My Friend Pedro

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My Friend Pedro

5Shooter

Schräge Indies sind das Markenzeichen von US-Publisher Devolver Digital. Wenn also Max Payne auf Banane in My Friend Pedro trifft, kann man irgendwie kaum noch verwundert sein. Natürlich eine Untertreibung, aber: Ungewöhnliches bzw. Retro-Gameplay gepaart mit faszinierender Präsentation als Aushängeschild zu haben darf als positive Errungenschaft gelten, überschlagen sich doch die meisten AAA-Publisher mit immer gleichen Sequels zu altbekannten Spielereihen.

Frischen Wind in der Gaming-Industrie in Form von (eher) gewagten Projekten gilt es also zumindest mit Aufmerksamkeit zu belohnen. Oft wird man als Gamer dann auch mit fantastischen Titeln beschenkt, von Hotline Miami, Downwell, GrisKatana Zero bis zu Ape Out finden sich feine Indie-Schmankerl ohne Ende. In diese mittlerweile schon längere Liste lässt sich auch My Friend Pedro einordnen – auf den ersten Blick zumindest.

My Friend Pedro
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Als zunächst noch namenloser Protagonist stürzt sich der Spieler ohne große Umschweife in einen über mehrere 2.5D-Level lang gezogenen Rachefeldzug. Instruiert wird der Charakter von einer schwebenden Banane namens Pedro. Soweit, so schräg. Spätestens in der zweiten Spielminute wird klar, das Charaktere und Story absoluten Nachrang haben, im Fokus liegt klar das Gameplay. Per Tastendruck wird die Spielfigur in einen Zeitlupenmodus versetzt, der punktgenaues Zielen der Schusswaffen und gewagte Akrobatikmanöver ermöglicht. So springt man etwa mit einer Hechtrolle von einem Skateboard durch eine Fensterscheibe, schießt mit der Waffe in der linken Hand auf eine Bratpfanne, nur um im nächsten Moment mit der Waffe in der anderen Hand dieselbe Pfanne zur Umleitung mehrerer Kugeln zu nutzen, um die ahnungslosen Gegner unter sich zu erledigen.

Was etwas umständlich klingt, ist es zumindest anfangs auch: Die mitunter komplexe Steuerung nutzt alle Tasten des Controllers, schnelles Lernen der Tastenbelegung ist für nachhaltigen Spielspaß absolut vorausgesetzt. Hat man den Dreh aber mal raus, lassen sich grandiose Actionsequenzen durchführen, die zudem mit einem hohen Punkte-Multiplikator belohnt werden. Jeder Sprung, jede Drehung und Rolle, jeder erledigte Gegner lässt besagten Multiplikator ansteigen, Funsports-Kenner werden vielleicht an die Tony Hawk-Skaterserie erinnert werden.

Sowohl Umfang als auch Leveldesign lassen sich als große Schwachstellen von My Friend Pedro hervorheben. So sind die fünf Areal zwar in mehreren Abschnitten unterteilt, leider wird dabei aber auch die öde Gestaltung derselben offensichtlich. Spätestens in den lang gezogene Abwasserkanälen stellt sich Sättigung ein. Auch das Layout der späteren Level, die mit simplen Schalter-Rätseln und nervigen Jump‘n Shoot-Parkour-Einlagen übersät sind, hinterlassen keine guten Eindruck.

My Friend Pedro macht vieles richtig: Vor allem in den ersten Momenten kann das Max Payne-Zeitlupen-Gameplay mit Tony Hawk-Punkte-System durchaus überzeugen. Mit zunehmender Spieldauer wird aber klar, dass das Konzept des Titels nicht mehr zu bieten hat und dringend notwendige Ablenkungen wie etwa eine mitreißende Story, knackige Bossgegner oder gewagtes Leveldesign nicht zu finden sind. Wer darüber hinweg sehen kann, findet in My Friend Pedro aber sicher kurzfristig Unterhaltung.

Plattform: PS4 (Version getestet), PC, Switch, Xbox One, Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 16, Release: 02.04.2020 (PS4), 05.12.2019 (Xbox One), 20.06.2019 (PC, Switch), deadtoast.com


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