Regierung Ahmadinedschad verunsichert Kopenhagen

Regierung Ahmadinedschad verunsichert Kopenhagen

12.09.2009Artikel zu Iran Politik & Gesellschaft erstellt von Helmut N. Gabel

In Dänemark diskutiert man die finanzielle Beteiligung der iranischen Regierung beim Kauf eines Grundstücks im Herzen Kopenhagens, wo eine Moschee gebaut werden soll.

Regierung Ahmadinedschad verunsichert Kopenhagen

Kopenhagen, Rathausplatz

Die iranische Regierung finanzierte den Kauf eines Geländes für eine Moschee. Hinter den Plänen eine neue Moschee im Herzen Kopenhagens zu bauen, steht die Organisation Ahl al-Bait, die mit der Regierung Irans zusammenarbeitet. Wie es scheint, ist der iranische Staat finanziell zutiefst mit dem Erwerb des Besitzes dieser Organisation verbunden, obwohl ein Imam dies in einem Interview verneinte. Über Jahre hatte die Regierung der Islamischen Republik Iran ihre Finger im Spiel bei der Ahl al-Bait Organisation, die hinter den Plänen für eine neue Moschee an dem Vibevej in Kopenhagen steht. Dies behauptet die dänische Zeitung Weekendavisen in ihrer Ausgabe vom 4.09.2009.
Imam Sayed Mohammad Mehdi Khademi, religiöses Oberhaupt von Ahl al-Bait, weist in einem Interview mit dem Christlichen Dagblad alle engeren Kontakte zwischen der Organisation und dem Regime im Iran von sich. Er wiederholte sein eindeutiges Statement gegenüber einer anderen dänischen Zeitung, Politiken: “Ich liebe mein Land, wie Sie ihres lieben, aber ich arbeite nicht im Auftrag der Regierung. Natürlich kenne ich die Regierung und stehe ihr aufgeschlossen gegenüber, doch gibt es keine direkten Kanäle.“
„Heißt das, dass sie auch nicht mit der iranischen Botschaft zusammen arbeiten?“ fragte das Christliche Dagblad weiter.
„Nun, das Einzige, was es dazu zu sagen gibt, ist, dass ich mit Fragen zu meinem Pass, zu meiner Aufenthaltsgenehmigung und ähnlichen Angelegenheiten die Botschaft aufsuche. Selbstverständlich kommt es auch vor, dass ich eingeladen werde, wie zum Beispiel an einem Nationalfeiertag. Dann gehe ich da genau wie andere Iraner auch hin und ich denke nicht, dass das ein Verbrechen ist.“
Weekendavisen behauptet, dass die Verbindungen zwischen dem Staat Iran und der Ahl al-Bait Organisation viel weiter reichen, als das, was Imam Khademi zugibt. Die Akten im Kopenhagener Rathaus halten fest, dass die iranische Regierung 2001 das Geld für den Kauf des Grundstücks im Vibevej, wo die neue Moschee gebaut werden soll, bereit gestellt hat. Nasser Ali Jafar Jasbi war 2001 iranischer Botschafter in Dänemark; in seinem Namen sind Obligationen in Höhe von 8,5 Millionen Dollar für die Organisation ausgestellt, um das Gelände zu erwerben. Wie Weekendavisen berichtet, ist das Grundstück nach wie vor mit der Hypothek belastet, wodurch die iranische Regierung mittels ihres Botschafters faktischer Besitzer des Geländes am Vibevej ist.
Die neuen Informationen liegen nun erst seit einigen Tagen vor, nachdem das Christliche Dagblad behauptet hatte, dass Iran Geld für den 40-50 Millionen Kronen teuren Bau am Vibevej zur Verfügung gestellt hat. Bijan Eskandani, leitender Architekt des Projektes, weiß nichts von Zuschüssen der iranischen Regierung und sagt, das Geld komme von zwei oder drei reichen Iranern.
Dem Christlichen Dagblad ist es nicht gelungen eine Stellungnahme von Imam Khademi zu den neuen Enthüllungen zu bekommen.
Der Sprecher der liberalen Venstre-Partei, Karsten Lauritzen, betont, seine Partei sei keinesfalls gegen den Bau der Moschee. Er hält im Gegenteil fest, dass der Bau einer Moschee Teil freier Religionsausübung ist. Doch die Information über die finanziellen Verflechtungen zwischen Ahl al-Bait und dem Regime im Iran geben ihm zu denken: “Wenn die Verflechtungen mit dem theokratischen Staat Iran stimmen, spielt jemand nicht mit offenen Karten. Das ist nicht sehr glücklich. Zumindest öffnet diese Information den Weg für tiefergreifende Untersuchungen“, sagt Karsten Lauritzen.
Naser Khader, der integrationspolitische Sprecher der konservativen Volkspartei Dänemarks, wurde etwas deutlicher: „Wir müssen absolute Transparenz in der Finanzierung religiöser Gemeinschaften haben, ganz gleich, ob es sich um Moscheen, Scientology, Einigkeitskirche oder um andere Gruppen handelt. Ich werde mich an den Justizminister und an das Referat für religiöse Angelegenheiten wenden, um zu erfahren welche Gesetze und Möglichkeiten wir haben diese Transparenz zu erhalten und falls wir diese Gesetze nicht haben, sollten wir sie schaffen”, fordert er.
In der Organisation “Free Iran”, die sich der Entwicklung von Demokratie verschrieben hat, lösen die Informationen bei der Sprecherin Jaleh Tavakoli blankes Entsetzen aus: “Staat und Religion sind im Iran auf eine sehr undemokratische Weise verknüpft. Es wäre sehr erschreckend, wenn eine Moschee mit iranischen Geldern in Dänemark gebaut würde. Auf der einen Seite nutzen sie die freie Religionsausübung in Dänemark aus, während sie auf der anderen Seite religiöse Minderheiten im Iran verfolgen und unterdrücken” sagt sie.
Laut Jaleh Tavakoli verunsichern die Informationen über die Verbindung Ahl al-Bait’s zu der iranischen Regierung viele Iraner im Exil, die vor der Theokratie aus dem Iran flohen. Sie fürchten, dass diese Kanäle und die zukünftige Moschee benutzt werden könnten, um ihre Spur nicht zu verlieren und womöglich, um ihre Familie im Iran Repressalien auszusetzen. 
“Wir wissen, dass die iranische Regierung sehr viel Geld ausgibt für Projekte zu religiösen Propagandazwecken, die gegen demokratische Werte gerichtet sind - dafür gibt es in Großbritannien sehr viele Beispiele. Währenddessen hungern Menschen im Iran, Kinder betteln auf den Straßen und können keine Schule besuchen. Es schmerzt dies zu sehen”, erzählt Jaleh Tavakoli.

Quelle:  Kristeligt  Dagblad, Kopenhagen, Dänemark

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