Mzungu back in town!

Mzungu back in town!
Wir sind wieder da!
Nicht nur sind Manuel, ich und diesmal außerdem noch Benni wieder einmal in Uganda, und zwar um das Digital Project Uganda voranzutreiben, sondern außerdem sind wir nun nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Luweero, einer Kleinstadt ca. 1,5 Autostunden von Kampala entfernt, wieder zurück in der Hauptstadt. Die vergangenen Tage hat Manuel hauptsächlich mit Predigen verbracht, Benni hat einiges Bild- und Tonmaterial für seine Bachelor-Arbeit gesammelt und ich selbst habe mich aufs Dolmetschen und Tanzen konzentriert :)Daher eine kurze Zusammenfassung unserer bisherigen Erlebnisse und Eindrücke:
Wie die meisten Aferocasians (Africans/South Americans/Asians) sind auch die Ugander nahezu unberührt von den großen Entwicklungen innerhalb der "westlichen" Geistesgeschichte, sprich Humanismus, Aufklärung usw., was sich natürlich auch im lokalen Frömmigkeitsstil niederschlägt. Bspw. wird man hier vermutlich nie den Satz zu hören bekommen: "Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand." Stattdessen gibt es eine stark ausgeprägte Theologie des Oben und Unten. Für die meisten Gläubigen vor Ort ist es daher beinahe unvorstellbar, dass der allmächtige Schöpfer auch ganz unten zu finden sein könnte. Andererseits ist genau diese erhabene Stellung Gottes auch der Grund dafür, dass die Afrikaner ihn mit einer Leidenschaft verehren, von der die meisten Europäer nicht einmal wagen würden zu träumen. Ein Beispiel: vor drei Tagen haben wir gemeinsam das Nachtleben Luweeros erkundet, wobei wir uns u.a. eine Disco angesehen haben. Für den Laien war diese von einem regulären Gottesdienst wohl nur dadurch zu unterscheiden, dass sie Eintritt kostete. Was würde ich dafür geben, eine solche Stimmung und Begeisterung auch mal in einem deutschen Gottesdienst zu erleben! Aber man wird wohl zugeben müssen, dass von allen Gojim (Völkern) die Germanen die größten Legastheniker auf dem Gebiet der Anbetung sind.
Doch nicht nur geistliche, sondern auch praktische Themen werden hier mitunter völlig anders beurteilt als bspw. in Mitteleuropa. Naturschutz etwa spielt hier überhaupt keine Rolle. Im Gegenteil: man sollte tunlichst zusehen, sich vor der Natur zu schützen! Denn Schlangen, Spinnen, wilde Tiere und nicht zuletzt Moskitos stellen eine ständige Bedrohung für Leib und Leben dar. Wir selbst sind bereits Zeuge dessen geworden, da nämlich die Tochter unseres Gemeindeleiters in Luweero an Malaria erkrante und in der örtlichen Klinik behandelt wurde. Dort besuchten wir sie, beteten für sie und bereits einen Tag später konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen.
Basierend auf meinen bisherigen Erfahrungen in diesem wundervollen Land würde ich die von Tieren ausgehenden Gefahren größer einschätzen als die Bedrohung durch Menschen. Dennoch hatten wir drei dank unseres Gastgebers Fred Mutyaba, dessen Schwiegervater eine einflussreiche Position im Militär inne hat, während unseres Aufenthalts in Luweero unseren eigenen Afandi (Wachmann), der uns unnötigerweise mitsamt Kalaschnikow auf Schritt und Tritt begleitete.
Nicht dabei war dieser allerdings als Fred uns vorgestern Abend die Dörfer um Luweero zeigte, in welchen es weder elektrischen Strom noch fließendes Wasser gibt. Unsere wenigen Brocken Luganda sorgten bei der Dorfjugend aber dennoch für große Erheiterung.
Noch abenteuerlicher wurde es jedoch als wir auf dem Rückweg in unser Quartier mitten in eine Hochzeit platzten und statt das Geschehen aus dem sicheren Hintergrund zu betrachten, aufgrund Freds Popularität und unserer Hautfarbe sofort die besten Plätze, unmittelbar neben der Brautmutter, angeboten bekamen. Aus zweierlei Gründen war uns das höchst unangenehm: zum einen hatten wir alle (auch Fred) das Brautpaar noch nie zuvor in unserem Leben gesehen und zum anderen hatten wir kein Geschenk dabei. Doch sich darüber Gedanken zu machen fehlte uns schlichtweg die Zeit, denn nach viel Singsang, Gebeten, Kuchenessen usw. wurde plötzlich eine Horde bunt gekleideter Jungfrauen auf uns losgelassen, die zu Trommelmusik ihre prall gefüllten Pobacken unmittelbar vor unseren Gesichtern in einer kolibrihaften Geschwindigkeit hin- und herschleuderten, sodass wir befürchten mussten, unsere Nasen zwischen denselben einzuklemmen und mit Schleudertrauma im Krankenhaus zu landen. Allerdings war das noch lange nicht der Höhepunkt unserer kulturellen Überforderung, denn nachdem jene hüftschwingenen Jungesellinnen die Arena wieder verlassen hatten, betrat plötzlich Fred dieselbe, um einige seiner Lieder zum Besten zu geben und forderte mich, noch viel plötzlicher, dazu auf, seine musikalische Darbietung auf tänzerische Weise zu veredeln. Also fand ich mich auf einmal umringt von einem Brautpaar und rund 1.000 Gästen wieder, wie ich versuchte, eine zugegebenermaßen eigentümliche Mischung aus Kasatschok, Moonwalk und Schuhplattler aufs nicht vorhandene Parkett zu legen. Nun, die Menge tobte, ich machte mich zum Affen und werde wahrscheinlich in Luweeros Geschichte als der tanzende Mzungu (Europäer/Weißer) eingehen.
Überhaupt waren die Bazungu (Plural von Mzungu) für die Kinder Luweeros die große Attraktion der letzten Tage. Das jedoch, muss man fairerweise erwähnen, beruhte absolut auf Gegenseitigkeit, wie das obige Foto belegt.
Für die nächsten Tagen stehen nun noch Besuche des alten und neuen Studios für das Digital Project, ein Ausflug nach Jinja zur Nilquelle, ein weiteres Seminar in Kampala sowie diverse Interviews mit Schülern, Lehrern sowie Gönnern und Unterstützern des Projekts an. Außerdem möchte Fred noch ein gemeinsames Lied mit uns produzieren und nach Möglichkeit auch gleich den entsprechenden Videoclip drehen. Wir haben also alle Hände voll zu tun und folglich in Kürze sicher wieder viel zu berichten :)
Siba bulungi (einen schönen Tag noch)!
Magnus

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