Nächste Woche ist mal wieder Weltuntergang!

Ich war noch nie ein Freund von Eltern, die einem Jungen einen Mädchennamen verpassten, doch beim US-amerikanischen Politiker und Prediger Marion Gordon „Pat“ Robertson ist garantiert noch so einiges anderes im Leben schief gelaufen.
Robertson ist nicht irgendwer, sondern einer der einflußreichsten Vertreter der Christenheit in den USA.
Wäre er nur ein gewöhnlicher Schwachsinniger, würde ich hier keine Zeile über ihn verlieren.
Jedenfalls hat Robertson 'mal wieder ein Buch veröffentlicht. Das ist ansich nichts Neues.
Neu daran ist nur, dass Robertson darin behauptet, dass die von Robertson vergöttlichte hebräische Legende ausgerechnet Mr. Robertson erschienen ist, um ihm mitzuteilen, dass wieder einmal die Welt untergehen wird. Und zwar soll laut Robertson bereits kommende Woche ein Komet die Erde zerstören.
Weshalb Robertson zum bevorstehenden christlichen Freudenfest noch ein Buch veröffentlicht, wird von dessen leichtgläubigen Fanatikerscharen gar nicht erst hinterfragt: Zu groß ist deren Vorfreude auf das langersehnte "Jüngste Gericht".
Nächste Woche ist mal wieder Weltuntergang! "Das jüngste Gericht", Michelangelo, 1536–41
Das "Jüngste Gericht" ist die Vollendung aller christlichen Frohbotschaften (Evangelien). Sie besagt, dass der Gott der Liebe die Welt zerstört, um ewiges Leben zu spenden. Doch bevor die himmlische Allmacht die Erde gänzlich zerstört, wird sie sämtliche tote Menschen der Weltgeschichte erwecken. Das bedeutet, dass zum Wochenende damit gerechnet werden muss, dass plötzlich die tote Schwiegermutter zum Kaffee erscheint, Adolf Hitler beim Falschparken vor dem Reichstag gesichtet werden kann oder Petrus für ein paar Stunden sein Amt als Vizegott weiterführen wird.
Doch belassen wir es bei dieser kleinen Schilderung des alle Zeiten abschließenden Festaktes christlicher Lebensbejaung und Naturverbundenheit.
Wer mir allerdings erzählen will, dass ich alle Religionen gleichsam zu achten habe, dem sei hier ins Stammbuch geschrieben, dass ich meinen Respekt nur nach meinen Maßstäben gewähre.
Und dabei ist es mir auch herzlich egal, welcher Irrsinn per Gesetz geschützt wird.
Religionsfreiheit hin und her, ich muss nicht anerkennen, was für mich nicht anerkennenswert ist.
Denn ich bin ein freier Geist und gedenke das zu bleiben.