Nomen est omen

Auch sie kam regelmäßig zum Hundeplatz. Doch in den letzten Wochen trug sie ihren schwangeren Bauch vor sich her. Der ward – es schien, als könne man zugucken – größer und größer. Und vorige Woche geriet sie überfällig, weshalb sie auf dem Platz stets mit den Worten “isses immer noch nicht soweit?” begrüßt wurde.

Regelmäßig gab es auch jemanden, der mit “…uuund – was wird’s denn?” nachhakte. (Was wiederum für mich, an ihrer Stelle, einfach nur um der Eintönigkeit, der stets zu gebenden Antwort zu entfliehen, Grund genug wäre einige Schmonzetten zu liefern, wie: “Ich hoffe, es wird ein Mensch”)

Sie blieb stets geduldig.

“’s wird ein Junge.”

Worauf ihr der Automator die nächsten Fragen lieferte:

“Habter denn schon ä Nahm?” – “Isses denn dein erstes?”

Letzteres mit “ja” beantwortet und schon sieht man frau sich von zahlreichen unnützen Ratschlägen umzingelt. Auf dieses solle man achten, auf jenes und unbedingt … nicht … oder lieber … – Herr Rat und Frau Schlag aus Tschland bleiben in trauter Zweisamkeit zäh lebend.

Jedenfalls ist es nun soweit. Statt Frauchen erschien gestern Herrchen auf dem Hundeplatz, dessen Zugehörigkeit die Gesellschaft anhand eines Hundes namens Bela erkannte.

Der Neu-Vater gab bereitwillig Auskunft: Geworden ist es ein Knabe, der unmittelbar nach der Entbindung stolze 4.200 Gramm wog, weshalb bei Geburt ein Kaiserschnitt vonnöten. Er selbst konnte leider nicht dabei sein, obwohl er es gern so gehabt hätte. Aber er musste sich um den Hund kümmern.

Und: Der Junge heißt nun Bense.

“Bense?”

Habe ich mich auch nicht verhört? Bense – Wie Max Bense? Wie einer, der “in der Welt die Welt gegen sich gewähren zu ließ”? Wie der hochgeschätzte Rhetoriker aus Stuttgart, die “facettenreiche Persönlichkeit”, der Hochschullehrer und vieles mehr?

Nun bin ich es, der nachhakt:

“Er soll wohl später einmal ein Querdenker werden?”

“Wieso? – Achso? – Ach-Nee. Der Name kommt irgendwie [sic!] aus dem Ungarischen, wird dortzulande aber mit “c” geschrieben. Wir haben den nur eingedeutscht. Aber was es zu bedeuten hat, wissen wir nicht. Hauptsache er fängt mit “B” an.”

Nun entgleitet mir ein Joke …

“Aja – Wie Baul und Baula. Oder Babst?!”

.. und ich werde daraufhin prompt vom Vater belehrt:

“Paul schreibt man doch mit Peeh und nicht mit Beeh!”


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