Oster-Tanz-Tage 2018 Hannover: Auftakt mit jugendlicher Frische, Bayerisches Junior Ballett München

Am Dienstag (27.3.) haben sie wieder begonnen: die Ostertanztage in Hannover, über die ich hier bereits einen Vorbericht geschrieben habe.

Einen eindrucksvollen Auftakt bot das Bayerische Junior-Ballett des Staatsballetts München. Mit ihren vier Stücken zeigten die 16 Tänzerinnen und Tänzer eine bewundernswerte Vielfalt mit jugendlicher Frische und großer Präzision, oft humorvoll, dann wieder ernst oder voll stiller Harmonie. Besonders beeindruckt hat mich beim Gastspiel in Hannover, wie stark der "Einklang" zwischen Musik und Tanz den jungen Menschen gelang.

Oster-Tanz-Tage 2018 Hannover: Auftakt mit jugendlicher Frische, Bayerisches Junior Ballett München

 Es begann mit Bilder einer Ausstellung nach der Musik von Modest Mussorgsky. Der "künstlerische Kniff" bestand darin, dass die Musik - die es heute in den verschiedensten Fassungen gibt - bei jedem Bild in einem anderen Stil gespielt wurde und entsprechend das junge Ensemble seine ganze Stilvielfalt auffächern konnte. Die drei Choreografen Ivan Liška, Norbert Graf und Aymen Harper ließen sich jeweils von verschiedenen Künstlern des 20. Jahrhunderts inspirieren, darunter Roy Lichtenstein, Joseph Beuys und Yves Klein. 

Das zweite Stück Jardi Tancat fand ich ausgesprochen bezaubernd mit den eher schlichten Kostümen und der melancholischen, tiefgründigen Musik. "Jardi Tancat" bedeutet in katalanischer Sprache "geschlossener Garten" und gründet sich auf katalanische Volkserzählungen, gesammelt und gesungen von Maria del Mar Bonet. Drei ländliche Paare trauern über ihr vergangenes Leben. Choreografie und Kostüme Nacho Duato, Uraufführung bereits 1983.

Oster-Tanz-Tage 2018 Hannover: Auftakt mit jugendlicher Frische, Bayerisches Junior Ballett München

 Nach der Pause wurde es wieder humorvoll (im Sinne von tiefer verwurzeltem Humor, nicht Witz oder Klamauk). Die Geschichte Der Zar will schlafen bedurfte allerdings der Erläuterung, die Ivan Liška (der Leiter des Bayerischen Junior Balletts vor dem Vorhang gegeben hat. Es beginnt mit Pferdegetrappel und der Zar kommt herangeritten. Aber er wird müde und will schlafen, alle gähnen dienstfertig mit, endlich schnarcht er. Die Untergebenen fühlen sich freier und lärmen mehr als gewohnt, der Zar wird gestört und wacht auf - und sucht den Schuldigen. Aber seine Leute halten zusammen und präsentieren einen Schuldigen, den es gar nicht gibt. Ein schönes Bild für das, was Ivan Liška im Publikumsgespräch von seiner Truppe vermittelt: "jeder einzeln, und doch alle gemeinsam". Der Zar wird aber auch mit Whisky benebelt und sogar verheiratet ...

Abgeschlossen wird der Abend mit 3 Préludes nach Musik von George Gershwin. Choreografie Richard Siegal. Siegal übersetzt jede von Gershwin erdachte Note in Bewegung. "Seit jeher fasziniert von Synkopisierung und afrokaribischen Rhythmen zerlegt Siegal gängige Ballett- und Bewegungsphrasen und konstruiert neue Bewegungscluster" (Programmhefttext). Sehr faszinierend.

Weitere Einzelheiten können hier nachgelesen werden. Mit Video!

Text: Dr. Helge Mücke, Hannover; Bilder: © Charles Tandy

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