Night will come

Night will come im Weltmuseum in Wien

“Night will come” im Weltmuseum in Wien – © Furey/Matsune

Die Vorhalle des Weltmuseums in Wien bietet mit seiner historistischen Architektur allerhand Sehenswertes. Mittendrin eine Tanzperformance abzuhalten funktioniert nur, wenn sie auch spannend genug ist, um die Umgebung vergessen zu machen. Clara Furey, die franco-kanadische Musikerin und Tänzerin und Michikazu Matsune, der aus Japan stammende und in Wien lebende Tänzer schafften dieses Kunststück. In ihrem 1stündigen Auftritt fokussierten sie die Aufmerksamkeit des Publikums auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Ihr krudes Gemisch aus Tanz, Gesang, Klavierspiel und einem wunderbaren Bühnenlayer, den Matsune gemeinsam mit Johannes Weckl gestaltet hatte, ging tatsächlich auf.

Warum aber, darüber könnte man trefflich diskutieren. Waren es die eindrucksvollen Bilder, wie die Verstärkung der Stimme Matsunes, dem Furey einen langen, knorrigen Ast vor den Mund hielt, an dem ein Mikrofon befestigt war? Die von ihm erzeugte Ähnlichkeit von australischen Digeridoo-Klängen, denen jedoch ganz banale Worte wie „fuck“ unterlegt waren, lockerten gleich zu Beginn die Lachmuskeln. Waren es die immer wieder zum Einsatz gekommenen Masken, die einen breiten Querschnitt zwischen Kunstwerken mit Rückgriff auf die dadaistischen und konstruktivistischen Anfangsjahre des vorigen Jahrhunderts boten? Genauso aber auch an Filmrequisiten aus Sience-fiction-Filmen erinnerten? War es ein kurz angedeutetes Liebesspiel, bei dem die Szene des Entkleidens weitaus weniger Zeit in Anspruch nahm als jene des wieder Bekleidens? War es die eindringliche Tötungsszene, in der die junge Frau den Mann an ihrer Seite erbarmungslos erwürgte? Waren es die Besteigungen der verschiedenen Sockel, die Clara Furey als anbetungswürdige Diva, beinahe unerreichbar und skulptural erscheinen ließen? Waren es ihre selbst am Klavier begleitenden Lieder, die Matsune mitunter mit einfachen Rasseln percussionsmäßig begleitete? Oder das letzte, eindringliche Bild, in welchem sich der junge Tänzer von innen heraus selbst in Rauch auflöste? Es war wohl dieses seltsame Gemisch aus getanzter Poesie, absurdem Theater und kurzen, einprägsam erzählten Geschichten, die aus all diesen Einzelteilen ein in sich stringentes Kunstwerk ergaben.

Zu viele Fragen sind kontraproduktiv. Zu sehr ist das Geschehen auf direktes Erleben und Fühlen ausgelegt. Zu sehr sind individuelle Deutungsmöglichkeiten vorhanden, ja wahrscheinlich erwünscht. Auf alle Fälle passte die Arbeit perfekt in die East-West-Meetings, die man anlässlich des Impulstanz-Festivals im Weltmuseum verfolgen konnte. Nicht, wie vorangekündigt, stand die hereinbrechende Nacht als Naturphänomen im Zentrum des Geschehens – zu sehr waren dafür Scheinwerfer eingesetzt worden. Im übertragenen Sinne war der Titel der Performance „Night will come“ jedoch passend, wenn man Nächte als Traumbringer definiert, die uns Bilder evozieren, wie sie uns Furey und Matsune zeigten.


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