Passive Umweltaktivististinnen?

Hallo zusammen,

der Oktober neigt sich dem Ende zu. An unserer Uhr wurde wieder gedreht und mein ganzer Biorhythmus ist noch aus dem Tritt. Wie fühlt ihr euch damit?

Heute will ich eine Frage mit euch diskutieren, die mich in den letzten Wochen viel beschäftigt hat. Bin ich oder sind wir, Nicole und ich, mit unserem Blog “nur” passive Umweltaktivistinnen?

Nicht an der veganen Front

Um es euch verständlich zu machen, was ich meine: Lasst uns einen aktiven Umwelt- und Tierschützer ansehen.

Paradebeispiele sind die Großen, wie Sea Sheperd, Peta und Greenpeace. Es können aber auch die Menschen sein, die ohne zu einer Organisation zu gehören, auf Tierschutzdemontrationen gehen, Vorträge über ihr plastikfreies Leben halten und online viel zum Tierschutz posten. Auch die unschönen Berichte.

Nichts davon trifft auf mich zu. Ich bin weder Mitglied in einer der genannten Organisationen. Noch habe ich die Möglichkeit, Tierschutzdemos zu besuchen. Meine dreijährige Tochter bindet mich in dieser Hinsicht. Und natürlich die omnivore Familie, die das niemals verstehen würde. Ich gehe nicht in die offline Öffentlichkeit mit meiner Lebensweise. Online mag ich die vielen Bilder von leidenden Tieren nicht sehen. Darum teile ich sie auch nicht. Ich will niemanden belehren.

Unter dem Radar

Vielmehr fliege ich unter dem Radar. Ich schreibe auf dem Blog über mein veganes, minimalistisches und weitestgehend müllfreies Leben. Aber ich erhebe nicht den Zeigefinger und schimpfe über die Omnivoren. Im echten Leben sieht es mir kaum jemand an, dass ich vegan lebe.

Meine Kunstlederjacke, die ich immer noch abgöttisch liebe, ist schon über 5 Jahre alt. Erst wenn sie ganz abgetragen ist, werde ich mich von ihr trennen. Ob ich mir danach wieder eine ähnliche Jacke holen werde? Eher nicht.

Ich ergreife auch nicht die Initiative im Gespräch und sage: “Ich bin vegan. Und wie lebst du so?”

Der Ort, in dem ich wohne, wird auch “Klein-Rom” genannt. Weil hier sehr viele gläubige Katholiken leben. Ein Großteil davon gehört zur Generation 60plus und ist sehr konservativ. Offen für Neues? Hier eher Fehlanzeige.

Es gab eine Zeit, in der ich offensiv damit umgegangen bin. Das war aber auch eine Phase, in der mein Familienleben alles andere als harmonisch war. Es macht keinen Spaß, wenn du nur noch als aggressive Veganerin abgestempelt wirst und alles andere nicht mehr gesehen wird.

Passive Umweltaktivististinnen?© Pixabay

Passiver Aktivismus

Passiver Aktivismus. Das finde ich treffend für die Form, die ich lebe. Diese Wortkonstruktion ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Kann ich wirklich passiv aktiv sein?

Für mich bedeutet es Folgendes: Ich lebe nach meinen Idealen vegan und Zero Waste. Ich versuche damit aber nicht, andere schlechter da stehen zu lassen, auf sie mit dem Finger zu zeigen und zu sagen: “Du lebst falsch.”

Ich will andere, die sich dafür interessieren, zeigen, dass unser Leben nicht schlechter wird, wenn wir rücksichtsvoller mit den Tieren und der Umwelt umgehen. Und mit meinen Schreib- und Social Media Fähigkeiten unterstütze ich diejenigen, die ihre veganen Produkte oder ihr veganes Unternehmen voran bringen wollen.

Daher agiere ich mehr im Hintergrund.

Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem ich auf einer Bühne stehe und über mein Zero Waste Leben spreche. Da ich schon Seminare und Vorträge mit 30 Personen plus gehalten habe (zu Statistik und Studienbasics, wen es interessiert), werde ich davor nicht weglaufen. Nur im Moment kann ich es mir nicht vorstellen.

Nun kennt ihr meine Gedanken dazu. Ob ihr mir meine Meinung zu meinem passiven Aktivismus teilt, weiß ich nicht. Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen. Im Worldwideweb wimmelt es von Influencern und von denjenigen, die es gerne sein wollen. Mich selbst stecke ich in keine dieser Schubladen. Trotzdem setze ich mich jeden Tag aufs Neue dafür ein, diese Welt etwas weniger zu verhunzen, als ich es noch vor zwei Jahren getan habe.

Seid ihr eher die stillen Veganer oder trommelt ihr für eure Mission ganz laut? Das interessiert mich.

Kommt gut in die Woche.

Farah

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