pressplay TV-Serientipp: Utopia

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Veröffentlicht am 17. Oktober 2014 | von Florian Kraner

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pressplay TV-Serientipp: Utopia

Erst post mortem erlangen die meisten großen Errungenschaften ihre verdiente Aufmerksamkeit – und so ist es auch im Fall von Utopia, dessen viraler Nachruf im Netz die britische Serie (nach der wenig überraschenden Einstellung) in das mediale Rampenlicht rückt.

Die Handlung lässt sich ohne Spoiler nur schwierig wiedergeben: Die Grundthematik dreht sich rund um geheime staatliche Intrigen. Da trifft sich eine Gruppe virtuell verbundener Verschwörungstheoretiker, um in entspannter Runde Informationen auszutauschen – und schon sind sie verstrickt in eine komplexe Kette aus jahrzehntelangen Vertuschungsaktionen.

Vom alltäglichen Verrat über abscheuliche Massenmorde gibt es kaum ein Gräuel, vor denen das dicht gepackte Drehbuch des Autors Dennis Kelly die hervorragend inszenierten Charaktere schützt. Allein schon das Fehlen der typischen Alpha-Männchen-Hautpfigur lässt in kürzester Zeit Schlüsse auf die Qualität der Handlung zu, denn nicht nur EIN Kandidat der illustren Runde hat die Machart zur unvergesslichen Kultfigur. Neben der Faszination, welche die emotionslose Agenten bei ihrem brutalen Alltagsgeschäft auf den Zuseher ausüben, ist es vor allem die Darbietung der britischen Schauspielerin Fiona O’Shaughnessy, die dem teilweise doch recht harten Geschehen stets eine menschliche Note verleiht.

Die insgesamt zwölf Folgen der beiden Staffeln sind dabei dicht mit Handlung gepackt, Durchhänger gibt es nicht. Einfallsreiche Handlungswendungen sind nie nur Mittel zum Zweck, sondern fügen sich sinnvoll in den Hintergrund einer sich stets bewegenden Welt, die von Folge zu Folge neue Überraschungen bereit hält.

Ein paranoider Albtraum des 21. Jahrhunderts voller postmoderner Collagen aus Gewalt, urbanem Verfall und menschlicher Erregung. Die visuelle Vielfalt und die cineastische Machart erreichen eine Qualität, die man selbst auf der großen Leinwand nur selten erleben darf. Der einzigartige Soundtrack aus industriellen, abstrakten Klängen geht genau wie die sterile Farbexplosion überwältigender Einstellungen unter die Haut. Ein brillanter Schnitt verleiht den Darbietungen der Schauspieler Folge für Folge beunruhigendes Leben.

Die bis ins letzte Detail gut abgestimmte Produktion hat absolutes Kultpotential, vermutlich mit ein Grund, weshalb das amerikanische Remake unter der Leitung von David Fincher (Gone Girl, Fight Club) bereits beschlossene Sache ist. Doch da wird man sich schon warm anziehen müssen, denn eine Produktion, bei der so viele Teilkomponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind, wird sich nicht so leicht nachmachen lassen. Zwölf Stunden unvergesslicher TV-Unterhaltung, wie man sie nur einmal alle paar Jahre findet, machen aus Utopia einen absoluten Geheimtipp.

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Florian Kraner Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis? Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.



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