[MINI-REZENSION] "Himmelblau - Elfenblüte 1" (Band 1)

Julia Kathrin Knoll ist im Großraum München geboren und aufgewachsen. Sie hat in Regensburg Germanistik, Italianistik und Pädagogik studiert und arbeitet heute als freiberufliche Museumspädagogin. Mit dem Schreiben begann sie schon mit dreizehn Jahren, am liebsten mag sie Fantasy und Historisches. "Elfenblüte" ist ihr Debütroman.

Lilly will eigentlich gar nicht von Hamburg in ein kleines bayrisches Dorf ziehen, doch ihr Vater und Lillys Stiefmutter Lena möchten endlich zusammen wohnen und so muss Lilly nun in der Einöde ohne ihr geliebtes Klavier auskommen. Doch das Mädchen findet schnell Anschluss und fühlt sich von Alahrian, dem gutaussehenden Jungen mit den wunderschönen blauen Augen, magisch angezogen. Und auch Alahrian ist von Lilly fasziniert und sucht ihre Nähe, doch er verbirgt ein großes Geheimnis...
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da mich das hübsche Cover und der Klappentext (ich mag Geschichten mit magischen/paranormalen Wesen) angesprochen haben, wollte ich "Himmelblau" unbedingt lesen.

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde in ein kleines Dorf in Bayern, Deutschland verlegt und wartet mit wunderschönen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf.
Handlungsdauer: Nach dem Prolog (Eine Legende) startet die Story kurz vor Schulbeginn und dauert mehrere Monate (endet im Winter).
Hauptpersonen: Lillian Rhiannon, die sich Lilly nennt, ist 16 Jahre jung und zieht mit ihrem Vater (einem Herzchirurgen) von Hamburg zu ihrer neuen Stiefmutter Lena (einer Krankenschwester) nach Bayern. Doch Lilly, die wie Schneewittchen aussieht und Pianistin werden möchte, vermisst die Großstadt und die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Auch ihr Traum vom Musikstudium rückt nun in weite Ferne und dann hat die Spedition auch noch ihren Klavierflügel verschlampt. Doch dann begegnet Lilly Alahrian, einem überirdisch gutaussehenden Jungen aus Island mit blonden Haaren und strahlend blauen Augen, der Lilly von Anfang an magisch anzieht, obwohl ihre neue Freundin Anna-Maria nicht gerade begeistert von ihm ist, aber für Alahrians älteren Bruder Morgan schwärmt. Und Lilly hat keine Ahnung, wer oder was Alahrian genau ist, denn er verbirgt seine wahre Identität ziemlich gut, auch wenn ihm das Lilly gegenüber ziemlich schwer fällt... Lilly und Alahrian sind zwar interessante und sympathische Protagonisten, aber es fehlt ihnen ein klein wenig an Tiefe, was aber nicht weiter schlimm ist.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Alahrians Bruder Morgan (sein älterer Bruder pflegt sein Rockstar-Image und ist mit seinen schwarzen Klamotten, dunklen Haaren und Augen das Gegenteil des strahlend hellen Alahrian), Anna-Maria (die Tochter des Bürgermeisters ist die Dorfschönheit und freundet sich gleich mit Lilly an) und diverse Dorfbewohner sind reizvolle Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Nicht ganz neue Idee (Neuzugang trifft auf geheimnisvollen Jungen und verliebt sich in ihn), die Fantasy-Elemente enthält und ansprechend umgesetzt wurde.

Erzählperspektive: Die temporeichen Geschehnisse werden abwechselnd aus der Sicht von Lilly und Alahrian (in der 3. Person) sowie hin und wieder kurz von Morgan geschildert, wobei uns die Erzähler einen intensiven Einblick in ihre Gefühle und Gedanken gewähren.

Handlung: "Himmelblau" wartet mit einer abwechslungsreichen & fantasievollen Geschichte mit verschiedenen Sichtweisen und miteinander verwebenden Handlungsstränge, vollgepackt mit allerlei Geheimnissen, Turbulenzen und einem Hauch Romantik auf. Außerdem enthält die Story ein paar Längen bzw. einige vorhersehbare/klischeehafte Stellen und gipfelt in ein offenes Ende, weshalb ich unbedingt weiterlesen muss.


Schreibstil: Abgerundet wird der Serienauftakt durch den flüssigen und ausdrucksvollen Schreibstil, die malerische Sprache und die unterhaltsamen Dialoge, obwohl mich das Hin und Her zwischen Lilly und Alahrian stellenweise ein wenig gelangweilt hat - irgendwie habe ich solche Wortgefechte schon mehrfach gelesen...

Auch wenn "Himmelblau - Elfenblüte 1 nicht der allerbeste Fantasy-Jugendroman ist, den ich jemals gelesen hat, so bietet das gelungene Debüt von Julia Katrin Knoll dank des unterhaltsamen Plots mit einer aufkeimenden Liebesgeschichte, der reizvollen Charaktere und der lebendigen Schauplatzbeschreibungen ein paar kurzweilige Lesestunden. Da mir ein paar Dinge nicht ganz zugesagt haben, gibt es für dieses Erstlingswerk bescheidene .



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