Netzkiller – Rezension

Als Liebhaberin von Kriminalgeschichten habe ich mich sehr gefreut, für blogg dein buch und den gemeiner-Verlag folgendes Buch lesen und rezensieren zu dürfen: 


Netzkiller Cover 180x300 Netzkiller   RezensionNetzkiller
Von Oliver Wolf
ISBN: 978-3-8392-1239-4
326 Seiten, Taschebuch 

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Klappentext:
Ein topaktueller Krimi, der brisante Themen anspricht: illegale Downloads, Datenmissbrauch im Internet und die Gefahr, durch soziale Netze.


Rezension:
Google Street View –  obwohl doch kein Gesicht der dort abgebildeten Personen zu erkennen sein soll, schleichen sich immer wieder Fehler ein, die sich der “Gamemaster” zu Nutze macht. Verschiedene Menschen werden zu seinen Spielpartnern, als sie versuchen, sich auf einer Plattform kostenlos und illegal Spiele und Programme zu downloaden. Sobald man sich dorthin begibt, erhält derjenige nämlich die Aufforderung, seine Mailadresse anzugeben. Wie so oft, verteilen die Menschen diese nur zu gerne für – eventuelle – interessante Neuigkeiten. Allerdings bekamen die Beteiligten mit der ersten erhaltenen Mail einen Virus aufgespielt, der dem Versender der Mail sämtliche Eingaben am PC des Opfers übermittelt. Vom Gamemaster erhalten sie nun so lange Mails mit dem Inhalt: “Nicht löschen!” und einem Link, bis sie diesen endlich anklicken. Doch damit sind sie beim Gamemaster im Spiel. In seinem tödlichen Spiel!

Scheinbar völlig unzusammenhängend werden Menschen ermordet und für die perversen Spiele eines unbekannten Mannes benutzt. Es erwischt den Jugendlichen bei einer Saufparty genauso, wie eine Dame beim Einkaufen. Und jeder kann der Nächste sein!

Doch die Polizei ist ziemlich clever, zum Glück nicht ganz technisch unbegabt und wird dem Gamemaster – wenn auch mit Hilfe von Herrn Zufall – habhaft. Allerdings ist das Spiel damit noch lange nicht beendet…

Nicht mehr lange, und sein Werk würde vollendet sein. Dann wird er als Held gefeiert. Alle gehen davon aus, er hätte sich nur an pickeligen Computerfreaks rächen wollen. Weit gefehlt. Das ist lediglich ein Teil seines Werkes.

Er wird der Menschheit zeigen, wie sie sich mit ihrem Exhibitionismus für die ganze Welt prostituiert.

Ein Krimi, der mich zu Anfang nur sehr schwer begeistern konnte, da zwischen den Akteuren sehr oft gesprungen wurde. Nach und nach entwirrt sich jedoch das Knäuel  um die beteiligten Personen und ich verlor mich immer mehr in dem undurchsichtigen Netz des Gamemasters.

Oliver Wolf hat es in seinem Debütwerk geschafft, die Nachteile der heutigen Internetnutzung und die Naivität der Menschen dem Leser ungeschönt vor die Nase zu halten. Alle aufgezeigten Dinge waren für mich nachvollziehbar und gerade deshalb so erschreckend. Gehen wir wirklich so leichtfertig mit unseren Daten um, die wir an anderen Stellen so sehr geschützt wissen wollen? Ist es wirklich möglich, so tief in die Privatsphäre eines Menschen einzudringen? Ja. Durchaus möglich.

Wenn dann Menschen, wie der beschriebene Gamemaster, die technischen Möglichkeiten erhalten, ist auch solch ein mörderisches Spiel durchaus wahrscheinlich.

Begeistert hat mich nicht nur die gut in sich verstrickte Story, sondern auch die Art, wie einige Akteure und deren Handeln in der Geschichte beschrieben werden:

Ralf und Armin dagegen sicherten schwer konzentriert Beweismittel. Wobei es bei Ralf eher wirkte, als würde er versuchen, mögliche Beweisstücke ungelenk in den Boden zu stampfen. Während er innerhalb der Absperrung herumtorkelte, sah er aus wie eine bekiffte Gottesanbeterin in einem Boxring.

So kann es zum Beispiel aussehen, wenn 3 junge Männer ziemlich betrunken beschließen, schlauer als die örtliche Polizei zu sein und sich lieber selbst den Tatort mitten in der Nacht noch einmal anzuschauen.

Spannend und in sich schlüssig geschrieben schafft es die Story, den Leser bis zum Schluß zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. Viele Aspekte regen zum Nachdenken an und machen klar, daß die Menschheit mit seinen Daten viel zu leichtfertig umgeht. In dieser Hinsicht hat der Netzkiller gewonnen… 


Da dieser Kriminalroman mir einige spannende Stunden bereitet hat gibt es dafür:

Netzkiller – Rezension