Padre Padrone – mein Vater, mein Herr

Beim Fellmonsterchen und ihrem Buchprojekt 52 Bücher dreht sich in dieser Woche alles um das Patriarchat, denn sie sucht Bücher zum Thema:

Wenn der Vater mit dem Sohne …”

Deshalb möchte ich euch heute das Buch Padre Padrone von Gavino Ledda vorstellen.

Inhalt

Gavino, Jahrgang 1938 wächst in einem Dorf im Nordwesten der Insel Sardinien auf. Seine Eltern sind arme Bauern und Hirten, seine Verwandten und Nachbarn ebenso. Denn es gibt in dieser kargen und rauen Landschaft kaum einen anderen Broterwerb.
Mit 6 Jahren wird er von seinem gewalttätigen Vater aus der Schule gezerrt. Mit der Begründung “Ich bin dein Herr, du bist mein Eigentum!” verfügt er, dass der kleine Junge nun alt genug sei, um alleine in den Bergen die Schafe zu hüten. So verbringt der intelligente und wissbegierige Bub seine Kindheit auf irgendeinem gottverlassenen sardischen Hügel und passt auf die Tiere auf.
Mit 16 Jahren meldet er sich freiwillig in die Armee und geht auf das italienische Festland. Weil Sardisch mehr als nur ein Dialekt ist, muss er erst mal Italienisch lernen und holt im Schnellverfahren seine fehlenden Grundschuljahre nach. Danach lässt er sich bei der Armee als Radiotechniker ausbilden und schafft es tatsächlich, einen Hochschulabschluss abzulegen, um später Philologie zu studieren.
Immer wieder kehrt er in sein Heimatdorf zurück. Aber sein Vater tut die schulischen Erfolge seines Sohnes als Faulheit und Drückebergerei ab. Das Verhältnis zwischen den beiden eskaliert immer mehr, bis der Vater sein so ungehorsames Kind zum Krüppel schlagen will.
Aber Gavino erhebt nicht die Hand gegen seinen Vater, sondern schleudert ihm ins Gesicht:

„Du bist der Herr von gar nichts, und der Vater kann mir gestohlen bleiben.“

Über den Autor

Gavino Ledda wuchs in dem sardischen Dorf Siligo bei Sassari auf. Dieses Buch ist autobiografisch und beschreibt sein Leben zwischen 1944 – 1962. Es verkaufte sich in Italien mehr als 1,5 Millionen Mal und wurde in 40 Sprachen übersetzt. Gavino Ledda lebt heute wieder in seinem Heimatdorf als freier Schriftsteller und Bauer.

Meine Meinung

Es ist schon etwas länger her, dass ich das Buch gelesen habe.
Aber wenn ich mich an die Gefühle, die mir dieses Buch vermittelt hat besinne, denke ich einerseits an Grausamkeit und Gewalt, andererseits an einen scharfen Verstand und einen starken Wille, sowie eine tiefe Liebe zum Leben, zur Landschaft und zur Heimat, die Ledda unglaublich lyrisch vermittelt.
Dieses Buch macht einen sehr betroffen, besonders wenn man bedenkt, dass diese Geschehnisse gerade mal vor circa 50 Jahren mitten in Europa stattgefunden haben.

Das Buch wurde im Übrigen auch sehr gekonnt und sehr gelobt verfilmt. Ich konnte den Film aber kaum ertragen.

Bibliographisches

  • Titel: Padre Padrone
  • Autor: Gavino Ledda
  • Originaltitel: Padre padrone. L’educazione di un pastore
  • Übersetzer: Heinz Ried
  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch aus dem Italienischen
  • ISBN-10: 3423131217

Text: Padre Padrone ©Sabienes


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