Nomen non est omen

Heute: "Management"
Projekt-Management, Content-Management, Sozial-Management, Qualitäts-Management, Zeit-Management, Finanz-Management, Personal-Management, Konflikt-Management, Team-Management usw. usf. Viele Bereiche im öffentlichen oder privaten Leben bekommen heute den Zusatz "management" (an der Hand führen). Ursprünglich ein Begriff aus der Welt der Wirtschaft, der vor allem Führungspersonen (Manager) in Großunternehmen meinte, ist er heute ein Synonym für alle möglichen Tätigkeiten und Prozesse die geleitet, geführt und kontrolliert werden sollen. Das dieser Begriff längst die Ebene der Wirtschaft verlassen hat, ist ein Zeichen für die Ökonomisierung vieler Lebensbereiche.

Die Begriffsinflation von "management" zeigt zudem ein großes Paradoxon von Gesellschaft und Ökonomie auf. Auf der einen Seite werden der freie Markt mit Wettbewerb, Eigeninitiative und individueller Lebensgestaltung beschworen; auf der anderen Seite wird jeder noch so kleine Prozess, jede noch so kleine Tätigkeit einem Management unterworfen. Sie sollen geprüft, kontrolliert, geführt, geleitet und evaluiert werden. Liberale und Unternehmensberater würden den Widerspruch wahrscheinlich so aufzulösen versuchen:
"Management bedeutet frei an der Hand führen, zur Freiheit erziehen."
Ganz so, als wäre alles was nicht einem Management unterliegen würde, chaotisch, unfrei und unorganisiert. Der Management-Wahn ist aus einem wild um sich greifenden Kontrollzwang geboren. Er ist nicht die Erziehung zur Freiheit, sondern ein Indiz für die Angst vor der Freiheit. Die Angst, etwas nicht kontrollieren und leiten zu können. Die Angst, Prozesse und Tätigkeiten der eigenen in ihr wohnenden Dynamik zu überlassen. Stattdessen wird versucht, diese Dynamiken zu steuern und in die Richtung zu lenken, die gewünscht wird.
Das Management vieler Bereiche des Lebens zeigt zudem den Trend auf, Effizienz und Effektivität der kreativen Idee vorzuziehen. Häufig sind Management-Vorgänge davon geprägt, Zeit zu gewinnen und möglichst viel Effizienz zu erreichen - was an sich ja nichts Schlechtes sein muss. Problematisch ist nur, dass ein Effizienz-Denken im Sinne eines Selbst-Managements den Zweckrationalismus in Lebensbereiche vordringen lässt, wo Normen und Werte besser aufgehoben wären.
Dies ist ein Gastbeitrag von Markus Vollack aka Epikur.

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