Polenmarkt mit 2 Veranstaltungen im Falladahaus

Sa 27.11.2010 19:00 Uhr

Lesung
Falladahaus, Steinstr. 59
Eintritt frei

Die schönen Zwanzigjährigen

Marek Hłasko, oft der James Dean aus dem Osten genannt, wurde 1934 in Warschau geboren und schlug sich als Gelegenheitsarbeiter durchs Leben. Mit 22 erregte er mit seinen ersten Erzählungen großes Aufsehen und wurde berühmt. Zwei Jahre später wurde er zum gefeierten Exilschriftsteller. Hłasko führte ein durch Alkoholexzesse und zahlreiche Liebesaffären (z.B. mit Sonja Ziemann) geprägtes Leben – nebenbei schrieb er einige Romane. Die schockierende Sprache seiner Prosa mit ihrer Härte und Zartheit ließen ihn zum Sprecher seiner Generation werden. Von 1955-57 war er Redakteur der Wochenzeitschrift „Po Prostu“ (Geradeheraus), des führenden Organs der kritischen Intelligenz. 1958 erhielt er den angesehenen polnischen Verlegerpreis. Im gleichen Jahr fuhr Hłasko zu einer Studienreise nach Westeuropa. Als ihm die polnische Regierung sein Visum nicht verlängerte, kehrte er nicht mehr nach Polen zurück. Bereits im Alter von 35 Jahren starb Hłasko 1969 in Wiesbaden nach Alkohol- und Tablettenkonsum an Herzversagen. Was bleibt, sind nur vier Romane und eine Hand voll Erzählungen. „Das Leben, das man mir gab“, so Hłasko, „ist lediglich ein Roman, aber wie ich ihn erzähle, das ist meine Angelegenheit.“ Gelesen werden Fragmente aus den 1966 veröffentlichten Pseudo-Memoiren „Die schönen Zwanzigjährigen“ und aus seinen Erzählungen.

Mo 29.11.2010 20:00 Uhr

Vortrag
Falladahaus, Steinstr. 59
Eintritt frei

Prof. Dr. Jan Piskorski (Universität Szczecin):

Von nationalen Obsessionen, schöngefärbten Geschichten und dem Nutzen, schmutzige Wäsche zu waschen

Geschichte ist eine wacklige Brücke: nicht stabil, dafür aber die Einzige, die wir wirklich haben. – Wisława Szymborska

Der Vortrag behandelt die polnische Erinnerung im Kontext der europäischen Auseinandersetzungen um die Auswertung der Vergangenheit. Es wird ein Blick auf die Veränderungen in den Mentalität europäischer Nationen geworfen, die den politischen Anforderungen häufig nicht gerecht werden. Zu diesen Problemen gehören auch die unterschiedlichen Erinnerungsformen, zu denen sowohl die persönliche, familiäre Erinnerung mit der Neigung zur Heroisierung der Vorfahren sowie die Erinnerung als Gegenstand der Macht zählt. Prof. Piskorski widmet sich in seinem Vortrag dem Gedenkprozess an die Opfer und wird auf die Frage eingehen, welchen Zweck der Erinnerungskult verfolgt: Geht es um das menschliche Bedürfnis, an die Verstorbenen zu erinnern oder eventuell auch darum, dem Opfer einen Sinn für die Berechtigung des Staates zu verleihen?

Prof. Dr. Jan Maria Piskorski wurde 1956 in Szczecin geboren und besetzt derzeit den Lehrstuhl für Vergleichende Geschichte Europas an der Universität Szczecin. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Geschichte Mittel- und Ostmitteleuropas im 19. und 20. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung des Themas der Migration und der Menschenrechte.



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