Morrissey: Der Unermüdliche

Morrissey: Der UnermüdlicheMorrissey
„World Peace Is None Of Your Business“

(Capitol/Universal)
Morrissey gehört seit jeher zu den Musikern, bei denen die Nebengeräusche (hier: von seiner Entourage aus Management und dem offiziellen Verlautbarungsorgan True To You lanciert), fast genauso spannend sind wie der eigene Werkskatalog. Angefangen bei den stets bissigen Liebesadressen an die heimatliche Monarchie, seinem unermüdlichen und dennoch manchmal ermüdenden Zorn gegenüber Fleischfressern, Pelzträgern und Freunden der Treibjagd bis hin zum Twitterfake – der Mann weiß, wie man die Öffentlichkeit füttert und was man ihr am besten zum Frass vorwirft, damit sie ihn, je nach Gusto, weiterhin leidenschaftlich lieben oder hassen kann. Trotzdem ist all das in den letzten Monaten etwas in der Hintergrund geraten, kamen doch mit den Konzertabsagen die ärztlichen Bulletins in so kurzer Folge, dass man sich unweigerlich Sorgen zu machen begann, ob und wie es denn mit dem Mozzer künftig weitergehen wird.
Insofern ist dieses neue Album mit dem wunderbar lakonischen Titel zunächst einmal eine gute Nachricht. Doch auch wenn man versucht ist, es der Begleitumstände wegen gleich wieder in den Himmel zu loben – die Klasse der Vorgänger hat es zumindest nicht übertroffen. Nicht den Biss von „You Are The Quarry“ und „Years Of Refusal“, nicht die Grandezza von Viscontis „Ringleader Of The Tormentors“, vom Frühwerk ganz zu schweigen. Vom Gewohnten ist auch auf „World Peace …“ zur Genüge zu finden – die epischen, herzzerreißenden Klagegesänge mit verschiedensten Widmungen: Der Spott über das folgsame, politische Stimmvieh im Titelsong, die Beatnik-Parabel „Neal Cassady Drops Dead“, das fernöstlich angehauchte „Istanbul“ oder des Meisters todtrauriger Beitrag zur Gender-Debatte „Earth Is The Loneliest Planet“ – alles mit viel Leidenschaft und Sarkasmus in Versalienformat. Das grimmig überspitzte, lyrisch weniger anspruchsvolle Stierkämpferliedchen "The Bullfighter Dies“ darf man dabei ruhig außen vor lassen.
Einen Morrissey in Hochform dagegen gibt es immer dann, wenn es persönlich wird. Die knapp achtminütige Generalabrechnung mit dem handelsüblichen Männlichkeitsideal, Klischee-Bashing mit crispy Gitarrensound, Finalgeschrei und trotzigem Eigenlob („I'm something much bigger and better than a man”/I’m Not A Man) gerät ebenso furios wie die zauberhaften Liebesballaden “Kiss Me A Lot”, “Smiler With A Knife” und “Mountjoy”, Flamencogitarren, Kastagnetten, Streicherteppiche, ein tiefer Griff ins Sentiment, keiner kann das so überzeugend und glaubhaft wie Morrissey selbst. Auch bei den Bonustiteln liegen Licht und Schatten eng beieinander – “Scandinavia” übertritt mit schauriger Bildgewalt zuweilen die Grenze des guten Geschmacks, “Art Hounds” dagegen persifliert auf unnachahmlich böse, also gelungene Art und Weise, den hippen Kunstbetrieb, beide Stücke sind schon älter und werden hier der Vollständigkeit wegen noch einmal nachgereicht. Fazit: Gute Platte – mehr muss auch nicht. http://www.morrissey-solo.com/
Der komplette Stream des Albums steht zur Zeit bei Spiegel Online.

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