Politik, Niedriglohn, Gewerkschaften

Politik, Niedriglohn, Gewerkschaften

Kollegen ich will heute das Wort ergreifen vor dem Hintergrund einer Entwicklung, die uns alle Betrifft.

Denn gerade in den klassischen Dienstleistungsbranchen haben wir in den letzten Jahren eine Entwicklung zu verzeichnen, wo man sich fragen muß: Wofür man eigentlich täglich seine Knochen hin hält?

Wenn ich dann auch noch höre, wie bei unseren Arbeitnehmerverbänden für die private Rentenversicherung geworben wird, sei es nun Riester oder Betriebsrente, eigentlich aber Beide. Wo Kollegen mit ihren Lohn kaum über die Runde kommen und Verträge oft befristet sind, dann frage ich mich manchmal ob wir noch im selben Boot sitzen.

Auch die Darstellung der Niedriglohnproblematik am Beispiel einer Reinigungskraft scheint mir sehr verkürzt angesichts der Faktenlage.

  • Ich spreche von einer Entwicklung wo jetzt schon fast jeder 4 Arbeitsplatz im Niedriglohn-Sektor angesiedelt ist.

  • Ich spreche von einer Entwicklung, wo immer häufiger Privilegien auf Kosten der Schwachen verteidigt werden.

  • Ich spreche davon, dass der kleine Arbeitnehmer immer häufiger nur noch als statistischer Wert wahrgenommen wird.

Da ist der Durchschnittsverdiener ebenso ein probates Mittel wie die statistische Durchschnittsrente! Suggeriert sie doch einen allgemeinen Wohlstand, jenseits der immer breiter werdenden Kluft zwischen Arm und Reich.

In der gleichen Logik wird auch der Mittelstand politisch umdefiniert, wenn man ihn so weit fast das beinahe jeder der vollschichtig arbeitet und knapp über dem Mindestlohn liegt, als Mittelschicht definiert wird.

Diese trickreiche Verleugnung der wahren sozialen Lage führt im Bürgertum aber zunehmend zu einer Protestbewegung, hin zu den politischen Randparteien. Und zu einem problematischen Vertrauensverlust in unsere politischen Systeme.

Gerade in diesen Zeiten muß sich auch die Gewerkschaft Hinterfragen.

Wenn das z.b. das durchschnittliche NGG Mitglied 50 plus , männlich und deutsch ist,

aber der Arbeitnehmer im Nahrungsmittelgewerbe im Schnitt Mitte 30, weiblich und mit ausländischen Hintergrund, dann entsteht bei mir der Eindruck eines Verbandes, der an alten Gewohnheiten festhält .

Traditionen und Gewohnheitsrechte aber, scheinen mir auch hier fehl am Platze zu sein !


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