Nichts macht so erfolgreich wie nichts

Das war er also, der G20-Gipfel. Es ist etliches gesagt worden von den politischen Führern der größten Wirtschaftsnationen von heute und morgen, aber keiner hat es so schön auf den Punkt gebracht:

"Unsere Positionen sind alle vertreten", sagte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega.

stern.de

Damit meint er natürlich nicht die Positionen der 20 Teilnehmer, sondern die Brasiliens- aber alle miteinander können mit dieser Aussage nach Hause fahren. Die Abschlußerklärung ist in all ihrer Banalität zumindest insofern ein Meisterwerk, als dass sie die teilweise diametral entgegengesetzen Strategien der Teilnehmer zu einem gemeinsamen Kurs zusammenpuzzelt- es gibt Bauernregeln, die politisch aussagekräftiger sind.

Die Presse verteilt in ihrer Langeweile ziemlich beliebig Siege und Niederlagen, wo keine sind; faktisch hat keine der Nationen auch nur so etwas wie eine Inspiration, geschweige denn eine Handlungsanweisung mit nach Hause genommen. Die Sparziele- ohne Zeitvorgabe, ohne Verpflichtung- übersteigen Angela Merkels Erwartungen: Mit dem entsprechenden Geisteszustand kein Problem. Aber bereits im letzten Jahr hat Obama angekündigt, das eigene Defizit im vierten Jahr seiner Präsidentschaft um die Hälfte zu reduzieren, also genau das zu tun, was in der Abschlußerklärung steht- nach drei Jahren, in denen er grob überschlagen 2 Billionen US-Dollar verbrennt, die er garnicht hat- 2 Billionen pro Jahr, wohlgemerkt.

Wenn es eine Niederlage gibt, dann besteht sie darin, dass die Kollegen die Pumpen - wie längst vor dem Gipfel beschlossen- ein kleines Stückchen zudrehen, anstatt mit ihm gemeinsam Rekorde zu brechen. Zwischen heute und 2013 liegen allerdings eine Menge nationaler Wahlen und viele geschäftige Tage an den Aktienmärkten des Planeten. Der Witz ist außerdem, dass zum Beispiel die Bundesrepublik weit mehr darauf angewiesen ist als die die USA, dass überall (außer vielleicht in Deutschland) die Verhältnisse gesprengt werden, irgendwoher muss ja schließlich das Geld kommen, um unsere Produkte zu kaufen. Sollten es die G20-Staaten tatsächlich schaffen, bis 2013 gut 3 Billionen Dollar weniger Staatsausgaben zu produzieren, haben wir ein interessantes neues Problem.

Zeitgleich hat man in Fragen der Regulierung der Weltfinanzmärkte nicht mal eine wärmende Allzweckformulierung gefunden. Das ist bezüglich der hierzulande angestrebten Beteiligung der entsprechenden Akteure an den Kosten der Krise nicht so erstaunlich, weil einige Teilnehmer ihre Banken so gut an der Leine hatten, dass es keine zu reparierenden Schäden gibt. Auch eine Transaktionssteuer wird nicht bewirken, dass der Irrsinn ein Ende hat, so sinnvoll sie auch in einem Land sein mag, dass die Kosten der Krise jetzt stattdessen auf seine Arbeitslosen abwälzt. Immerhin haben entsprechend verwirrte Regierungen jetzt eine Ausrede, warum sie genau diese gefährliche Strategie weiter verfolgen.

Die entsprechende Diskussion hat man - einmal mehr - verschoben, auf November. Das ist eine faszinierend entspannte Haltung nach Monaten, in denen ganze Staaten, in denen die europäische Gemeinschaftswährung selbst zwischenzeitig auf der Klippe standen. So ist die nächste Finanzkrise das eigentliche Ergebnis von Toronto- einstimmig beschlossen, wenn es auch in der Abschlusserklärung so nicht nachzulesen ist.

Und natürlich sowas:

"Ich glaube, dass wir erstens sehr gute Formulierungen haben, was die Bankenabgabe anbelangt", sagte Merkel. "Hier werden nicht alle folgen, aber insgesamt ist das ein wichtiger Punkt."

zum Beispiel auf tagesschau.de

... erwähnte ich, dass diese Veranstaltung 900 Millionen Dollar kostet?

Ja, Sie haben recht, lassen wir das:

Wetter.

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