Prostatakrebs: Hormontherapie erhöht Risiko für Darmkrebs um 30-40%

Die Behandlung des Prostatkarebs mit männlichen Sexualhormonen ist mit erheblichen Risiken behaftet.  Neben den bereits bekannten Nebenwirkungen wie eine Abnahme des sexuellen Antriebs, Impotenz besteht ein steigendes Risiko  für die Entstehung eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie einer Reduktion der Knochendiche (Osteoporose). Jetzt kommt noch das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken hinzu. Das Darmkrebsrisiko steigt durch die Hormontherapie um 30 bis 40 Prozent.

 

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Photo: see-ming lee

Das hat ein internationales Forscherteam um Silke Gillessen vom Kantonsspital St. Gallen im herausgefunden und im Fachmagazin “Journal of the National Cancer Institute” veröffentlicht (Onlineveröffentlichung vom 10. November 2010). Sie untersuchten die Krankheitsgeschichte von 107.859 Männern über 67 Jahren, bei denen zwischen 1993 und 2002 eine Prostatakrebsdiagnose gestellt worden war. Ergebnis nach Ausschaltung anderer Faktoren wie Alter und sozioökonmischer Staus:

Diejenigen Patienten, bei denen der Testosteronspiegel gezielt gesenkt worden war, hatten ein um 30 bis 40 Prozent erhöhtes Darmkrebsrisiko.

Das Hauptziel der Hormontherapie besteht darin, die Bildung bzw. die Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu hemmen, da dieses den Prostatatumor zum Wachstum anregt. In den meisten Fällen lässt sich durch die Hormonbehandlung das Tumorwachstum für einige Zeit – oft sogar für Jahre – zum Stillstand bringen. Die Ausschaltung der Testosteronproduktion lässt sich auf zweierlei Weise erreichen: durch operative Entfernung des Hormon-produzierenden Gewebes, also der Hoden oder durch die Gabe von Medikamenten.

Nun erweist sich die Hormongabe als zweischneidiges Schwert.

Das Prostatakarzinom ist nach aktuellen Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Sie tritt in der Regel erst ab dem 50. Lebensjahr auf und schreitet häufig nur langsam voran. Im Frühstadium stehen die Heilungschancen gut, allerdings wird die Erkrankung oft erst spät entdeckt. Das Risiko für ein Prostatakarzinom steigt, je mehr direkte Verwandte von einer solchen Krebserkrankung betroffen sind.

Nun kann man demProstatakrebs allerdings auch vorbeugen. In erster Linie ist da die Ernährung zu nennen. In asiatischen Ländern ist Prostatakrebs weniger häufiger bals bei uns. Die Ursache hierfür liegt wahrscheinlich vor allem in der unterschiedlichen Ernährung. Dabei hat sich der Verzicht auf den übermäßigen Konsum von Fett-, Fleisch- und kalorienreichen Nahrungsmitteln und eine vermehrte Zufuhr von ballaststoofreichen und pflanzlichen Nahrungsstoffen (Salate, Gemüse, Früchte) als günstig erwiesen. Untersuchungen haben gezeigt, dass möglicherweise auch der Vitamin D-Spiegel im Körper eine Rolle bei der Entwicklung von Prostatakrebs spielt.