Mogwai: Mildere Umstände

Mogwai: Mildere UmständeMogwai
„Every Country’s Sun“

(Rock Action Records)
Jede andere Band, zumal eine aus dem rauen Schottland, würde demjenigen, der behauptet, sie würde ja eigentlich seit Jahrzehnten nichts anderes als Hintergrundmusik machen, ziemlich derbe eins auf die Nuß geben. Und zwar mit einigem Recht. Nun reden wir aber nicht von jeder anderen Band, sondern von Mogwai, den Säulenheiligen des Post-Rock aus Glasgow. Und die wiederum hätten wohl nichts dagegen, wenn man ihre über zwanzigjährige Karriere mit dem Stichwort Assoziationsmusik überschreibt, denn einer der Gründe, warum Stuart Braithwaite, Barry Burns und Kollegen das machen, was sie machen (und das eben hauptsächlich und im buchstäblichen Sinne ohne viele Worte), ist, daß sie die Phantasie ihrer Zuhörer auf das Höchste respektieren und schätzen. Und sie deshalb ihre Stücke nicht mit einer bestimmten Bedeutung aufladen wollen. Vor ein paar Wochen haben die Herren dem Musikmagazin laut.de eines ihrer unterhaltsamen Interviews gegeben und dort zunächst festgestellt, daß der Name des aktuellen Albums trotz der gesellschaftskritischen Intention doch ziemlich albern klingt und desweiteren deutlich gemacht, warum sie eine weitere Politisierung ihrer Musik für unnötig halten: „Ich glaube, die Welt wird kein besserer Ort, nur wegen des Titels eines bestimmten Mogwai-Songs“, so Braithwaite und weiter „Ich schätze, viele unserer Hörer haben absolut gegensätzliche, weniger sozialistische Meinungen als wir, und das ist doch auch okay.“

In unserem Falle heißt das: Elf neue Stücke, nicht übermäßig lang, eher gediegen als überraschend, anfangs etwas elektronischer, gegen Ende dominiert der sorgsam geschichtete Gitarrenkrach. Produziert hat erstmals seit fünfzehn Jahren wieder Dave Fridmann, der schon „Rock Action“ in den Fingern hatte und – ebenfalls eine Premiere – abgesehen von „Atomic“ ist „Every Country’s Sun“ das erste Studioalbum ohne Gründungsmitglied John Cummings. Es gibt auf der neuen Platte anderthalb Stücken, die auch von Gesang begleitet werden – „Party In The Dark“ ist ein vergleichsweise eingängiger, fast konventioneller Rocksong als dystopisches Warpaint. Die bestimmenden Nummern allerdings werden wohl zwei andere sein, einerseits das so dramatische wie anmutige „Coolverine“ und zum anderen das hohl pochende „Don’t Believe The Fife“, das sich im Laufe der sechs Minuten zu einem sphärischen Breitwandepos steigert. Gemessen am früheren Output ist „Every Country’s Sun“ vielleicht nicht gerade ein Quantensprung, es läßt sich schon heraushören, daß Mogwai über die Jahre etwas ausrechenbarer und zugleich zahmer geworden sind. Aber sie kommen mit dieser Platte auf Tour und das ist, bei aller Kritik, bekanntlich noch mal eine ganz andere Hausnummer. http://www.mogwai.co.uk/
14.10.  Berlin, Columbiahalle
16.10.  Hamburg, Docks
17.10.  Köln, E-Werk
26.10.  Basel, Reithalle
01.11.  Wien, Arena
02.11.  Leipzig, Täubchenthal
03.11.  München, Backstage

wallpaper-1019588
Die VELOBerlin in neuer Kulisse
wallpaper-1019588
Cold Case – Spurlos. Ein neuer Rhein-Main-Krimi von Sandra Hausser
wallpaper-1019588
Mariazellerbahn: Neues Kombiangebot „Ein Tag Glück“ mit Naturpark Ötscher-Tormäuer
wallpaper-1019588
CD-REVIEW: Jarle Skavhellen – Pilots [EP]
wallpaper-1019588
Heilige Lilien brauchen Quellwasser
wallpaper-1019588
Sony führt Download-Funktion für PS Now ein
wallpaper-1019588
Kavanaugh-Showdown: Trump pöbelt jetzt gegen angebliches Sex-Opfer
wallpaper-1019588
Staats- & Europameister Markus Pekoll beim Downhill Race auf den BikeAlps | Bürgeralpe Mariazell