Mit mehr Leichtigkeit durch’s Leben? Hier entlang, aber langsam, bitte.

Was ist der Sinn des Lebens? Warum bist du hier? Hast du eine Aufgabe? Wenn ja, welche? Jede Denkschule beantwortet diese Frage auf ihre eigene Weise. In diesem Beitrag geht es nicht um Religionen, sondern um ganz praktische Überlegungen zum Lebensweg.

In den letzten Jahren hatte ich vermehrt Begegnungen mit Menschen, die meine Denkweise beeinflusst haben. Einige Impulse waren so stark, dass sie mein Weltbild nachhaltig veränderten.

Diese Begegnungen geschahen immer dann, wenn ich bereit dafür war. Nicht weil ich das Universum darum gebeten habe, sondern weil ich mich auf dem für mich richtigen Weg befinde. Egal, ob du es Esoterik, Spiritualität oder Schicksal nennst; solche Begegnungen geschehen nicht ohne Grund.

Buddhisten nennen es Dharma, Neurowissenschaftler bezeichnen es schlicht als Unterbewusstsein und Gläubige sprechen von göttlicher Fügung. In meinem Verständnis geht es bei allen darum, dass wir unser Leben nicht komplett kontrollieren. Auch wenn wir einen freien Willen haben, gibt es doch für jeden von uns einen ganz individuellen Lebensweg. Der Weg, der uns mit Glück erfüllt.

Was passiert, wenn wir den Weg verlassen? Wir rennen mit einer Maske durchs Leben, arbeiten bis zur Erschöpfung und enden im Burn- oder Boreout. Sind wir aber auf dem richtigen Weg, dann fühlt sich alles leichter an. Dann werden wir gezogen, wie von einem unsichtbaren Gummiband.

Glücklichsein

Ich bin in meinem Leben schon vielen Dingen hinterhergerannt: Abenteuern, Geld, Zuneigung und Anerkennung. Immer wenn ich sie bekommen habe, war ein Glück zu spüren. Das Problem mit diesem Glück ist, dass andere Menschen oder Dinge dafür verantwortlich sind.

Meine Partnerin, die Zigarette, ein verkauftes Buch oder die nächste Reise; diese Dinge können mir ein Glücksgefühl nach dem nächsten bescheren, mir aber keine anhaltende Erfüllung geben. Sobald mir diese Dinge durch Trennungen, Krankheiten oder Enttäuschungen entrissen werden, verwandelt sich das Glück ganz schnell in Trauer, Wut und Verzweiflung.

Wirklich glücklich kann ich nur sein, wenn ich das Glück in mir selbst finde, anstatt andere dafür verantwortlich zu machen.

Was mich heute antreibt ist die Erweiterung meines Bewusstseins. Ich möchte mich selbst und die Welt besser verstehen. Dabei möchte ich auch andere Menschen zum Nachdenken anregen und ihnen den Mut für Veränderungen geben.

Das ist mein Weg. Er fühlt sich richtig an, da er mir deutlich mehr Kraft gibt, als er mich kostet.

Balance

Angst und Liebe, Stabilität und Flexibilität, Intimität und Autonomie - die wenigsten von uns leben permanent am äußeren Rand dieser Spektren. Wir befinden uns irgendwo zwischen den Extremen, wo wir die für uns richtige Balance finden müssen.

Gerade in diesem Monat (Februar 2018) bewege ich mich als Der Frutarier in solchen Extremen. Dabei wird mir klar, dass ich weder ausschließlich von rohem Obst und Gemüse leben möchte, aber auch nicht verantworten kann, 7 Tage die Woche Junk Food und Fleisch zu essen.

Ebenso ist es mit meinem Lifestyle, bei dem ich immer wieder zwischen intimen Beziehungen und Autonomie sowie Heimatgefühl und Fernweh bewege. Ich muss und möchte mich nicht zwischen Extremen entscheiden, sondern einen Konsens finden.

Es geht um den Weg der Mitte. Es geht um Balance.

Maskerade

Im Kindesalter erlernen wir Gewohnheiten und nehmen Denkweisen an. Durch unser unmittelbares Umfeld und die Gesellschaft werden wir in eine Schablone gedrückt, die uns nicht zwingend entspricht. Wir verlernen es, unserer Intuition zu vertrauen. Stattdessen wenden wir die angelernten Strategien an, selbst wenn sie uns unglücklich machen.

Meine Maske bestand die größte Zeit meines Lebens aus Denkweisen wie "ich muss es allen recht machen", "ich brauche Vorsorge, Kinder und ein Haus" oder "ich muss mich anstrengen, um belohnt zu werden". Ich habe mich oft verstellt, um Akzeptanz und Zuneigung zu bekommen, auch wenn diese nicht echt war.

Das ist heute anders. Immer dann, wenn mich Menschen für den Sebastian schätzen, der ich wirklich bin, macht mich das glücklich. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist es okay. Mein Glück nährt sich nicht mehr durch falsche Zuneigung.

Gummiband

Dein Warum, deine Lebensaufgabe oder deine Vision; es sei dir überlassen, wie du es bezeichnest. Es ist der übergeordnete Sinn, der dich antreibt und anleitet. Ich bin überzeugt davon, dass alles im Leben leichter wird, wenn wir diesen Sinn kennen. Er gibt uns eine Richtschnur für tägliche Entscheidungen, hilft uns durch Motivationstiefs und bringt echte Erfüllung.

Stelle dir diesen Sinn wie einen Stern vor, der weit in der Ferne hell leuchtet. Er ist immer sichtbar, auch wenn du mal vom Weg abkommst oder dich in einem Tal befindest und vor dir nur den nächsten Berg siehst. Er hilft dir, dich zurechtzufinden in einem Leben, das von Versuchungen und Ablenkungen bestimmt wird. Er sorgt auch dafür, dass du nicht in die falsche Richtung läufst.

Jetzt stelle dir vor, dass du mit diesem Stern durch ein Gummiband verbunden bist. Je weiter du dich von dem Stern entfernst, desto anstrengender wird dein Weg. Irgendwann ist der Gummi so straff gespannt, dass du vor Erschöpfung umkippst. Je geradliniger du auf den Stern zuläufst, desto einfacher wird dir der Weg fallen. Du wirst zu deinem Ziel gezogen, ohne dass du dich dabei unnötig anstrengen musst.

Dieses Gummiband ist unsere Intuition. Sie kennt unseren Weg. Leider haben wir verlernt, unserer Intuition zu vertrauen und hören stattdessen viel zu oft auf unseren Kopf.

Anstrengung

Alles was du machst, wird dann schwerer, wenn es nicht deinem eigentlichen Antrieb entspricht. Hast du schon mal jemanden mit einem Burnout oder einer schwerwiegenden Midlife Krise kennengelernt, wenn diese Person ein klares Warum hat?

Ich nicht. Das passiert in der Regel Menschen, die in die falsche Richtung laufen und dabei ständig das Tempo erhöhen. Zeichen wie Krankheiten, Unzufriedenheit oder gescheiterte Beziehungen übersehen sie solange, bis es richtig kracht.

Wir haben schon als Kinder gelernt, dass es "ohne Fleiß, keinen Preis" gibt. Nur was anstrengend ist, ist auch lohnenswert. Deshalb quälen wir uns durch so manche Lebenssituation, in der Hoffnung auf die große Belohnung. Wie oft entsteht schon etwas wirklich Wertvolles durch reine Anstrengung?

Anstrengen müssen wir uns bei Verstopfungen auf der Toilette, nicht aber permanent auf unserem Lebensweg.

Sinnsuche

Wenn es dir geht wie mir, dann stellt dich die Sinnfrage vor eine große Herausforderung. Stelle diese nicht auf einen so hohen Thron, sondern frage dich, was dich bereits heute schon glücklich macht.

Ob du dafür wochenlang in ein Kloster gehst, meditierst, dich einer systemischen Therapie unterziehst oder Toni Robbins Seminare besuchst, ist egal. All das sind Tools, um dich besser kennenzulernen und dein Bewusstsein zu stärken. Genauso wie die digitale Selbständigkeit, die vegane Ernährung oder ein bestimmter Kleidungsstil Tools dafür sind, dich auszudrücken und auszuleben. All diese Dinge sind kein Endziel, kein Warum.

Was sind die kleinen Dinge, die dir Energie geben? Die sich nicht wie Arbeit anfühlen, sondern dich antreiben und in einen Flow-Zustand versetzen? Und was sind die Dinge, die dich ausbremsen und dir Energie ziehen? Höre auf deine Intuition und du kommst deinem Weg Stück für Stück näher.

Ich habe diesen Flow-Zustand beim Schreiben. Wenn ich den ganzen Vormittag in einem Café gesessen und geschrieben habe, dann habe ich danach deutlich mehr Energie als vorher.

Veränderung

Dieser Sinn und der Weg dorthin sind nicht starr. Unsere Veränderung ist so unausweichlich wie die ständige Bewegung, in der sich unsere Welt befindet. Wir sind hier, um uns weiterzuentwickeln.

Was ist in der Evolution mit Lebewesen passiert, die sich nicht angepasst haben? Was passiert mit Arbeitnehmern, die sich nicht weiterbilden? Was passiert mit Liebespaaren, die in eine Monotonie verfallen?

Stillstand ist keine Option!

Der Sinn des Lebens ist es, dem Leben einen Sinn zu geben. Diese Suche kann nicht geschehen, wenn beide Füße am Boden kleben. Dazu müssen wir einen Bein vor das andere setzen; mal langsamer und mal mit großen Schritten.

Diese Schritte können uns an ferne Orte führen oder durch unser Bewusstsein. Dabei treffen wir auf Menschen und sehen Dinge, die uns letztendlich Erkenntnisse bescheren. Es ist eine lebenslange Reise ohne Ende, nicht aber ohne Wiederkehr.

Nach 6 Jahren in Asien voller Aufbruchsstimmung und Abenteuern, fühle ich mich so, als wäre ich wieder zu Hause angekommen. Es ist vielmehr ein Gefühl als ein Ort. Und auch wenn ich wieder an einen Ort zurückkehre, dann ist der Mensch doch ein völlig anderer, als der, der vor 6 Jahren in die Welt gezogen ist.

Was denkst du? Machen meine Überlegungen Sinn für dich oder stoßen sie auf Widerstand?

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