Pressefreiheit in Deutschland und anderswo

Lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen außer zwei Werbebeiträgen und je einem Beitrag zum Thema Umfragen und Auswertungen. Das liegt daran, dass ich aktuell kaum dazu komme. Aktuell arbeite ich viel für eine neue Website mit dem Namen Statistik-Jobs, die vermutlich bald online gehen wird. Ich bin zwar nicht der Betreiber sondern nur freier Mitarbeiter, hoffe aber, dass es eine schöne Sache wird.

Trotzdem möchte ich auch mal wieder etwas aktuelles für meinen Blog schreiben. Das ist gar nicht so einfach, weil ich so viele Themen schon mal bearbeitet habe. Wobei ich mir vorgenommen habe, einige auch noch mal aufzunehmen. Bei Themen wie Arbeitsmarkt, Armut und Reichtum oder Verkehr kann man ja ruhig nach ein paar Jahren noch mal schauen, ob die Entwicklung immer noch so aussieht wie einst beschrieben.

Heute geht es aber mal um etwas, das ich bisher noch nicht behandelt hatte. Das Thema Presse- und Meinungsfreiheit wird in Deutschland wieder diskutiert. Der Fall Böhmermann sowie Äußerungen aus dem Bereich von Pegida und AfD („Lügenpresse auf die Fresse") haben ein Thema wiederbelebt, das eigentlich ausdiskutiert schien.

Über die Grenzen von Presse- und Meinungsfreiheit wurde ja bereits heftig gestritten, wenngleich unter anderen Vorzeichen. In den 1970er und 1980er Jahren schaltete sich der Bayerische Rundfunk schon mal aus Übertragungen von Satiresendungen aus.

Da stellt sich natürlich die Frage: Gibt es statistische Daten zur Presse- und Meinungsfreiheit?

Ja, gibt es. Und das aus verschiedenen Quellen. Eine Übersicht erstellt Reporter ohne Grenzen, die sich natürlich vor allem mit der Presse- und weniger mit der Meinungsfreiheit befassen. Der Deutsche-Fachjournalistenverband schreibt dazu: "Die Situation der Pressefreiheit hierzulande wird ebenfalls kritisch bewertet".

Pressefreiheit in Deutschland und anderswo

Das verwundert etwas, wenn man einen Blick auf die Karte wirft. Da gehört Deutschland zur Spitzengruppe der Länder mit „guter Lage". Außerdem ist es das einzige aus der Gruppe der 50 bevölkerungsstärksten Länder (Deutschland steht auf Rang 19, mittlerweile vielleicht auch nur noch Rang 20), das in dieser Spitzen mitspielt. Ansonsten sind es eher kleine Staaten, die hier gut abschneiden. Warum ist das so?

Ein Blick in die Daten wirft leider mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Beispielsweise liest man, dass sich das Gesamtergebnis aus zwei Daten speist. Die erste Zahl wird durch einen qualitativen (!) Fragebogen erhoben. Das bedeutet, ein Interviewer führt Gespräche mit Journalisten. Darauf aufbauen legt er die Punktezahl fest.

Deutschland schneidet hier ziemlich gut ab, es erreicht mit 9,21 Punkten den fünften Rang. Zum Vergleich: Eritrea, das den schlechtesten Platz innehat, kommt auf 83,92 Punkte.

Das Deutschland insgesamt „nur" auf Rang 16 liegt, ist in der schlechten Punktezahl in der Kategorie „Übergriffe" begründet. Hier kommt das Land auf 37,14 Punkte. Schlechter schneidet in Europa fast nur Frankreich ab, das mit den Morden von Paris auf 65,89 Punkte kommt. Auf der Liste der für Journalisten gefährlichsten Länder landet Frankreich deshalb auf Platz drei, hinter Syrien und dem Irak, aber vor dem Jemen und Südsudan.

Für die meisten anderen Länder in Europa wird gar kein Wert ausgewiesen. Gab es dort keine Übergriffe? Und wenn ja, warum steht dann dort nicht Null, sondern gar nichts? Oder wurden die Daten einfach nicht erhoben, was einen Vergleich sinnlos macht?

Sonderbar auch die Erklärung von Reporter ohne Grenzen. Die Punktezahl in der Kategorie „Übergriffe" könnten den Rang eines Landes nur verschlechtern, aber nicht verbessern. Aber wenn ein anders Land sich mir gegenüber wegen seines schlechteren Wertes in der Rubrik verschlechtert, dann verbessert sich meins doch automatisch, oder?

Offenbar wird die Zahl der Übergriffe auch nicht nach Landesgröße gewichtet. Das legt jedenfalls die Tatsache nahe, dass hier kleine Länder so viel besser abschneiden. Eine Anfrage von mir bei Reporter ohne Grenzen wurde leider nicht beantwortet.

Das Quantifizieren von Themen wie Toleranz oder Pressefreiheit ist natürlich schwierig. Was aber sehr schade ist, dass sich ausgerechnet die Journalistenverbände so wenig Mühe geben die Vorgehensweise ihrer Untersuchungen transparent für die Öffentlichkeit zu machen.


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