur noch die Resignation übrig blieb. Hier geht es aber weder um arme Tropfen, noch um sadistisch veranlagte Eltern, sondern um diese Kerze, die sich einfach immer wieder selbst entflammt, egal wie oft sie ausgepustet wird.

Zauberwort Resilienz

Das ebenso «magische» Wort, das die wichtigste Eigenschaft einer solchen Zauberkerze beschreibt, heisst: Resilienz. Wer sich hin und wieder Tipps im Internet zu Karriere und Persönlichkeit holt, ist dem Begriff bestimmt schon oft begegnet. Hunderte von Beiträgen befassen sich mit dem Thema und geben Tipps, was alles getan werden muss, um möglichst resilient zu werden. Sie fragen sich jetzt womöglich (absolut zurecht), weshalb um alles in der Welt auch ich noch meinen Senf dazugeben muss? Nun, ich habe mich (nur für Sie) kopfüber in diese brandende Flut von Informationen gestürzt, um einfach mal verständlich und einfach zu erklären, weshalb der Begriff derzeit in der Berufswelt so wichtig ist.

«I bi de Gummiboum»

Vom «Gummiboum» sang Büne Huber mindestens einen Sommer lang scheinbar ununterbrochen aus allen Radios des Landes. Auch wenn in diesem Lied in charmanten Worten wohl einfach ein «fauler Sack» beschrieben wird, können wir uns alle eine kleine Scheibe von diesem Gummibaum abschneiden. Denn genauso wie die Kerze, lässt auch er sich durch nichts aus der Bahn werfen und findet nach jeder Verformung wieder zurück in seine ursprüngliche Form. Etwas abstrakt gesprochen, verhalten sich resiliente Menschen genauso. Natürlich geht es hier nicht etwa um Beweglichkeit, sondern um psychische Widerstandsfähigkeit. Also um die Kunst, sich von Rückschlägen und unerwarteten Veränderungen nicht kleinkriegen zu lassen.

In der Arbeitswelt wird diese Eigenschaft deshalb immer wichtiger, weil der Arbeitsmarkt selbst immer flexibler wird und dadurch auch mehr Flexibilität von Arbeitnehmenden gefordert wird. Das muss nicht zwingend negativ gewertet werden. Manch einer freut sich über individualisierte Arbeitsbedingungen und sich stetig wandelnde Strukturen. Unerwartete Neuerungen sehen solche Menschen als Herausforderung, die ihnen Abwechslung ins Alltagsleben bringt. Diese Personen weisen einen hohen Grad an Resilienz auf. In unserer digitalen Welt, die in rasantem Wandel begriffen ist, vermag es nicht zu verwundern, dass vermehrt resilientes Personal gesucht wird. Start-Ups beispielsweise, die derzeit wie Eierschwämme aus dem Boden schiessen, sind oft auf ein risikoreiches Fundament gebaut, weswegen die Angestellten meist auf Garantien verzichten müssen. Demnach sind Leute gefragt, die widerstandsfähig sind und unerwartete Veränderungen gut verkraften.

Resilienz trainieren

Wer dies nun liest und sich selbst so gar keine Resilienz attestiert ,sollte jedoch keineswegs den Kopf in den Sand stecken. Resilienz lässt sich durch relativ simple Schritte antrainieren. Als besonders klar und wirkungsvoll erscheinen mir die «sieben Schlüssel zur Resilienz» von Prof. Dr. Jutta Heller. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin beschäftigt sich intensiv mit Resilienz und veröffentlichte schon einige Bücher zu diesem Thema. Im Kern ihrer Aussagen stehen die folgenden Schlüssel, die es zu trainieren gilt:

  •  Akzeptanz: Nehmen wir an, Sie müssen zu einem wichtigen Termin und verpassen den Zug. Natürlich dürfen Sie sich jetzt aufregen über sich, die ältere Dame, die ihnen auf der Rolltreppe den Weg versperrte oder den Verkäufer in der Bäckerei, der sich beim Rückgeld verzählte und die Verspätung überhaupt erst auslöste. Nützen wird Ihnen das allerdings nichts. An Geschehenem lässt sich nichts ändern und je früher Sie das akzeptieren, desto mehr Zeit haben Sie, sich den neuen Begebenheiten anzupassen.
  • Optimismus: Haben Sie sich mit dem verpassten Zug erstmal abgefunden, gilt es nach vorne zu schauen – und zwar optimistisch. Wenn Sie nicht daran glauben, dass Sie jetzt doch noch alles zum Besten biegen können, wird es wohl auch nicht gelingen. Denn dafür brauchen Sie eine Portion Selbstvertrauen, welche sich nicht mit Pessimismus verträgt.
  • Selbstwirksamkeit: So bezeichnet man die Überzeugung, die nötigen Fähigkeiten zu besitzen, um ein Problem erfolgreich zu bewältigen. Ob Sie tatsächlich über diese Fähigkeiten verfügen, ist unwesentlich. Wenn Sie den Termin effektiv verpassen, müssen Sie sich auf Ihre Überzeugungskraft verlassen können, um den Chef auch wirklich von einer Neuansetzung des Termins überzeugen zu können.
  • Eigenverantwortung: Klar, der Angestellte der Bäckerei hätte speditiver arbeiten können – doch wie oft könnten Sie das auch. Es ist allein Ihre Schuld, dass Sie den Zug verpasst haben und deshalb wird es nichts bringen, sich in der Opferrolle zu sehen. Dies wird Ihnen helfen, Ihre Leistungsgrenzen zu erkennen und damit auch, diese zu verschieben.
  • Netzwerkorientierung: Lassen Sie sich helfen. Bestimmt helfen Sie andern gerne mal, manchmal muss man aber auch Hilfe von aussen zulassen. Beim konkreten Beispiel hilft vielleicht ein Arbeitskollege mit einer cleveren Improvisation und rettet dadurch Ihr wertes Sitzleder.
  • Lösungsorientierung: Gehen Sie das Problem offensiv an! Um Ihre Resilienz steigern zu können, müssen Sie Passivität ablegen und sich keinesfalls darauf verlassen, dass sich Probleme von selbst lösen. In diesem Fall: Greifen Sie gleich zum Handy und leiten eine Lösung zu Ihrem Verspätungsproblem ein.
  • Zukunftsorientierung: Machen Sie sich einen konkreten Plan für die Zukunft und setzen Sie sich Ziele. Etwas mehr Zeit für den Arbeitsweg einzuplanen, könnte beispielsweise so ein Ziel sein.

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