Rafik Schami – Erzähler der Nacht

Rafik Schami – Erzähler der NachtNicht immer möchte ich die Probleme der Welt lösen; nicht immer politische oder religionskritische Bücher lesen. Ab und zu muss ich meinen Kopf ausruhen und mir eine Auszeit nehmen. Rafik Schami ist dafür mehr als geeignet.

Wie kann man viele Geschichte erzählen, viele Erzählstile verwenden in einem Buch, ohne dass dieses zerfranst und sich nicht wie “aus einem Guss” liest?
Man verwendet einen Trick: Rafik Schami läßt in diesem wunderbaren Geschichten-Buch sieben Freunde Geschichten erzählen. Sieben Freunde, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Dabei ist ein ehemaliger Minister so gut wie ein Friseur. Oder die Hauptperson, der Kutscher Salim, der seine Stimme verlor.

Weil Salim die allerbesten Geschichten zu berichten wusste und plötzlich verstummt, schenken ihm die Freunde in sieben Nächten ihre Geschichten.

Das sind wunderschöne, nachdenkliche, zum Lachen anregende Geschichten aus einem Syrien, wie es wohl heute nicht mehr zu finden sein mag. Wann immer ich Schami lese: ich denke weniger an die Geschichten aus 1001 Nacht als vielmehr an die DEFA-Verfilmung des Märchens vom “Kleinen Muck” (das muss sich mir sehr eingebrannt haben).

Es sind die kaum wahrnehmbaren Nuancen des Lebens und der Umwelt, die Schami wie selbstverständlich in seine Geschichten einwebt. Und die diese dann plötzlich lebendig werden lassen. “Nicht einmal die Art, wie das Feuer dem Holz erzählt, ist mir entkommen.” – wird Schami auf dem Einband zitiert. Hätte Rauch ein Geräusch: Schami würde auch dafür ein Wort einfallen.

Er ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Im Plauderton berichtet er von den großen politischen wie menschlichen Umwälzungen, die Syrien und den Nahen Osten insgesamt ereilten. Selbst der Krieg in Beirut ist nur eine Episode am Rande eine seiner Geschichten. Immer sind es die Menschen, denen der Autor seine Stimme leiht.

Ich halte Rafik Schami für einen wunderbaren Menschen, einen Menschenfreund. Er muss es sein. Wer solche Bücher schreibt, kann kein böses Wesen haben.

Und ich freue mich, dass ich noch zwei ungelesene Bücher von ihm im Regal zu stehen habe.

Nic


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