Orangerie Darmstadt

Unterwegs in den Ort wo die Orangen blühen. Besuch der Orangerie Darmstadt. Ein Ausflug in die Welt des Barocks, mitten in der Stadt.

Heute zieht es mich an einen Ort wo die Orangen blühen und zwar mitten in der Stadt, was es nicht alles gibt.

Meist befinden sich Orangerie-Gebäude in direkter Nähe zu einem Schloss, hier ist das etwas anders. Mittlerweile liegt mein Ziel mitten in der Stadt und bis zum Stadtschloss ist es schon ein Stück, aber der Reihe nach.

Machen wir uns erst einmal auf den Weg.

Was ist eine Orangerie?

Ab nach Bessungen, seit 1888 ein Stadtteil von Darmstadt.

Mit dem Auto geht es durch den dichten Verkehr der Stadt und möglicherweise entsteht in Deinem Kopf die Frage „Was ist eine Orangerie?".

Grundsätzlich handelt es sich um einen Allgemeinbegriff für Zitruspflanzen. Manchmal nennt man sie auch Limonaia.

Im Lauf des 17. Und 18. Jahrhunderts war es an zahlreichen Höfen „In" exotische Pflanzen zu sammeln. Besonders in den Zeiten des Barocks, waren höfische Gartenanlagen sehr beliebt und die empfindlichen Zitruspflanzen mussten in der kalten Jahreszeit vor der Witterung geschützt werden.

Es gab also ein passendes Gebäude, in welches die Pflanzen im Winter verbracht wurden - ein Wintergarten würde man heute sagen. Im Laufe der Zeit übertrug sich der Name der Orangenpflanzen auf die Winterherberge - die Orangerie.

Zuvor wurde die ganze Anlage als Orangerie bezeichnet.

Die Orangerie in Darmstadt.

Ich lenke meinen PKW durch die schmale Toreinfahrt und steuere den kostenpflichtigen Parkplatz auf dem Orangerie Gelände an.

Ankunft.

Direkt vor mir steht das, vom Architekten Louis Remy de la Fosse entworfene Schlösschen. Erbaut wurde es in der Zeit zwischen 1719 und 1721.

Ich gehe am Gebäude vorbei und es eröffnet sich mir der Blick auf die Allee zum Tor und auf der anderen Seite die Symmetrie des Barock.

Ein herrlicher Ort mitten in der hektischen Betriebsamkeit der Großstadt.

Nun erschließt sich mir auch die Größe des elfachsigen Gebäudes. In seinem Inneren befindet sich ein zweigeschossiger Saal. Wo früher die empfindlichen Pflanzen der Kälte des Winters trotzten, finden heute zahlreiche Veranstaltungen statt.

Und die Pflanzen? Haben ein modernes Winterquartier in der Nähe gefunden.

Glücklicherweise herrschen jetzt wärmere Temperaturen und der Winter ist noch weit. So recken die Zitrusbäume und Palmen ihre Blätter in die strahlende Sonne.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es 1774 herunterbrannte und nach langer Arbeit, unter Aufsicht des Architekten Johann Martin Schuhknecht, 1782 wiedereröffnet werden konnte.

Der Orangerie Garten.

Angelegt wurde der barocke Garten nach Plänen des kurpfälzischen Hofgärtners J.K. Ehret aus Heidelberg auf Anweisung des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1667 bis 1739).

Die schöne Anlage besteht aus einem Ensemble aus drei gestuften Gartenparterres, umrandeten Alleen und breiten Achsen zum Lustwandeln. Schöne Fontänen recken ihren Wasserstrahl in den blauen Himmel. (Nicht immer, aber heute schon).

Ich muss sagen, ich bin gerne hier.

Die Blumen verbreiten eine fröhliche Grundstimmung, alles wirkt auf mich fröhlich und fern des Alltags unserer heutigen Zeit.

Freilich diente der Garten in seinen ersten Jahren nicht der breiten Masse der Befvölkerung - erst seit dem Jahr 1802 wurde der Zugang zum Park gewährt.

Und heute.

Dient der kleine Garten erholungssuchenden als Quell der Ruhe, allerlei fliegenden Insekten als Nahrungsquelle und, dank des vorhandenen Restaurant, den hungrigen als Ort der Kulinarik.

Einmal im Jahr wird hier auch eine Kirchweih abgehalten und somit ist die Orangerie Darmstadt ein Ort der Bevölkerung geblieben.

Mir gefällt es hier, ich mag die Ruhe und das Abseits sein vom Alltag. Es ist schön, dass sich solch ein Ort bewahrt hat.

Und wenn Du in der Nähe bist, schau sie mit eigenen Augen an, es lohnt sich.

Ich begebe mich jetzt wieder auf die Suche nach einer neuen Entdeckung.

Bis dahin, bleib interessiert

Björn

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