Ong Bak lässt grüßen – Muay Thai Abend in Phuket

Der Fuß trifft den kleinen Jungen hart am Kopf und er bricht ohnmächtig zusammen. Applaus!

Ich bin beim Muay Thai, dem traditionsreichen Volkssport der Thailänder. Ich sehe den ersten Kampf von insgesamt zehn.
Es beginnt mit den kleinen Nachwuchsboxern über Frauen bis zu den Männern, immer vom Leichtgewicht zum Schwergewicht. Für mich ist es das erste Mal, dass ich einem Boxabend beiwohne – mal abgesehen von einem Showcatchen in Hannover.

Es ist brutal, wie die Kontrahenten miteinander umgehen. Doch am Ende gibt es meist noch einen freundliche Handschlag oder eine Umarmung. Ganz im Sinne der Sportlichkeit.
Vor jedem Kampf zelebrieren die Kämpfer einige Tanz- und Verneigungsrituale und ein Schiedsrichter achtet darauf, dass es ein „schöner“ Fight bleibt. Er wischt vor jeder Runde mit einem Handtuch über Handschuhe, Gesicht und Oberkörper. Ich könnte mir vorstellen, dass das in früheren Zeiten, als noch ohne Handschuhe und mit Glassplittern überzogenen Harzbandagen gekämpft wurde, dazu diente, das Blut abzuwischen, damit es nicht zu rutschig wurde im Ring und die Männer den Gegner noch einigermaßen ausmachen konnten. Aber das ist nur Spekulation.

Ich werde wohl kein großer Thaiboxen-Fan werden, dennoch kann ich nicht abstreiten, dass mich der heutige Abend gefesselt hat. In der Halle mit einem wilden Geschrei und der nervenzerfetzenden traditionellen Musik im Hintergrund bleibt nichts anderes als die beiden Menschen im Mittelpunkt, im Kampf. Meine Augen können sich nicht von ihnen abwenden, wie sie wie tanzend im Ring umherschreiten, jeden Moment bereit, einen Tritt oder Schlag auszuführen oder abzublocken. Zur Unendlichkeit gezogene Moment des Lauerns. Meine Hände verkrampfen sich einige Male und ich muss mich darauf konzentrieren, weiter zu atmen.

Der letzte Kampf ist nicht ohne Grund der Hauptkampf. Drei Runden extrem schneller Tritte und Boxschläge und lange Perioden von harten Knietritten in den Bauchraum. Die erste Runde geht klar an den muskulöseren der beiden. Ein Wunder, dass der andere Sportler in der blauen Hose überhaupt noch steht. Doch schon in der zweiten Runde wendet sich das Blatt und überraschenderweise – nach der einseitig ausgefallenen ersten Runde – wird die rote Hose in der dritten Runde in die Ohnmacht geprügelt.

Die zweite Hauptattraktion ist eine Weisse (eine Schwedin), die unter dem Jubel der vielen Farangs (wohl fast alles Schweden) die einen Kopf kleinere Kontrahentin mit gekonnten Ellenbogenschlägen auf den Kopf nach Punkten besieht. Was wäre es wohl für eine miese Stimmung in der Halle gewesen, wenn die einzige Kaukasierin auch noch verloren hätte…?!

Ob Muay Thai Wettkämpfe wie die meisten anderen Wettkämpfe in Kampfsportarten einem guten Zweck dienen, sei einmal dahingestellt. Am Ende geht es darum, einen Gegner körperlich zum Unterlegenen zu zwingen. Unter dem Geschrei und der Sensationslust der Zuschauer. Ähnlich wie Hahnenkämpfe – Wetten inklusive…


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