Nachtragsmeldung zu Wohnungsbrand mit 3 Toten

vom 01.06.2012, 08:38 Uhr Northeim (ots) – Bad Gandersheim, Flugplatzweg, 01.06.2012, gg. 00.55 Uhr (mn) Nach den heute durchgeführten Ermittlungen und Zeugenbefragungen der Brandursachenermittler des zuständigen Fachkommissariats der Polizeiinspektion Northeim/Osterode ist bei dem tragischen Wohnungsbrand, bei dem eine Mutter mit ihren beiden Kleinkindern verstarben, von einem technischen Defekt eines Elektrogrätes oder einem fahrlässigen Selbstverschulden auszugehen. Eine vorsätzliche Brandstiftung ist nach diesen Erkenntnissen auszuschließen. Nach Zeugenaussagen wurde die Mutter noch nach dem Brandausbruch im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses unmittelbar vor ihrer Wohnungstür gesehen, wo sie um Hilfe rief. Mehrere Nachbarn informierten umgehend unabhängig voneinander Feuerwehr und Polizei über Notruf. Die Mutter lief zurück in die brennende Wohnung um ihre Kinder zu retten. Bei diesem Versuch kamen sie und ihre Kinder ums Leben. Alle drei Personen verstarben an einer Rauchgasvergiftung. Dies wurde durch die durchgeführten Obduktionen festgestellt. Dem Vater der Kinder und Lebensgefährten der Mutter, der noch vor Eintreffen der Rettungskräfte am Brandort eingetroffen war, gelang es auch nicht mehr, in die brennende Wohnung einzudringen. Er erlitt ebenfalls eine leichte Rauchgasvergiftung und einen Schock. Der 44-jährige Mann wurde im Krankenhaus Bad Gandersheim ambulant behandelt und psychologisch betreut. Mehrere Rauchmelder, die in dem Mehrfamilienhaus eingebaut sind, lösten einen akustischen Alarm aus, so dass auch Bewohner aus Nachbarhäusern auf den Brand aufmerksam wurden und die Rettungskräfte alarmierten. Am Nachmittag konnten teilweise die übrigen Bewohner des Hauses in ihre Wohnungen zurückkehren. Es entstand ein Sachschaden von ca. 80000 bis 100000 Euro.