Pro Tag fliegen 140 Tonnen Lebensmittel nach Deutschland

Frisch aus dem Flugzeug: Als Luftfracht gelieferte Lebensmittel verursachen mehr als ein Zehntel der Gesamtemissionen, die beim Transport von Fisch oder Obst freigesetzt werden. Verbraucherschützer fordern nun eine Kennzeichnung der klimaschädlichen Flugware.

Die Deutschen achten immer mehr auf ihre CO2-Bilanz. So ist der private Ausstoß des Treibhausgases in den vergangenen Jahren von 8,0 auf 7,5 Tonnen gesunken. Mehrere deutsche Verbraucherzentralen haben nun untersuchen lassen, wie viel Kohlendioxid beim Einfliegen von Lebensmitteln nach Deutschland freigesetzt wird.

Laut der vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) in Gießen durchgeführten Studie wird zwar der weitaus größte Teil des transkontinentalen Warenverkehrs mit Schiffen abgewickelt. Doch kommen täglich mehr als 140 Tonnen Lebensmittel als Luftfracht ins Land. Das mache weniger als ein Prozent des gesamten Lebensmittelangebots aus – verursache aber 10 bis 16 Prozent der durch Lebensmitteltransporte entstandenen Treibhausgase. Pro Kilogramm Lebensmittel entstünden bei einem Flugtransport bis zu 170 Mal so viele klimaschädliche Emissionen wie bei einem Schiffstransport.

Vor allem verderbliche Lebensmittel werden als Luftfracht transportiert. An erster Stelle steht laut Studie Fisch aus Afrika, gefolgt von Gemüse wie Spargel aus Peru und Bohnen aus Kenia. Auch exotische Obstsorten wie Papayas, Guaven und Mangos oder Ananas aus Afrika werden eingeflogen.

Ob ein Lebensmittel mit dem Flugzeug transportiert werde, erfahre der Verbraucher zumeist nicht, kritisieren die Verbraucherschützer. Daher fordern sie eine verbindliche Kennzeichnung von Flugware. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg rät Verbrauchern bewusst einzukaufen: „Erdbeeren und Spargel statt zu Weihnachten lieber im Mai und Juni genießen. Saisonal und regional einkaufen – so kann man Klimaschutz selber machen“.

Die Autoren der Studie stellten bei ihren Recherchen fest, dass sich bisher nur einzelne Veröffentlichungen mit Flugimporten von Lebensmitteln befasst haben. Detaillierte Informationen, was Art und Menge der transportierten Lebensmittel betrifft, seien nicht vorhanden. Die nötigen Daten lieferte schließlich das Statistische Bundesamt. Zusätzlich wurden Außenhandelsdaten von Eurostat ausgewertet.

hda

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