Nach dem Fest kommt die Ordnung

Weihnachten ist eine tolle Sache. Auf der großen Bühne steht ein geschmückter Weihnachtsbaum. Darunter liegen bunt verpackte Geschenke und die adretten Kinder stehen mit glänzenden Augen vor der Szene und freuen sich auf ihre Geschenke. Nach den obligatorischen Liedern kommt es zur Bescherung. Wir haben uns angewöhnt am Heiligen Abend nur ein einziges Geschenk an die Kinder auszugeben. Am ersten Weihnachtsfeiertag kommen unsere großen Kinder zum Frühstück. Dann feiern wir die große Bescherung. So schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klatsche. Die Kleinen sind nicht von den vielen Geschenken überfordert, lernen ein wenig Geduld und wir können mit der ganzen Familie feiern. Allerdings ist es wohl egal, wann man die Geschenke öffnet und wie der Ablauf genau ist. Hinter den Kulissen der weihnachtlichen Feier laufen zahlreiche administrative Aufgaben ab, von denen die Kinder wenig mitbekommen. Aber auch nach dem Fest ist es noch nicht vorbei.

Der Lauf der Dinge

Mein Mann hat eine dunkle Seite. Während ich nicht das geringste Problem habe, mich von Dingen zu trennen, sammelt er fast alles, was er in die Hände bekommt. In meinem Kleiderschrank liegen Dinge, die ich immer wieder trage. Bei ihm sammeln sich Kleidungsstücke der letzten Jahrzehnte. Etwa 15 Prozent davon passen ihm. Zumindest ein Drittel von dem, was ihm noch passt, passt aber nicht mehr in die Neuzeit. Trotzdem also etwa 90 Prozent seiner Kleidung aus verschiedenen Gründen den Schrank niemals von außen sieht, trennt er sich nicht davon. Er könnte wohl spontan 30 bis 40 Kilogramm abnehmen und hätte trotzdem passende Wäsche. Auch eine Zeitreise in eines der letzten drei Jahrzehnte könnte er machen, ohne dass seine Garderobe auffällt. Meinen Mann werde ich wohl nicht mehr ändern. Hier habe ich aufgegeben. Ich kann nur dafür sorgen, dass seine Besitztümer außerhalb des Kleiderschranks unter nicht weiter geklärten Umständen, immer wieder verschwinden. Für seine Erziehung müssen andere die Verantwortung übernehmen.

Erblehre

Dummerweise hat Gregor Mendel Mitte des 19. Jahrhunderts eine plausible Erklärung dafür gefunden, dass die Äpfel nicht weit vom Stamm fallen. Also werden Nasen, Ohren, Staturen, positive, aber auch negative Charaktereigenschaften an die nächste Generation weitergegeben. Offensichtlich habe auch ich in meinem Stammbaum Menschen, die Trennungsängste hatten, wenn es um materiellen Besitz geht. Anders lässt sich nicht erklären, dass diese Eigenschaft bei meinen Töchtern ziemlich deutlich zum Vorschein kommt. Mein Sohn ist davon verschont geblieben und eigentlich ist unsere Jüngste auch kein echter Härtefall. Die Älteste der Drei kann meinem Mann aber in Punkto Sammelleidenschaft, durchaus das Wasser reichen. Einerseits das und andererseits die Tatsache, dass sie als Älteste einfach mehr Zeit hatte, Dinge zu sammeln, sorgen für einen ordentlichen Überschuss an Zeug.

Weihnachtlicher Nachschub

Nun kann man es an Weihnachten auch nicht bringen, dass man dem Kind einfach mal nichts schenkt. Zwar könnte man das mit der Menge an Besitz, den sie schon hat, gut argumentieren, aber letzten Endes ist sie nun mal ein kleines Mädchen. Also bekommt jedes Kind gleichviele Geschenke. Auch beim Wert haben wir eine klare Regel. Pro Kind werden 100 Euro investiert. Bei 7 Kindern kommt dabei auch etwas zusammen. Klar, dass ein Einzelkind mit investitionsfreudigen und gut betuchten Großeltern und einer wohlhabenden Verwandtschaft deutlich mehr bekommt. Wir sind mit der Regel aber sehr zufrieden. Die Kinder kennen diese Regel und berücksichtigen sie auch auf ihrem Wunschzettel. So kann man sicherstellen, dass keine überzogenen Wünsche geäußert werden. Sie bekommen also viele kleine Geschenke. Aber auch Kleinvieh macht Mist.

Stauraumknappheit

Im Kinderzimmer machen sich Weihnachten und andere Anlässe, zu denen sie beschenkt werden, bemerkbar. Wir vermeiden zwar Geschenke, die sich nicht komplett wegräumen lassen, ganz geht das aber nicht. Also gibt es seit Weihnachten einen Kicker im Zimmer meines Sohnes und seit letztem Jahr ein Puppenhaus bei den Mädchen. Neben den großen Spielsachen, gibt es Unmengen an Kleinigkeiten. Lego, Playmobil, Kochsachen, Puppen und Autos sind in großen Kisten verstaut. Damit in den Kinderzimmern weiterhin gespielt werden kann, haben wir zwei Strategien. Einerseits haben wir in Schrankbetten investiert und klappen auch die Schreibtische in den Kinderzimmern ein. Außerdem versuchen wir den Boden freizuhalten. Es gibt hübsche Regale für Kinderzimmer. Egal, ob sie am Boden stehen, oder an der Wand montiert werden, man kann damit viel Platz gewinnen.

Höher und höher

Aber auch beim Übereinanderstapeln gibt es physische Grenzen. Allen voran macht die begrenzte Raumhöhe nach etwa zweieinhalb Metern einen Strich durch die Rechnung. Aber auch andere Fakten, wie meine Körpergröße und -kraft setzen Grenzen. Ein halber Kubikmeter mit kleinen Autos hat ein ordentliches Gewicht. Den dann über Kopf auf ein Regalbrett zu heben ist ein gefährliches Unterfangen. Aber auch leichte Spielzeuge machen Probleme. Erst letztens hat mich ein Spiel am Kopf getroffen. Nachdem ich das Pech hatte, dass es genau mit der Ecke zuerst eingeschlagen ist, hat auch das schon große Schmerzen verursacht. Auch wenn man sich bemüht, das Spielzeug effizient und platzsparend zu verstauen, ist das Ende absehbar. Irgendwann ist das Kinderzimmer einfach voll.

Erben uns Ausquartieren

Wir haben uns vor etwa einem Jahr ein Haus in Ungarn gekauft. Dort verbringen wir hin uns wieder ein Wochenende. Ein Argument dafür war der zusätzliche Stauraum. Ein Teil unseres Spielzeugs ist bereits dort angekommen. Nicht zuletzt ist das auch eine Möglichkeit für meinen Mann, seiner Sammelleidenschaft nachzugeben. Er sammelt jetzt erstmal Gartenwerkzeug und ist ganz glücklich damit. Das Spielzeug, das in unserem Wochenendhaus viel Platz hat, erlebt einen zweiten Frühling. Während es daheim schon ziemlich uninteressant war, kommt es im Haus ordentlich zum Einsatz. Die Kinder haben viel Spaß damit und es ist manchmal recht schwierig, sie davon abzuhalten, es wieder mit in die Wohung zu nehmen. Aber der Gnadenhof in Ungarn ist nicht die einzige Möglichkeit, das Spielzeug einer neuen Verwendung zuzuführen.

Weitergeben

Einen Teil des Spielzeugs geben wir immer wieder ab. Einerseits kennen wir ein paar kleinere Kinder, denen wir immer wieder mal etwas weitergeben. Andererseits gibt es die Möglichkeit, das Spielzeug zu spenden. Ist etwas sehr wertvoll, dann verkaufen wir es hin und wieder. Die Kinder freuen sich dann über ein kleines Vermögen und auch so kann man jemanden noch Freude machen. Eine klare Win-Win-Situation.


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