Raus aus dem Hamsterrad!

Raus aus dem Hamsterrad!

Hier oben muss keiner von mir etwas wollen!

«Zeitweiliger Abstand erweitert den Gesichtskreis» sagt man, und manch eine Mutter hat sich diesen Aphorismus oder einen anderen Spruch mit einer ähnlichen Botschaft anhören müssen, als sie im Hamsterrad des Familienlebens drehend plötzlich keine Antwort mehr wusste auf die Frage, wofür sie sich dermassen abrackere und was genau der Lohn oder der Dank für all ihr Tun sei.

«Nimm wieder einmal etwas Abstand», hiess es auch bei mir. «Mach doch einmal eine Pause, schnapp etwas frische Luft, tu dir mal was Gutes! Du wirst sehen: Mit etwas Abstand wirst du vieles positiver sehen und es wird dir gleich besser gehen.»

Letzte Woche – während unserer Skiferien – habe ich zum ersten Mal so richtig-richtig erfahren, wie ein zeitweiliger Abstand den Gesichtskreis erweitern kann! Während der Länge einer Sesselliftfahrt, während welcher ich für einmal ganz für mich alleine den Berg hinauf unterwegs war, wurde mir bewusst, dass genau in diesem Augenblick weder jemand von mir etwas wollen, noch irgendein negativer Gedanke mir etwas anhaben konnte! Denn genau für die Länge dieser Sesselliftfahrt konnte und musste ich für niemanden etwas tun – ausser für mich! Mein Blick richtete sich bewusst in die Weite und ich erfreute mich nur noch der wunderschönen Berglandschaft und sog die frische Bergluft in mich hinein. Kein spähender Blick nach unten auf der Suche nach meinen auf der Piste flitzenden Buben, kein hastiges Atmen, weil ich möglichst rasch wieder bei ihnen sein wollte, keine kreisenden Gedanken darüber, was ich als nächstes zu tun hätte. Rein gar nichts, ausser einfach nur Ruhe – um mich herum genauso wie ganz tief in mir drin!

Es braucht tatsächlich etwas Abstand, um erkennen zu können, dass das Hamsterrad des Familienlebens zwischendurch auch ganz gut ohne uns vor sich hin drehen kann. Auch wenn es zwar etwas schmerzt zu realisieren, dass kaum einer merkt, dass man gar nicht mehr im Hamsterrad drin steht und am Spuhlen ist…. Doch der Dank für die Fähigkeit, sich hin und wieder ganz bewusst abzusetzen, sind die sich dank Abstand neu eröffnenden Möglichkeiten, von der restlichen Umwelt belohnt und beglückt zu werden!

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

Wann seid Ihr zum letzten Mal wieder aus dem Hamsterrad gestiegen? Wie fühlte sich das an?


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