PietSmiet: bald eigene Videoplattform?

PietSmiet: bald eigene Videoplattform?

Let’s Player die sich auf YouTube herumtreiben, sind von YouTube selber abhängig. So bräuchte Google nur die Nutzungsbedingungen ändern. Videos mit Rechten Dritter untersagen = alle Let’s Plays. Monetarisierungsmöglichkeiten ändern / stoppen. Oder YouTube so umändern, dass es keinen Sinn mehr hat, die Videoplattform zu benutzen. Alternativen? Gibt es, nutzt aber keiner. Bzw. andere Plattformen haben nur einen Bruchteil der Besucherzahlen wie YouTube. Und für Let’s Player sind Besucherzahlen wichtig.

Aber bis dato gibt es keine gute Alternative, welche auch die Möglichkeiten von YouTube im vollen Umfang anbietet. Oftmals hängt es an der Monetarisierung. Wenig Zuschauer / Besucher auf der Plattform. Extras wie Thumbnails fehlen. Aber man ist natürlich auch an YouTube gewöhnt. Man kennt es, man weiß wie es funktioniert – wenn es funktioniert und die Zuschauer sind auch da. Es hat keinen Sinn, wenn ein Let’s Player z.B. zu MyVideo geht, aber alle anderen inkl. der Zuschauer auf YouTube bleiben.

Wenn man ein großer Let’s Player ist, dann sieht es schon ein wenig anders aus. So wie bei PietSmiet. Die 6 Jungs kennt jeder. Mit 1,86 Millionen Abonnenten stehen sie auch gut da. Peter Smits (Piet) war im Interview beim Gründerszene Online Magazin. Und auf die Frage “Auch Twitch wäre beinahe vom YouTube-Eigner Google gekauft worden”, gab es vom Piet eine interessante Antwort:

Wurde es aber nicht. Zum Glück. Wir planen jetzt gerade zum Beispiel, unsere Videos auf unserer eigenen Seite zu hosten. Sollte Google plötzlich alle Gaming-Kanäle dicht machen, dann haben wir ein großes Problem.

Aktuelle Folgen werden, wie man es kennt, auf PietSmiet.de veröffentlicht, jedoch das Video wird auf YouTube gehostet. Würde nun YouTube daher kommen und den Stinkefinger zeigen, dann wäre es das aus. Und das nicht nur für PietSmiet.

Die Frage die sich eben auch stellt, lohnt es sich?

Auf dem Kanal gibt es 14.240 Videos zurzeit. Sagen wir einfach mal, im Durchschnitt ist ein Video 2 GB groß. Das wären dann 28.480 GB. 27,8125 TB. Dann kommen noch die Thumbnails. Hier gehen wir einfach mal von 300 kb aus. 4.272.000 kb = 4 GB, was ohne Probleme ja geht. Aber 27,8125 TB ist schon eine Hausnummer. Was dann noch kommt ist der Traffic. Im Durchschnitt haben sie 30 Millionen Views pro Monat = ich will gar nicht wissen, was das an Traffic kostet, welche Bandbreite man benötigt, damit alle Videos in 1080p abgespielt werden können.

Zusätzlich kommt noch die Software. HTML5, Monetarisierung, Kommentare, Thumbnails – was man eben alles so braucht. Eine gute Software Lösung für ein eigenes YouTube ist ViMP. Hier kostet die Enterprise Ultimate Version (mit allen Extras und Modulen) gute 5.000 Euro. Was auch noch okay ist. Das ganze braucht aber auch die entsprechende Hardware. Ein einfacher Root Server bringt hier nichts, vor allem wenn man mehr als 27 TB an Videos hat.

Ist aber alles machbar, die Frage ist, wie Monetarisiert man das ganze. Gehen wir vom Ernstfall aus, YouTube schließt Let’s Plays aus. Man macht seine eigene Videoplattform auf, wie finanziert man das ganze? Google Adsense? Vermarkter? Wird schwer, jeden View zu vermarkten. Auch das war ein Thema im Interview mit Piet bei Gründerszene.

Ihr betreibt zwar auch einen Shop, aber dürftet dennoch primär über Anzeigen finanziert sein. Jetzt plant YouTube ein Abo-Modell. Wie stehst du dazu?

Bei dem Abo-Modell geht es darum, dafür zu bezahlen, keine Werbung angezeigt zu bekommen. Bisher ist aber noch überhaupt nicht klar, was sich dadurch finanziell für die Macher verändert. Laut YouTube ist die Werbeauslastung sowieso nicht besonders hoch. Sie haben viel zu viel Inventar. Das kann gar nicht alles gekauft werden. Wir beispielsweise haben eine Werbeauslastung von 35 Prozent. YouTube will jetzt die restlichen 65 Prozent durch so ein Modell noch dazu bekommen. Wie realistisch das ist, können wir nicht einschätzen. Aber wir haben gar keine andere Wahl, als das zu akzeptieren.

Werbeauslastung von 35 Prozent, dass ist nicht gerade viel. Und hinter der Vermarktung steht auch das YouTube Partnernetzwerk Allyance Network. Wie soll eine “kleine” Gruppe, ein solches Volumen vermarkten können? Wird schwer. Aber interessant wäre es trotzdem.

Im Interview werden einige weitere Fragen gestellt, schaut es euch einfach hier selber an.