“Religion nervte mich schon als Kind”

“Religion nervte mich schon als Kind”Heute startet die 13. Auflage von “Homosella“, bei der bis zum 3. Dezember Vorträge, Konzerte, Filmvorführungen und eine große Party stattfinden. Ein Highlight der “LesBiSchwulen Kulturtage Trier” ist die Lesung von Ralf König. Seine Bücher wurden in bislang 15 Sprachen übersetzt und haben ihn mit einer Gesamtauflage von fast sieben Millionen Exemplaren zum weltweit populärsten Autor schwuler Geschichten gemacht. Vier seiner Werke wurden für das Kino verfilmt, etliche als Puppenspiel oder Theaterstück aufgeführt. Unter dem Titel “Der König liest, das Volk soll lauschen” gibt der 51-Jährige am morgigen Sonntag um 20.30 im Broadway die Sprechblasen aus seinen Comics wieder, deren Bilder auf eine Leinwand projiziert werden. Im Interview mit 16vor äußerte er sich erfreulich offen übers Älterwerden, Gemeinsamkeiten mit seinen Figuren Paul und Konrad und warum er sich zunehmend religionskritisch zu Wort meldet.

16vor: Haben Sie als Kind und Jugendlicher Comics gelesen? Falls ja, welche? Hat Sie ein bestimmtes inspiriert?

Ralf König: Sicher, es gab die Asterix-Alben und Micky-Maus-Taschenbücher, das Übliche. Aber noch vorher gab’s Wilhelm Busch im elterlichen Buchregal, der mich als Kind sehr fasziniert hat. “Die fromme Helene” und so. Ich habe Comics von Anfang an als Möglichkeit gesehen, selbst kreativ zu sein und meine eigenen Geschichten zu zeichnen. Meine Mutter hat noch ein ganzes Paket kindlicher Frühwerke, die schon erstaunlich frivol sind. Später beeindruckten mich dann Crumbs “Fritz the Cat” oder Clairee Bretecher “Die Frustrierten”. Nach und nach fand ich dann meinen eigenen Strich, meine eigenen Nasen.

16vor: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihre Comics vorzulesen?

König: Durch die Beamertechnik, die es erlaubt, die Bilder auf die Leinwand zu werfen. Das war vorher mit Diaprojektoren nicht möglich. Und erst war ich noch schüchtern und hab mich nicht getraut, aber nachdem andere meine Sprechblasen vorlasen, und das sehr schlecht, und es trotzdem lustig war, dachte ich, das kann ich auch allein. Inzwischen machts mir richtig Spaß und dem Publikum auch.

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